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© 2016 Staats- und Universitätsbibliothek
Hamburg, Carl von Ossietzky

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Ausstellungsarchiv

Ausstellungen 2016

Wunder der erschaffenen Dinge – Osmanische Manuskripte in Hamburger Sammlungen

16.September bis 30. Oktober 2016
Erstmals wird eine Auswahl der osmanischen Manuskripte in Hamburger Sammlungen in einer Ausstellung zusammengeführt. Die Exponate repräsentieren die Vielzahl der Manuskriptkulturen, in denen sich die verschiedenen Ethnien, Sprachen und Konfessionen des bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts bestehenden Osmanischen Reiches widerspiegeln. Den Kern der Ausstellung bilden Manuskripte mit osmanisch-türkischen Texten in arabischer Schrift. Sie stellen eindrücklich zur Schau, dass Handschriftlichkeit über die Form des herkömmlichen Buches hinaus weit verbreitet war. Ihre Unabdingbarkeit für die hochgradig bürokratisierte Staatsverwaltung wird durch Urkunden und Rechnungsbücher augenfällig, und aufwendig gearbeitete Objekte wie Kalenderrollen, Orden und Tableaus rahmen das von Hand geschriebene Wort oder heben die Ästhetik der Schrift an sich hervor. Auch das Erscheinungsbild der seit dem frühen 18. Jh. gedruckten Bücher lassen die wichtige Stellung von Handschriftlichkeit bis weit in die zweite Hälfte des 19. Jhs. deutlich werden.
Die Ausstellung ist Teil des „Turkologentag 2016“, der von der Gesellschaft für Turkologie, Osmanistik und Türkeiforschung (GTOT e. V.) sowie dem Arbeitsbereich Turkologie der Universität Hamburg ausgerichtet wird (14. bis 17. September 2016).
Ein reich bebilderter Ausstellungsband erscheint in der Zeitschriftenreihe manuscript cultures des Sonderforschungsbereiches „Manuskriptkulturen in Afrika, Asien und Europa“ der Universität Hamburg als Druck sowie open-access im Internet.
Ort: Ausstellungsraum, Erdgeschoss, der Eintritt ist frei.


Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie im Blog-Artikel.


Hinter der Schriftstellerfamilie Mann

14. September bis 25. Oktober 2016
Eine Ausstellung des Goethe-Instituts Sao Paulo und des Buddenbrookhauses Lübeck
Dass die Mutter Thomas und Heinrich Manns Brasilianerin war und 1851 mitten im Urwald bei Rio de Janeiro geboren wurde, wissen selbst manche Germanisten nicht.
Ihr Weg führte vom „Glück in den Tropen“ in das – für Thomas Mann - „mittelalterliche Lübeck“ und die Ehe mit dem Finanzsenator Mann und endete nach dem frühen Tod des Senators 1891 mit ihrer Befreiung in der Bohèmestadt München. Ein Leben zwischen den Kulturen, das für das spätere Exil und Weltbürgertum ihrer Schriftstellersöhne Heinrich und Thomas sowie für dessen Künstlerkinder prägend war.
Die Ausstellung stellt die drei Lebensetappen Julia Manns in Brasilien, Lübeck und München mit Schwerpunkt auf Brasilien dar.
Kuratoren der Ausstellung sind Dr. Dieter Strauss, ehem. Leiter der Goethe-Institute von Sao Paulo und Santiago de Chile, und die Brasilianerin Maria A. Senne. Dieter Strauss publizierte u.a. „Oh Mann, oh Manns –  Exilerfahrungen einer berühmten deutschen Schriftstellerfamilie“ (2011) und ist Mitherausgeber des Ausstellungskatalogs: „Julia Mann: Brasilien - Lübeck - München“ (1999).
Ort: Gang zum Lichthof, 1. Etage, der Eintritt ist frei.

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Malerei und Plastik in Deutschland 1936. Die Geschichte einer verbotenen Ausstellung

8. Juli bis 28. August 2016
Im Jahr der Olympischen Spiele wurde am 21. Juli 1936 im Kunstverein Hamburg eine repräsentativeAusstellung eröffnet, auf der 249 Kunstwerke von 175 Künstlern gezeigt wurden. Nach 10 Tagen musste die Ausstellung auf Anweisung des aus Berlin herbeigeeilten Vizepräsidenten der Reichskulturkammer, Adolf Ziegler, geschlossen werden. Begründung: es würde Kunst der „Verfallszeit“ gezeigt.
Der Konflikt hatte für die Künstler tief greifende Folgen: Der deutsche Künstlerbund wurde aufgelöst, das Gebäude des Hamburger Kunstvereins enteignet und damit dem Verein die Ausstellungsmöglichkeit genommen. Gegen den Organisator der Ausstellung, den Hamburger Maler Heinrich Stegemann, wurde ein „Ehrengerichtsverfahren“ eingeleitet, das mit einem Verbot der Berufsausübung hätte enden können. Ein Jahr später waren 118 Künstler von den 175 der Hamburger Ausstellung von der Aktion "Entartete Kunst" (1937) betroffen mit insgesamt 9229 Beschlagnahmen in deutschen Museen.
Die Schau dokumentiert die Ausstellung anhand von Werken der 1936 ausstellenden Künstler und beleuchtet die Hintergründe dieses für die Kunstlandschaft Hamburgs und Deutschlands fatalen Ereignisses.
Ort: Ausstellungsraum (EG), Eintritt frei

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Von Neacșu aus Câmpulung bis Mircea Cărtărescu und Herta Müller - 500 Jahre Deutsch-Rumänischer Sprach- und Literaturkontakt

12. Mai bis 27. Juni 2016
1521 schrieb der Händler Neacșu aus der Hauptstadt der Walachei einen Brief – auf Rumänisch - an den deutschen Bürgermeister des siebenbürgischen Kronstadt, um vor einer osmanischen Invasion zu warnen. Die Nähe der rumänischen Fürstentümer zum Osmanischen Reich erweckte das Interesse der Mitteleuropäer an den Schriften Dimitrie Cantemirs (1673-1723). Der Poet Mihai Eminescu (1850-1889) brachte seine künstlerischen Impulse aus Wien und Berlin nach Rumänien mit und machte seine Generation mit Schopenhauer, Kant und Schiller bekannt. Die Königin Rumäniens aus dem Hause Hohenzollern-Sigmaringen (1843-1916) veröffentlichte unter dem Namen "Carmen Silva" rumänisierte deutsche Märchentexte. Mircea Cărtărescu (*1956), ein bedeutender Vertreter der Postmoderne, war Gastprofessor für Literatur in Berlin. 2009 erhielt die 1953 in Rumänien geborenene, deutsch schreibende Herta Müller den Literatur-Nobelpreis.
Die Ausstellung zeigt an markanten Dokumenten, Texten und Biographien, wie sich die rumänische und die deutsche Kultur immer wieder berührt und befruchtet haben.
Ort: Ausstellungsraum (EG), Eintritt frei


Informationen zur Ausstellung finden Sie hier


BÜCHER ALS KUNST von Clemens-Tobias Lange

BÜCHER ALS KUNST von Clemens-Tobias Lange

13. Januar bis 6. März 2016
Clemens-Tobias Lange ist "ein Gestalter herausragender Künstlerbücher...[Seine] Buchkunstwerke zeichnen sich durch subtile typographische Gestaltung, reiche, originelle und zugleich sensible Materialität sowie durch sorgsame Auswahl hochrangiger alter wie zeitgenössischer Texte aus" (aus der Begründung für den Antiquaria Preis für Buchkultur, 2012). Clemens-Tobias Lange: "Durch das äußere, das Buch, muss sich das Innere des Lesers ändern. Ein Maximum an Wahrheit mit einem Minimum an Wahrheit auszudrücken ist das Ziel" (aus dem Vorwort zum Ausstellungskatalog "Gemeint ist das Unsichtbare", 2012). Geschult in der Malerei bei Emilio Vedova und in Design bei Ennio Chiggio in Italien, reiste Lange durch China und Japan. Er lernte Sprachen und beobachtete Gebräuche und Religionen, um tiefere Kenntnisse anderer Denk- und Lebensweisen zu erhalten, und arbeitet mit anderen Künstlern zusammen. Aus seinem Laboratorium für Bücher kommen u.a. 'KALUMET', Ungaretti, 'Wahrheit und Aspirin' von Pessoa, 'Das Lied des Akyn' mit Aitmatow und das No-Book. Durch das Mischen verschiedener handwerklicher Photo- und Drucktechniken werden Photographien und ganze Buchseiten malerische Einheiten.
Die Hamburger Staatsbibliothek zeigt einen Überblick über die Werke von Clemens-Tobias Lange, die in der CTL-Presse, Hamburg, erschienen sind, außerdem Andrucke, Photogravuren und Silber-Gelatine-Handabzüge.
Ort: Ausstellungsraum, Erdgeschoss, der Eintritt ist frei.

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Von Boulay nach Göttingen. Charles de Villers (1765-1815). Ein Mittler zwischen Deutschland und Frankreich. Ausstellung zur Zweihundertjahrfeier.

Von Boulay nach Göttingen. Charles de Villers (1765-1815). Ein Mittler zwischen Deutschland und Frankreich. Ausstellung zur Zweihundertjahrfeier.

6. Januar bis 14. Februar 2016
Die Ausstellung zeigt auf 12 Postern das Leben, das Werk und das Wirken Charles de Villers‘ zwischen 1765, dem Jahr seiner Geburt in Boulay, und 1815, dem Jahre seines Todes in Göttingen.
Dieser französische Offizier, den die Revolution zur Emigration zwang, fand Zuflucht in Deutschland.
Hier entdeckte er kulturelle Schätze, die er sich entschloss, dem französischen Publikum bekannt zu machen. Durch seine Mitarbeit an Zeitschriften, seine Publikationen, Übersetzungen und seine rege Korrespondenz mit zahlreichen deutschen und französischen Gelehrten wurde er zum wichtigen Mittler zwischen Frankreich und Deutschland.
Zahlreiche abgebildete Dokumente stammen aus dem umfangreichen, in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg befindlichen Nachlass von Charles de Villers.
Eine Ausstellung der Université de Lorraine, Metz.
Ort: Gang zum Lichthof, 1. Etage, der Eintritt ist frei.

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Ausstellungen 2015

„Wer Bücher findet, lese darin…“ Die Bibliothek der Jüdischen Gemeinde Hamburg

„Wer Bücher findet, lese darin…“ Die Bibliothek der Jüdischen Gemeinde Hamburg

6. November 2015 bis 3. Januar 2016
Nach einer leidvollen Geschichte und langer Irrfahrt gelangte die Bibliothek der Jüdischen Gemeinde, gegründet 1909, in die Obhut der Staats- und Universitätsbibliothek. Der 2012 geschlossene Depositumsvertrag zwischen der Jüdischen Gemeinde Hamburg und der Staats- und Universitätsbibliothek bildet die Grundlage für die Verzeichnung und Restaurierung der Jüdischen Gemeindebibliothek.
Es grenzt an ein Wunder, dass diese Bibliothek die nationalsozialistische Schreckensherrschaft überdauert hat und noch während des Kalten Krieges auf verschlungenen Wegen nach Hamburg zurückgekommen ist.
Dank der großzügigen Unterstützung durch die Freie und Hansestadt Hamburg, die Hermann-Reemtsma-Stiftung und die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius werden die Bücher durch zwei Judaistinnen im Katalog der SUB verzeichnet, und es konnte mit der Restaurierung der beschädigten Bände begonnen werden. Die Katalogisierung wird den Schatz, den die Bibliothek der Jüdischen Gemeinde für unsere Stadt darstellt, nach und nach wieder sichtbar und benutzbar machen und eine als schmerzlich empfundene Lücke schließen.
Die Ausstellung dokumentiert die Katalogisierungsarbeit, zeigt die Fortschritte in der Verzeichnung der Bücher und präsentiert erste restaurierte Bände. Es ist noch viel zu tun - weitere Unterstützung ist erwünscht.Ort: Ausstellungsraum, Erdgeschoss, Eintritt frei.

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50 Jahre Wagenbach - Der unabhängige Verlag für wilde Leser

50 Jahre Wagenbach - Der unabhängige Verlag für wilde Leser

4. September bis 25. Oktober 2015
Der Verlag, gegründet 1964, veröffentlicht Bücher aus Überzeugung und Vergnügen, mit Sorgfalt und Ernsthaftigkeit. Die Geschichte des Verlags ist wechselhaft: Zunächst als Ost-West-Verlag von Klaus Wagenbach in Berlin gegründet, erhält er bald Lizenzverbot seitens der DDR und wird dann der Verlag der Studentenbewegung, insbesondere der Außerparlamentarischen Opposition. Trotzdem bleibt er immer literarisch, mit einer starken Vorliebe für Italien und ist seit den 80er Jahren der Verlag für italienische Literatur und Kunst. Gleichzeitig baut der Verlag ein breites kultur- und kunstgeschichtliches Programm auf. Seit seiner Gründung der Schwarzen Kunst verschrieben, beginnen die Leser den Verlag unter anderem mit der Reihe SALTO als den „Verlag der schönen Bücher“ zu betrachten. 2002 übernimmt Susanne Schüssler die Leitung des Verlags. Der in den 90er Jahren eingeleiteten Internationalisierung des Programms mit Schwerpunkt auf den romanischen Sprachen folgt eine Ausweitung des Blicks auf die beiden Amerikas und Afrika.Heute erscheinen Neuentdeckungen italienischer, spanisch-, französisch-, englisch- und deutschsprachiger Autoren, Klassiker des 20. Jahrhunderts, Kunst- und Kulturgeschichte sowie Politik. Die Ausstellung spiegelt 50 Jahre Verlags- und Zeitgeschichte. Sie zeigt mehr als 200 Exponate: Briefe (freundliche und entschiedene), Postkarten (nicht nur von Autoren und Lesern), Notizzettel (mit verzweifelten Berechnungen), Manuskripte (manchmal kaum lesbar, weil so stark redigiert), Gerichtsschreiben (mit dem ganzen Elend der 70er Jahre), Werbeprospekte (50 Jahre Gestaltung), Schallplatten und natürlich Bücher zum Anfassen, Riechen und Blättern.
Und außerdem jede Menge Karnickel (Wappentier der Taschenbücher) und Zwiebeln (vielschichtig und unverwüstlich).
Führungen: 16.9.2015, 11 Uhr, und 21.10.2015, 17 Uhr.
Ort: Ausstellungsraum, Erdgeschoss, Eintritt frei.

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Hans Steffen: Grenzerfahrungen eines deutschen Geografen in Chile

Hans Steffen: Grenzerfahrungen eines deutschen Geografen in Chile

9. Juli - 23. August 2015
Der deutsche Geograf Hans Steffen (1865-1936) wirkte im Kontext der Grenzziehung zwischen Argentinien und Chile an der Erforschung der patagonischen Andenkette wesentlich mit. Im Mittelpunkt seiner Arbeit stand die Suche nach der Wasserscheide zwischen Atlantik und Pazifik. Sein Beitrag für die Institutionalisierung der Geografie in Chile und seine Rolle im wissenschaftlichen Austausch zwischen Deutschland und Chile sind für die internationale Forschung von großer Bedeutung.
Steffen war auf vielfache Weise mit dem Thema „Grenze“ konfrontiert. Darunter sind nicht nur seine Arbeiten für die chilenische Grenzkommission und die Überwindung der eigenen Grenzen bei seinen abenteuerlichen Expeditionen zu verstehen, sondern auch die Abgrenzungen zwischen den Wissenschaften und der wissenschaftliche Austausch über die Landesgrenzen hinweg.
Eine Ausstellung des Ibero-Amerikanischen Instituts- Preußischer Kulturbesitz Berlin, unterstützt mit Mitteln des Föderalen Programms der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.
Ort: Ausstellungsraum, Erdgeschoss, Eintritt frei.

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Zeitreise zu den Azteken und Maya – zum 50. Jubiläum der Mesoamerikanistik in Hamburg

Zeitreise zu den Azteken und Maya – zum 50. Jubiläum der Mesoamerikanistik in Hamburg

15. Mai bis 28. Juni 2015
Die Ausstellung widmet sich der Forschung der Mesoamerikanistik, die in diesem Jahr ihr 50 jähriges Bestehen an der Universität Hamburg feiert.
Gezeigt werden Exponate aus der Linga Bibliothek für Lateinamerika-Forschung, der Departmentbibliothek Kulturgeschichte und Kulturkunde sowie der Staats-und Universitätsbibliothek Carl von Ossietzky.
Auf einer Zeitreise begibt sich der Besucher von der vorspanischen Epoche mit farbenfrohen und bildreichen Codices aus Zentralmexiko und dem Mayaraum in die spanische Kolonialzeit. Aus dieser Zeit stammen bekannte Werke der Missionsliteratur, so z.B. von Bartolomé de las Casas und Bernadino de Sahagún. Weitere Zeugnisse der Entdeckung und Eroberung sind die Briefe des Hernán Cortés an Karl V., der diese ins Lateinische übersetzen ließ, um die Fugger zu beeindrucken, damit sie ihm weitere Darlehen gewähren sollten.
Die Illustrationen Theodor de Bry´s sowie Reiseberichte u.a. von Thomas Gage zeigen das europäische Bild der Neuen Welt im 16. und 17. Jahrhundert. Über die Reisenden und Forscher des 19. und 20. Jahrhunderts wie Alexander von Humboldt, Teobert Maler und Eduard Seler spannt die Ausstellung einen Bogen zur  Fachgeschichte der Mesoamerikanistik an der Universität Hamburg.
Um die europaweit einmaligen Ressourcen, wie die Sammlungen in Bibliotheken, Archiven und Museen, sowie die über Jahrzehnte aufgebaute Kompetenz in den Bereichen Archäologie, Ethnologie, Geschichte und den indigenen Sprachen auch nach der Schließung des Faches an der Universität Hamburg zu nutzen, wurde 2010 die Mesoamerika-Gesellschaft Hamburg e.V. gegründet, die sich für die Fortführung der Forschungstradition einsetzt und das Wissen über indigene Kulturen Mesoamerikas einer breiten Öffentlichkeit näher bringen möchte.
Ort: Ausstellungsraum, Erdgeschoss, Eintritt frei.

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Das ökonomische Potential der Portugiesischen Sprache

Das ökonomische Potential der Portugiesischen Sprache

15. April bis 31. Mai 2015
Die 250 Millionen Portugiesisch-Sprecher stellen ca. 3,7 % der Weltbevölkerung dar und besitzen ca. 4% des gesamten Weltreichtums. Die 8 Länder, in denen Portugiesisch gesprochen wird, erstrecken sich über eine Fläche von 10,8 Millionen km², also etwa 7,25% der kontinentalen Erdoberfläche, und sie besitzen alle weit reichende Meeresterritorien. Portugiesisch ist die vierthäufigste gesprochene Sprache der Welt und verzeichnet eine der höchsten Wachstumsraten im Internet, in den sozialen Netzwerken und im Fremdsprachenlernen.
Die Ausstellung (auf Portugiesisch und Englisch) ist ein Projekt des Camões Instituto da Cooperação e da Língua (Portugal), basierend auf einer Initiative des portugiesischen Abgeordneten Diogo Feio der CDS-PP im Europäischen Parlament im Jahr 2014. Sie wird gezeigt vom Centro de Língua Portuguesa – Camões am Institut für Romanistik der Universität Hamburg in Kooperation mit der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky (Sondersammelgebiet Spanien, Portugal).
Ort: Gang zum Lichthof

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Wie das Kinderbuch den Sozialismus erzählt

Wie das Kinderbuch den Sozialismus erzählt

19. Januar - 15. März 2015
Die aktuelle Kinder- und Jugendliteratur aus Mittel- und Osteuropa ist in Deutschland wenig bekannt, dabei bietet sie nicht nur gute Geschichten, sondern auch wunderbare Graphiken und Illustrationen. In der Ausstellung „Wie das Kinderbuch den Sozialismus erzählt“ wird das Augenmerk auf die künstlerische Seite der Buchproduktion und auf die Gestaltungsformen in den slawischen Kulturen gerichtet. Die Besucherinnen und Besucher erhalten einen Einblick in die Welt der slawischen Kinderund Jugendbücher der Gegenwart, die sich mit dem Thema „Kindheit im Sozialismus“ beschäftigen.
Die Ausstellung ist Teil des Projektes „Sozialistische Kinderwelten. Literarische Streifzüge durch Polen, Russland und Slowenien“, das im Rahmen des Programms „Viva Vostok! Kinder- und Jugendliteratur aus Mittel- und Osteuropa“ der Robert-Bosch-Stiftung am Institut für Slavistik der Universität Hamburg im WS 2014/2015 durchgeführt wird. Die Ausstellung wurde von den an diesem Projekt beteiligten Studenten konzipiert und organisiert.
Ort: Gang zum Lichthof

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Künstlerbücher und Boten. Werke von Edith Matzen Hirsch (Argentinien)

Künstlerbücher und Boten. Werke von Edith Matzen Hirsch (Argentinien)

15. Januar - 29. März 2015
„Dass ich 1938 in Bollingstedt in Schleswig-Holstein geboren wurde und 1950 nach Argentinien emigriert bin, hat für mich eine große Bedeutung. Seit Antritt dieser Reise trage ich in meinem Gepäck den unerschöpflichen Schatz der schönen deutschen Sprache, ihrer Literatur, Poesie und Musik mit mir; aber ebenso die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts.
Mit meinem Werk betrete ich die Welt der Symbole. Dadurch wird es mir möglich, in metaphorischer Weise meine Ideen und Erfahrungen zu materialisieren.
Ich zeige in der Ausstellung einige Beispiele aus meinem Werk, die mir die Gelegenheit geben, nicht nur mit dem Wort zu arbeiten, sondern darüber hinaus meine Ideen auf verschiedenen Trägern und unterschiedlichen Materialien zu entfalten. Dafür habe ich Arbeiten ausgewählt, die seit dem Jahr 1996 entstanden sind. Sie beginnen an einem Punkt und entwickeln sich wie eine Spirale bis in die Gegenwart.
Eine meiner Inspirationsquellen sind diejenigen Menschen, die Solidarität in die Tat umsetzen.Der Zufall hat mir ermöglicht, in zwei verschiedenen Kulturen zu leben. Dadurch wird mein persönliches Universum erweitert und es gibt weder geografische Grenzen noch Schranken in meiner Phantasie.“ (Edith Matzen Hirsch)
Ort: Ausstellungsraum, Erdgeschoss, Eintritt frei.

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Ausstellungen 2014

Osmanen in Hamburg - eine Beziehungsgeschichte zur Zeit des Ersten Weltkrieges

Osmanen in Hamburg - eine Beziehungsgeschichte zur Zeit des Ersten Weltkrieges

6. November 2014 bis 4. Januar 2015
Nach ersten Kontakten seit dem 16. Jahrhundert intensivierte sich der Austausch Hamburgs mit dem Osmanischen Reich im 19. Jahrhundert, in dem erstmals offizielle Beziehungen aufgenommen wurden. 1839 schlossen die Hansestädte einen „Freundschafts-, Handels- und Schiffahrts-Vertrag“ mit dem Osmanischen Reich. 1844 eröffneten die Osmanen ihr erstes Generalkonsulat in Hamburg Ein Jahr später wurde die diplomatische Vertretung der Hansestädte in Istanbul eröffnet, mit Andreas David Mordtmann (1811-1879) als erstem Generalkonsul. Die Handels- und Wirtschaftsbeziehungen nahmen im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts rapide zu, Dampfschifffahrtsgesellschaften, wie die Deutsche-Levante-Linie oder HAPAG, erleichterten nicht nur den Warentransport, sondern ermöglichten auch Personentransporte.
Insgesamt gewannen die Beziehungen des Deutschen Reiches mit dem Osmanischen Reich am Vorabend des I. Weltkrieges eine neue Qualität und wandelten sich schließlich zur tragisch-berühmten „Waffenbrüderschaft“.
Die Ausstellung widmet sich dieser Beziehungsgeschichte aus Hamburger Sicht und nimmt vor allem die Zeit zwischen 1914 und 1918 in den Blick. Archivmaterialien (aus dem Staatsarchiv Hamburg, der Staats- und Universitätsbibliothek, aus dem Museum der Arbeit und dem Museum für Kunst und Gewerbe), die hier erstmals gezeigt werden, veranschaulichen nicht nur die wirtschaftlichen, diplomatischen und kulturellen Kontakte, sie vermitteln vor allem einen Eindruck von der Präsenz und vom Leben der ethnisch wie religiös heterogenen Gruppe der Osmanen in Hamburg.
Zur Ausstellung veranstaltet das TürkeiEuropaZentrum (TEZ) in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg die Vortragsreihe „Hamburg und das Osmanische Reich im I. Weltkrieg“. Konzept: Prof. Dr.Yavuz Köse, gemeinsam mit den Studentinnen Tabea Becker-Bertau, Sina Gögen, Evgi Güler, Ina Grannemann, Liisa Lappalainen und Christiane Stahl.
Ort: Ausstellungsraum, Erdgeschoss, Eintritt frei.


Talmud – Tora –Siddur. Hebräische Handschriften der Hamburger Staats- und Universitätsbibliothek

Talmud – Tora –Siddur. Hebräische Handschriften der Hamburger Staats- und Universitätsbibliothek

18. September bis 26. Oktober 2014
Erstmals wird in einer Ausstellung die umfangreiche und bedeutende Sammlung hebräischer Handschriften in Hamburg der Öffentlichkeit vorgestellt. Mit ungefähr 550 Manuskripten gehört sie zu den großen Sammlungen weltweit. Dieser Reichtum verdankt sich der Sammelleidenschaft großer Gelehrter wie Conrad von Uffenbach, Christian Theophil Unger, Joachim Morgenweg und vor allem des Hamburger Professors und Pastors Johann Christoph Wolf. Besonders die Manuskriptkultur des deutschen Judentums ist mit wunderbaren Handschriften vertreten: seien es mittelalterliche Bibeln, Gebetbücher im Riesenformat, illuminierte Haggadot und Estherrollen, seien es mystische und
magische, philosophische und wissenschaftliche Texte oder Zeugnisse der Alltagskultur und religiöser Riten in Hebräisch, Aramäisch, Jiddisch und Deutsch. Gezeigt wird eine Auswahl von 70 Handschriften, die die Fülle und die Eigenheiten der Sammlung anschaulich machen.
Während der Ausstellung findet die öffentliche Konferenz Research on Hebrew Manuscripts – Status quaestionis (21. - 23. Oktober 2014) am Sonderforschungsbereich „Manuskriptkulturen in Asien, Afrika und Europa“ statt.
Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog, der aus einer Zusammenarbeit des SFB Manuskriptkulturen mit der SUB Hamburg entstanden ist. Wir danken der Deutschen Forschungsgemeinschaft für die finanzielle Unterstützung bei der Herstellung und Drucklegung des Kataloges.
Ort: Ausstellungsraum, Erdgeschoss, Eintritt frei.

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Burka Projekt: Fotos von Rosa Liksom

Burka Projekt: Fotos von Rosa Liksom

10. September bis 16. November 2014
Burka Projekt: Fotos von Rosa Liksom
Die facettenreiche Künstlerin Rosa Liksom, die in Deutschland eher für ihre literarischen Werke bekannt ist, präsentiert Fotos aus ihrem “Burka Projekt”. Liksoms Fotoserie stellt eine fast unwahrscheinliche Kombination in die Wahrnehmungswelt: meditativ voranschreitende Frauen in Burkas vor nordischer Landschaft oder Burkaträgerinnen vor “Ikonen” europäischer Städte. Die Natur des Nordens sieht mit einer Burka anders aus und die Bilder eröffnen überraschende Perspektiven auf die Welt, die wir zu kennen glauben.
Die Fotos lösen unweigerlich Gefühle, Gedanken und Fragen aus: “Die Perspektive wirkt frappierend und verändert uns, die Betrachter von Rosa Liksoms Bilder”, so formuliert es Professorin Anita Seppä
von der Akademie der Bildenden Künste Helsinki.
Ort: Gang zum LICHTHOF, 1. Etage

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Manier, Mythos und Moral – Niederländische Druckgraphik um 1600 aus der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg

Manier, Mythos und Moral – Niederländische Druckgraphik um 1600 aus der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg

4. Juli bis 24. August 2014
Die manieristische Druckgraphik in der Kupferstichsammlung der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg ist ein verborgener Schatz. Die ca. 2.000 Blätter stammen aus Hamburger Privatsammlungen des 18. Jahrhunderts, die vornehmlich niederländische Kunstwerke enthielten:
Graphiken namhafter niederländischer Künstler, z.B. von Hendrick Goltzius, Cornelis van Haarlem und Abraham Bloemaert.
In enger Zusammenarbeit zwischen dem Kunstgeschichtlichen Seminar der Universität Hamburg und dem Referat Seltene und Alte Drucke der Staatsbibliothek widmet sich das Lehr- und Ausstellungsprojekt den besonders qualitätvollen allegorischen Darstellungen des „Goldenen Zeitalters“ niederländischer Kupferstiche. Die ausgewählten Zyklen zeigen etwa Musen- und Vanitasdarstellungen, Tugenden und Laster sowie Lebensalter-, Monats- und Jahreszeitenallegorien.
Die Ausstellung begleitet ein Katalog, der erstmals den Sammlungsbestand systematisch aufarbeitet, verfasst von Studierenden des Kunstgeschichtlichen Seminars der Universität Hamburg unter der Leitung von Prof. Dr. Iris Wenderholm. Die Präsentation der umfangreichen graphischen Sammlung der Staatsbibliothek soll Lehrenden, Studierenden, Interessierten sowie dem allgemeinen Fachpublikum dazu dienen, den hier aufbewahrten Reichtum zu vergegenwärtigen und (neu) zu entdecken.
Wir danken der Karl H. Ditze-Stiftung, der Geschwister Dr. Meyer-Stiftung und der Warburg-Melchior-Olearius-Stiftung für die finanzielle Unterstützung des Ausstellungskatalogs.

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In der Stadt verankert – 175 Jahre Verein für Hamburgische Geschichte

In der Stadt verankert – 175 Jahre Verein für Hamburgische Geschichte

8. Mai bis 22 Juni 2014
Das muss gefeiert werden!
Hamburgs Geschichte in nahezu all ihren Facetten wird seit 175 Jahren vom Verein für Hamburgische Geschichte (VHG) erforscht, beschrieben, vorgetragen und mit Stadtspaziergängen erkundet – von Hammaburg bis Elbphilharmonie, von Alster bis Elbe, von Dänen bis Franzosen, von Pfeffersäcken bis Frauenrechtlerinnen, von Berühmtheiten bis zu den „einfachen Leuten“. Heute sind mehrere Arbeitsgruppen aktiv: der Arbeitskreis „Erinnerung“, das Interview-Projekt „Hamburger Stadtgespräche“, eine  „Stolperstein“-Recherchegruppe und der „Junge Verein“.
Vor 175 Jahren, am 9. April 1839, gründeten Hamburger Bürger, gefördert von der Patriotischen Gesellschaft von 1765, den Verein für Hamburgische Geschichte. Seither widmet sich der VHG seiner Aufgabe, der Erforschung und Vermittlung hamburgischer Geschichte, und ist eine Institution für alle,
die sich für die reiche Geschichte der Hansestadt interessieren. Publikationen, historische Ausflüge, die Vereinsbibliothek sowie Vorträge, die seit einigen Jahren in Kooperation mit der Staats- und Universitätsbibliothek stattfinden, sind die Aktivposten des quirligen Vereins, der einer der ältesten und mit über 1.000 Mitgliedern einer der größten Geschichtsvereine in Deutschland ist. Er steht allen Interessierten offen, seine Veranstaltungen setzen auf den regen Austausch von namhaften Wissenschaftlern mit einem kundigen Publikum und seine Publikationen sind Bausteine des städtischen Geschichtsbewusstseins.

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„Todeszone“ – Fotos aus Prypjat, Ukraine

„Todeszone“ – Fotos aus Prypjat, Ukraine

Am 26. April 1986 ereignete sich im Kernkraftwerk Tschernobyl der bis dato erste atomare Super-GAU. In etwa vier Kilometern Luftlinie des Reaktors, im Ort Prypjat, der 1970 eigens für die Mitarbeiter des Reaktors und ihre Familien gegründet wurde, ahnte zu diesem Zeitpunkt noch kaum jemand etwas von der Schwere des Unglücks. Erst knapp zwei Tage nach der Katastrophe wurde die Stadt geräumt, was für viele der knapp 50 000 Bewohner schwerste gesundheitliche Folgen hatte. Seit der überstürzten Evakuierung, bei der die Menschen nur das Notwendigste ihrer Habe mitnehmen durften und zunächst von einer vorübergehenden Abwesenheit ausgingen, ist Prypjat eine Geisterstadt in der so genannten „Todeszone“, die in einem Radius von zehn Kilometern rund um den Reaktor eingerichtet wurde.
Janina Fuge hat sich vor vier Jahren aufgemacht, diesen „vergessenen“ Ort zu besuchen: Riesenrad und Autoscooter eines Freizeitparks, der am 1. Mai 1986 eingeweiht werden sollte, rosten einsam vor sich hin; in kalter Leere gähnt das Becken des einst imposanten Schwimmbades, die von heimlich kommenden Vandalen zerzausten Bücher in Klassenräumen künden von einer Schulzeit, die für die dort lernenden Kinder sicherlich nie wieder unbeschwert sein sollte – und die Natur erobert sich langsam all jene Plätze zurück, die einst von der Größe des Sozialismus künden sollten. Es sind Bilder aus der „Todeszone“, die Geschichten erzählen davon, wie erschütterbar das Leben ist.

Weitere Informationen zu der Ausstellung finden Sie im Blog-Artikel.


Zum 300. Jubiläum von Carl Philipp Emanuel Bach„Für Kenner und Liebhaber“ - Carl Philipp Emanuel Bach in Hamburg

Zum 300. Jubiläum von Carl Philipp Emanuel Bach„Für Kenner und Liebhaber“ - Carl Philipp Emanuel Bach in Hamburg

11. März bis 27. April 2014
Von 1768 bis zu seinem Tod am 14. Dezember 1788 war Carl Philipp Emanuel Bach städtischer Kantor und Musikdirektor der Haupt- und Nebenkirchen in Hamburg, setzte aber auch darüber hinaus dem Hamburger Musikleben als Komponist, Konzertveranstalter und Interpret eigener Werke seinen Stempel auf.
Die Bach-Ausstellung zeichnet ein detailliertes Bild des Hamburger Musiklebens in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Gezeigt werden neben Dokumenten zu Bachs kirchenmusikalischer Tätigkeit speziell für Hamburger Anlässe komponierte Fest- und Gedenkmusiken sowie weitere in Hamburg entstandene Kompositionen. Ein besonderes Augenmerk wirft die Ausstellung auf den in Carl Philipp Emanuel Bachs Besitz und damit rund 30 Jahre in der Stadt gewesenen Anteil an Kompositionsmanuskripten des Vaters, aufgrund derer Hamburg zu einem Ausgangspunkt für die beginnende Rezeption der Werke Johann Sebastian Bachs im späten 18. Jahrhundert wurde. Gefragt wird außerdem nach Dichtern und Gelehrten, die Bach in Hamburg umgaben und sein schöpferisches Tun beeinflussten. Schließlich widmet sich die Ausstellung Bachs Schülern und Anhängern sowie seinem Ruhm und Nachruhm in Hamburg.
Eine Ausstellung im Rahmen der Veranstaltungen zum 300. Geburtstag von C.P.E. Bach:
www.cpebach.de
Ort: Ausstellungsraum, Erdgeschoss, Eintritt frei.

Weiter Informationen zur Ausstellung finden Sie hier.


Kühne Helden – Stadtbäume in Hamburg

Kühne Helden – Stadtbäume in Hamburg

11. Februar bis 13. April
„Eine Stadt ist so reich, wie ihre Bäume zahlreich sind“ besagt eine mittelalterliche Volksweisheit. Dieser Einsicht zufolge ist Hamburg eine sehr reiche Stadt: Rund 250 000 Bäume säumen allein ihre Straßen und
prägen seit Jahrhunderten das Bild der Hansestadt.
Die vielfältigen Baumarten bieten nicht nur einen beruhigenden Gegensatz zur schnelllebigen Stadt, sondern auch einen besonderen optischen Reiz. Dieser zeigt sich vor allem im Winter. Es ergeben sich immer neue grafische Anordnungen und Spannungen zwischen der statisch-starren Stadtarchitektur und den filigranen organischen Silhouetten der Bäume. Der individuelle Wuchs der Bäume lässt erahnen, wie sie sich der ständig wandelnden Umgebung angepasst und allen geschichtlichen Ereignissen standgehalten haben.
Viele Hamburger Stadtbäume sind weit über hundert Jahre alt. Mit Erfolg behaupten sie sich gegen Autoverkehr, Umweltgifte und die ehrgeizigen Projekte der Stadtplaner. Wird ein Baum, wie vergangenes Jahr die
1822 gepflanzte Rosskastanie an der Lombardsbrücke, gefällt, entsteht eine ernüchternde Leere. Das Stadtbild und auch die Architektur können den Verlust nur schwer verkraften.
Die Fotografin Ulrike Cameron Henn fotografierte die Bäume im Winter 2011/2012 in Schwarz-Weiß, um nicht von der majestätischen Präsenz und der spürbaren Verletzbarkeit der Bäume abzulenken.
Die Kabinett-Ausstellung befindet sich im Gang zum Lichthof der Staats- und Universitätsbibliothek (1. Etage)
Fotobuch zur Ausstellung: Ulrike Cameron Henn: Kühne Helden: Stadtbäume in Hamburg, 2013
Zu bestellen unter: www.kuehne-helden.com
Website der Fotografin: www.ulrikecameronhenn.com

Weiter Informationen finden Sie hier.


Ausstellungen 2013

Die Verwandlung – 25 Jahre russische Künstlerbücher (1989-2013)

Die Verwandlung – 25 Jahre russische Künstlerbücher (1989-2013)

13. Dezember 2013 – 2. März 2014
Während der Avantgarde-Bewegungen wie Futurismus, Dadaismus und Surrealismus Anfang des 20. Jahrhunderts zählte die russische Avantgarde zu der wichtigsten und war führend in der Entwicklung nicht nur des abstrakten Bildes, sondern auch eines neuen Buchdesigns. Nach der Oktoberrevolution 1917 für den Aufbau des neuen Landes ideologisch vereinnahmt, erwachte das Genre Künstlerbuch in Russland um 1985, während der Perestrojka, wieder zum Leben und gewann an Popularität - nicht nur durch das Verschwinden der Zensur, sondern auch als eine Kunstform, die die Euphorie jener Tage verbreiten konnte; Inspirationsquelle waren die futuristischen Bücher der russischen Avantgarde.
Die erste Ausstellung des modernen russischen Künstlerbuches fand 1990 in Leningrad statt, die Ausstellung ‚Die Verwandlung‘ ist eine kleine Hommage daran. Sie stellt die Interaktion zwischen den Genres in der Buchkunst in den Mittelpunkt und untersucht, wie russische Künstler in den vergangenen 25 Jahren das Buch sahen. In 50 Werken von 25 zeitgenössischen russischen Künstlern werden nicht nur die Differenzen und Ähnlichkeiten der kreativen Prozesse der Künstler sichtbar, sondern auch ihre individuellen Entwicklungen. Mal sind die ausgestellten Künstlerbücher sorgfältig hergestellte und ästhetisch ansprechende Produkte, dann wieder konzeptionelle Äußerungen, die weniger ästhetisch und schwieriger zu fassen sind.
Die Ausstellung präsentiert Werke der LS Collection Van Abbemuseum Eindhoven, die in den 1990er Jahren von den Kunsthistorikern Albert Lemmens und Serge Stommels zusammengestellt wurde. Die gezeigte Auswahl zeigt eine Vorliebe für die handwerkliche Qualität in der Ausführung des Buchs, dazu kommen Projekte mit experimentellem Charakter, die die klassische Funktion des Buches in Frage stellen. Die Künstler unterscheiden nicht zwischen dem Unikat, dem Multiple oder dem Künstlerbuch, aber sie stellen sicher, dass das Buch im Mittelpunkt ihres künstlerischen Wirkens und Denkens steht.
Ort: Ausstellungsraum, Erdgeschoss, Eintritt frei.
Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie im Blog-Artikel.


Cenas do Cacau, Figuras de Amado: Jorge Amados Werk in einer fotografischen Übersetzung von Isabel Florêncio Pape

Cenas do Cacau, Figuras de Amado: Jorge Amados Werk in einer fotografischen Übersetzung von Isabel Florêncio Pape

7. Oktober-14. November 2013
orge Amado (1912-2001) ist einer der repräsentativsten Schriftsteller Lateinamerikas und einer der meist übersetzten Schriftsteller Brasiliens weltweit. Seine Arbeit war inspiriert und geprägt vom Alltag der brasilianischen Gesellschaft in Bahia.
Die Künstlerin Isabel Florêncio Pape besuchte im Jahr 2010 die „Costa do Cacau“ von Bahia, um dem symbolischen und diskursiven Universum von Jorge Amado nachzuspüren und es in fotografische Sprache zu übersetzen. Die in die ausgestellten Bilder eingearbeiteten Textphrasen wurden aus vier Werken von Jorge Amado ausgewählt: Cacau (1933), Terras do sem fim (1943), São Jorge dos Ilhéus (1944) und Tocaia Grande (1984), einem literarischen Zyklus der Kakao Saga in Brasilien.
Aus der semiotisch-ästhetischen Beziehung, in denen Worte und Bilder sich berühren und einander gegenseitig beeinflussen, erstellt die Künstlerin einen Raum der Reibung und Widerstand von Ideen, Perspektiven und unterschiedlichen Interessen. Die Bildverfremdung suggeriert eine Überlagerung von Schichten aus unterschiedlichen Zeiten und verleiht den Bildern einen Aspekt des Palimpsest, so als hätte die Vergangenheit die Gegenwart überlebt.
Dr. Isabel Florêncio Pape, geboren 1965 in Brasilien, lebt und arbeitet seit 2010 in Hamburg. Kontakt: info@isabelflorencio.com
Ort: Gang zum Lichthof im Altbau

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Von Homer bis Aristoteles: Griechische Handschriften in norddeutschen Sammlungen

Von Homer bis Aristoteles: Griechische Handschriften in norddeutschen Sammlungen

25. September-1. Dezember 2013
Eine Ausstellung anlässlich des VIII. Kolloquiums für Griechische Paläographie
Anlässlich des internationalen Kolloquiums „Griechische Handschriften: gestern, heute und morgen“(http://www.cipg.eu/2013) bietet die Staats- und Universitätsbibliothek einen Blick in ihre Sammlung griechischer Handschriften und auf Exponate aus norddeutschen Bibliotheken. In der Ausstellung werden mehr als 50 Handschriften, Papyri und annotierte Frühdrucke präsentiert. So kommen einige der wichtigsten Beispiele der griechisch-byzantinischen Manuskriptkultur aus norddeutschen Bibliotheksbeständen an einem Ort zusammen. Diese Schriftträger spiegeln die wissenschaftlichen und privaten Interessen ihrer Besitzer wider, deren Wirken entscheidend dazu beitrug, dass die ehemalige Stadtbibliothek zu einem Ort des Forschens wurde. Zu den Exponaten gehören ein Homer-Papyrus aus der Zeit um 200 v. Chr., Manuskripte des 9.-17. Jahrhunderts, darunter illuminierte Evangelien und Miniaturhandschriften, sowie prachtvolle Drucke des 15. und 16. Jahrhunderts.
Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog, der in Kooperation mit dem Institut für Griechische und Lateinische Philologie erarbeitet wurde.
Ort: Ausstellungsraum, Erdgeschoss, Eintritt frei.

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Das ganze Drumherum. Norddeutsche Einbandkunst durch die Jahrhunderte

Das ganze Drumherum. Norddeutsche Einbandkunst durch die Jahrhunderte

8. August 2013-17. September 2013
Zu den Schätzen der Staats- und Universitätsbibliothek gehört zweifelsohne die kleine, aber feine Einbandsammlung mit über 800 Exemplaren. Sie belegt die Geschichte der Einbandgestaltung des 16. bis 21. Jahrhunderts. Knapp die Hälfte der Einbände stammt aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Dazu gehören beinahe 100 Exemplare von Hamburger Einbandkünstlern wie Gustav Jebsen, Georg Hulbe, Johannes Gerbers, Franz Weisse, Ignatz Wiemeler, Kurt Londenberg und Christian Zwang. Anlässlich einer Tagung des Arbeitskreises für die Erfassung und Erschließung Historischer Bucheinbände vom 12. bis 14. September 2013 zeigt die Bibliothek beeindruckende Zeugnisse norddeutscher Einbandkunst vom Mittelalter bis heute aus ihren Sondersammlungen.
Ort: Ausstellungsraum, Erdgeschoss, Eintritt frei.

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Im Spiegel seiner Bibliothek: der Polarforscher Georg von Neumayer (1826-1909) Eine Ausstellung der Pfälzischen Landesbibliothek

Im Spiegel seiner Bibliothek: der Polarforscher Georg von Neumayer (1826-1909)
Eine Ausstellung der Pfälzischen Landesbibliothek

21. Juni-28. Juli 2013
Der Wissenschaftler und Polarforscher Georg von Neumayer wurde am 13. Januar 1876 zum ersten Direktor der Deutschen Seewarte in Hamburg ernannt. 27 Jahre leitete er die Deutsche Seewarte und führte diese zu einem international anerkannten Institut der maritimen Meteorologie. Die Deutsche Seewarte war 1883 auch Gründungsort der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft mit Neumayer als erstem Vorsitzenden.
Neumayer nutzte seine leitenden Funktionen, u.a. auch als Präsident der Deutschen Polarkommission seit 1881, eines seiner lebenslang mit großer Leidenschaft verfolgten Ziele voranzutreiben: die Erforschung der Antarktis. Sein Wirken trug entscheidend dazu bei, dass 1895 die deutsche Südpolarexpedition beschlossen wurde, die dann 1901 bis 1903 unter der Leitung von Erich von Drygalski mit dem Forschungsschiff „Gauß“ unternommen wurde. In dem Jahr der Rückkehr der „Gauß“ trat Neumayer in den Ruhestand und ging in seine Heimat, die Pfalz zurück. Hier arbeitete und publizierte er für den bis heute bestehenden naturforschenden Verein POLLICHIA weiterhin zu naturwissenschaftlichen Themen und angewandter Wissenschaft auf Reisen.
Anlässlich des 100. Todestages Neumayers zeigte die Pfälzische Landesbibliothek Speyer 2009 in einer Ausstellung einen Querschnitt durch seine private Büchersammlung, die 1958 von der Bibliothek übernommen werden konnte. Die 7.700 Bände spiegeln die wissenschaftlichen und privaten Interessen ihres Besitzers wider. Neben naturwissenschaftlichen Werken finden sich kosmographische und geographische Werke des 16. Jahrhunderts, Berichte von Entdecker- und Forschungsreisen des 17. und 18. Jahrhunderts sowie schließlich zu den Polarexpeditionen und Entdeckungen des 19. Jahrhunderts. Seine Biographie kommt dagegen in gesammelten Drucken zu seiner Heimat und zu seiner Wirkungsstätte Hamburg zum Ausdruck, aber auch in selbst publizierten Schriften, z.B. zu seiner Goldgräberzeit in Australien.
Die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg präsentiert nun auch dem hanseatischen Publikum diese interessante Persönlichkeit der HamburgerGelehrtenwelt der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Spiegel seiner Bibliothek.
Ort: Ausstellungsraum, Erdgeschoss, Eintritt frei.

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Typoeten. Typographische Dichterporträts von Ralf Mauer

Typoeten. Typographische Dichterporträts von Ralf Mauer

13. Juni-26. Juli 2013
Der Ausdruck »homme de lettres« bekommt durch die Schriftstellerporträts des Hamburger Graphik-Designers Ralf Mauer einen neuen Klang: Jedem Dichter hat er eine Schriftart gewidmet und ausschließlich aus den Schriftzeichen ein verblüffend ähnliches Porträt gestaltet.
Dadurch ist eine eindrucksvolle Galerie berühmter Autorinnen und Autoren der Weltliteratur geschaffen worden – von Hans Christian Andersen bis Virginia Woolf. Diese Typo-Graphiken sind im Verlag Officina Ludi unter dem Titel »Typoeten« in einer Holzkassette erschienen, jeweils in Verbindung mit einer Vignette und einem Zitat des Dichters zum Satz, zum Druck oder zur Gestaltung seiner Bücher. Das in der englischen Sprache für den Begriff »Schriftarten« verwendete Wort »Typefaces« erhält auf diese Weise eine völlig neue, eigenständige Bedeutung.
Die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg zeigt jetzt in einer Ausstellung eine Auswahl dieser Porträts in großformatigen Drucken, bei denen der kunstvolle Einsatz von Lettern, Satzzeichen und Zahlen als Gestaltungselement in besonderer Weise sichtbar wird.
Ort: Durchgang zum Lichthof im Altbau

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„Wo man Bücher verbrennt…“ Verbrannte Bücher, verbannte und ermordete Autoren Hamburgs

„Wo man Bücher verbrennt…“ Verbrannte Bücher, verbannte und ermordete Autoren Hamburgs

15. Mai bis 28. Juni 2013
Am 10. Mai jährt sich zum achtzigsten Mal die Bücherverbrennung der Nationalsozialisten. Die von der „Deutschen Studentenschaft“ reichsweit organisierte Aktion „Wider den undeutschen Geist“ gipfelte in der öffentlich inszenierten Verbrennung von Büchern missliebiger Autoren. Die
Scheiterhaufen waren Fanale, die die vollkommene Beseitigung jeder demokratischen und freiheitlichen Kultur in Deutschland zum Ziel hatten.
Die von dem Historiker und Publizisten Wilfried Weinke konzipierte Ausstellung zeigt die Vorgänge in Hamburg in Wort und Bild. Die symbolischen Feuer vom Mai 1933 sind zugleich Anlass, um an die Verfolgung und Ausgrenzung von 18 fast vergessenen Hamburger Autorinnen und Autoren zu erinnern. Zu ihnen zählten Literaturwissenschaftler ebenso wie Kinderbuchautoren, Rabbiner und
Verleger, Journalisten, Illustratoren und Fotografen.
Die eindrucksvolle Schau wird im Lichthof der Staatsbibliothek präsentiert, der bis 1964 das Zentrum des „Wilhelm-Gymnasiums“ bildete. Drei der in der Ausstellung gewürdigten Autoren waren Schüler dieses Gymnasiums.
Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des „Zentralrats der Juden in Deutschland“.
Ort: Lichthof im Altbau der Bibliothek, Eingang Edmund-Siemers-Allee / Ecke Grindelallee,
Sonderöffnungszeiten: Mo-Fr 10-18 Uhr

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"Landschaften". Papierarbeiten und Bookart. Tita do Rêgo Silva, Hamburg, und Erich Paproth, Berlin

"Landschaften". Papierarbeiten und Bookart. Tita do Rêgo Silva, Hamburg, und Erich Paproth, Berlin

9. Mai - 9. Juni 2013
Tita do Rego Silva und Erich Paproth verkörpern entgegengesetzte Positionen in der internationalen Buchkunst.
Tita do Rêgo Silva steht für ein den narrativen und Bildtraditionen verpflichtetes Werk, das sich in den fiktiven Welten der Märchen verliert und diese in ihren eindrucksvollen Holzschnitten neu entstehen lässt. Großformatige Drucke, Editionen – Buchkunst auch in Zusammenarbeit mit brasilianischen
Schreibern bieten inhaltlich immer neugierigen und technisch qualifizerten Zugang in das Abenteuer Welt.
Erich Paproth arbeitet Malerbücher, Unikate und diese in der Tradition abstrakter materialorientierter Malerei, die ihren Ursprung in den landschaftlichen und materiellen Wirklichkeiten des Niederrheins,
der Düsseldorfer Akademie und dieser besonderen Kultur hat, die Vorbilder wie Beuys und das Umfeld der Gruppe Zero ermöglichten. Seine Bücher bilden Landschafts- und Bilderwelten, deren Wirklichkeit nicht in Worten gefasst und immer in der Gesamtheit des Buches lebt.
Beide Künstler weisen ein etabliertes Werk auf und stehen für zwei Aspekte der internationalen Buchkunst. Die auch technische Gegenüberstellung ihrer unterschiedlichen Sehweisen ergänzt sich und schafft Möglichkeiten, sowohl Aspekte der Druckgraphik, aber auch der freien künstlerischen Arbeit ineinandergreifend zu verbinden.
Ort: Ausstellungsraum, Erdgeschoss, Eintritt frei.


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Helmut Heißenbüttel: Literatur für alle

Helmut Heißenbüttel: Literatur für alle

20. März bis 28. April 2013
Helmut Heißenbüttel (1921-1996) war als Schriftsteller, Theoretiker, Publizist und als Rundfunkredakteur einer der wichtigsten Protagonisten der bundesrepublikanischen Neoavantgarde.
1941 versehrt aus dem Krieg zurückgekehrt, arbeitete er von 1954 bis 1957 beim Hamburger Claassen Verlag; 1954 erschien sein Gedichtband „Kombinationen“, 1956 folgten die „Topographien“.
Von 1959 bis 1981 leitete Heißenbüttel den „Radio-Essays“ beim Süddeutschen Rundfunk (Stuttgart).
Recht erfolgreich wurden seine sechs „Textbücher“ (1960-67); seine Frankfurter Poetikvorlesungen von 1963 widmete er den „Grundbegriffen einer Poetik im 20. Jahrhundert“. 1969 erhielt er den Georg Büchner-Preis.
Alternativ zum Mainstream interessierte sich Heißenbüttel in den 70er Jahren zunehmend für einen literarischen Gegenkanon und entwickelte sein Konzept einer „Offenen Literatur“.
Ein größeres Publikum erreichte er als Erzähler mit „Eichendorffs Untergang und andere Märchen“ (1978) und mit „Wenn Adolf Hitler den Krieg nicht gewonnen hätte“ (1979). Sein bislang wenig gewürdigtes „Antiwerk“, das große Romanprojekt „d’Alemberts Ende“, harrt weiterhin gründlicher Lektüre.
Die Ausstellung berücksichtigt auch das bislang wenig bekannte bildkünstlerische und photographische Werk Heißenbüttels und präsentiert Ton- und Videobeiträge.
Begleitbroschüre, mit zahlreichen farbigen Abbildungen: 5 Euro
Ort: Ausstellungsraum, Erdgeschoss, Eintritt frei.

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Treffpunkt Tante Clara: „Hamburgs Sphinx“ Ein Mikrokosmos kulturellen Lebens 1925-1944

Treffpunkt Tante Clara: „Hamburgs Sphinx“
Ein Mikrokosmos kulturellen Lebens 1925-1944

18. Januar bis 3. März 2013
1925-1944 agierte die Düsseldorferin Clara Benthien (1887-1962) in "Benthiens Weinprobierstube" als Gastwirtin, Raumgestalterin, Kunsthändlerin und Moritatensängerin. Man nannte sie "Tante Clara".
Ihre Originalität und die Nähe zu Kunsthalle, Thalia Theater und Kammerspielen zog vor allem ein künstlerisch-intellektuelles Publikum an. Hier verkehrten Fritz und Max Warburg, Werner Heisenberg, Paul Tillich, Conrad Veidt, Ernst Rowohlt, Marianne Hoppe und die Zauberkünstler Bartl vom Jungfernstieg. Robert Schneller malte die Gewölbe der Kellerräume aus, Claire Waldoff und die
Verfilmung der Dreigroschenoper inspirierten sie zum Vortrag von Moritaten.
Im Gedicht eines Unbekannten wurde Tante Clara "Hamburgs Sphinx" genannt, da je weiter man in das "Dritte Reich" schlitterte, desto mehr der Weinkeller zum Geheimtipp wurde. Hier konnte man Bilder verkaufen, fand Trost und jüdischen Mitbürgern wurden im Hinterzimmer Wege ins Exil geebnet - während "Tante Clara" zum Beispiel die vieldeutige "Verdunkelung" vortrug.
Im Juli 1944 fiel der Künstlertreffpunkt den Bomben zum Opfer.
Die Ausstellung bringt 51 Jahre nach dem Tod "Tante Claras" zum ersten Mal Dokumente über diese "Institution" ans Licht.
Ort: Ausstellungsraum, Erdgeschoss, Eintritt frei.

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Ausstellungen 2012

20+6. Obdachlosigkeit hat jedes Gesicht

20+6. Obdachlosigkeit hat jedes Gesicht

5. Dezember 2012 bis 3. Februar 2013
Wie sehen obdachlose Frauen aus? Gibt es das typische „Obdachlosengesicht“? Können wir wirklich anhand eines Gesichtes unterscheiden, ob eine Frau auf der Straße lebt oder in geregelten Verhältnissen?
Um sich dieser Frage zu stellen, hat die Fotografin Ann-Kathrin Kampmeyer insgesamt 26 Frauen aus geregelten und nicht geregelten Verhältnissen portraitiert.
Die Frauen im Alter von 18-70 wurden unter immer den gleichen Bedingungen fotografiert. Bei den Portraits geben weder Make-up, Schmuck, Kleidung noch genaue Angaben zur Identität Aufschluss darüber, woher diese Frauen kommen.
Wie schnell verurteilen wir Menschen aufgrund von Äußerlichkeiten, ohne genau hingeschaut zu haben? Und wenn wir jetzt keine dieser äußerlichen Einflussfaktoren haben, was machen wir dann?
Können wir aus der Serie von 26 Portraits die 6 Frauen ausfindig machen, die obdachlos sind? Der Betrachter wird nicht mit einer Auflösung belohnt, sondern ist aufgefordert, für sich selbst zu entscheiden, wie die Frauen auf ihn wirken.
Ort: Gang zum Lichthof im Altbau, 1. Etage, Eintritt frei


„Vielleicht sehe ich auch zu tief in die Dinge hinein” Hans Wolffheim (1904-1973) – Hochschullehrer, Literaturkritiker, Autor

„Vielleicht sehe ich auch zu tief in die Dinge hinein”
Hans Wolffheim (1904-1973) – Hochschullehrer, Literaturkritiker, Autor

10. November 2012 bis 6. Januar 2013Hans Wolffheim (1904-1973) – Hochschullehrer, Literaturkritiker, AutorHans Wolffheim stammt aus jüdischer Familie in Lüneburg. Sein Vater, Kapitän bei der Hamburger Afrika-Linie, wird von den NS-Behörden ins Konzentrationslager verbracht und überlebt die Haft nur um wenige Monate. Der Sohn Hans wird Lehrer und studiert daneben an der Universität Hamburg. 1933 muss er den Schuldienst verlassen, die angestrebte akademische Laufbahn bleibt ihm versperrt. Publizieren kann er fortan nur noch unter Pseudonym, seinen Lebensunterhalt verdient er unter anderem als Transportarbeiter.1945 kann er endlich die akademische Laufbahn antreten. Die im konservativen universitären Betrieb als „modern“ empfundenen Themen seiner Vorlesungen und Seminare (z.B. über Heinrich Heine, Heinrich Mann, Bertolt Brecht) sowie seine Vorstellung von einer „angewandten Literaturwissenschaft“ machen ihn zum Lehrer der Intellektuellen, die in den 50er und 60er Jahren das kulturelle Leben in Hamburg prägen. Seine unkonventionelle Art im Umgang mit Studierenden tragen ihm manche Schmähungen aus Kollegenkreisen ein, die den Wert seiner wissenschaftlichen Leistung in den Hintergrund drängen. Auch der Umstand, dass er selbst literarisch aktiv wird - in seinem letzten Lebensjahrzehnt veröffentlicht er drei Gedichtsammlungen „Gäische Jahreszeichen“, „Zu dieser deiner Zeit“, „Aufstand der Bäume“, ein Romanmanuskript bleibt unvollendet –, wird von einigen Kollegen kritisch gesehen. Seine Bedeutung für die literaturwissenschaftliche Forschung ist jedoch unumstritten. Die Publikationen („Wielands Begriff der Humanität“; „Die Entdeckung  Shakespeares“; „Hans Henny Jahnn. Der Tragiker der Schöpfung“) und seine zahllosen kleineren Schriften weisen ihn als einen aufgeklärten Humanisten und Literaturhistoriker von Rang aus. Gegen Ende seiner Lehrtätigkeit gründet er – als Bilanz seines akademischen Lebens - die „Hamburger Arbeitsstelle für deutsche Exilliteratur“ (heute: „Walter-A.-Berendsohn-Forschungsstelle für deutsche Exilliteratur“). Er leitet diese auch nach seiner Emeritierung bis zu seinem Tod am 30. Oktober 1973.


Der Zettelkasten des Doktors – Joachim Jungius (1587-1657) und sein Nachlass

Der Zettelkasten des Doktors – Joachim Jungius (1587-1657) und sein Nachlass

6.September bis 28.Oktober 2012
Joachim Jungius prägte Mitte des 17. Jahrhunderts für mehrere Jahrzehnte das wissenschaftliche Hamburg als Rektor des Johanneums und des Akademischen Gymnasiums. Er war ein Universalgelehrter, dessen Schwerpunkt besonders im Bereich der Naturforschung und Mathematik lag. Große Aufmerksamkeit widmete Jungius Fragen der Methodik und Didaktik der Wissenschaften.
Sein wissenschaftlicher Nachlass, der im historischen Bestand der SUB bewahrt wird, ist im Hinblick auf Alter und Umfang ein herausragender Schatz der Bibliothek. Er besteht aus Jungius‘ wichtigstem Arbeitsinstrument, einer umfangreichen und über Jahrzehnte gepflegten Sammlung von fast 50.000
handschriftlichen Notizzetteln, mit denen Jungius das gesamte Wissen seiner Zeit erfassen und ordnen wollte.
Die Ausstellung ermöglicht einen Einblick in dieses kuriose System aus Exzerpten, eigenen Entwürfen und Stichwortsammlungen zu allen Zweigen der Wissenschaft und spiegelt die Denkwelt des Hamburger Gelehrten Joachim Jungius und seiner Zeit wider.


ÜberlebensKunst – Konfliktbearbeitung durch textile Bilder

ÜberlebensKunst – Konfliktbearbeitung durch textile Bilder

12. Juli - 26. August 2012
Die Ausstellung zeigt Arpilleras und Quilts aus Chile, Nordirland und Spanien, die auf expressive Weise Situationen politischer Gewalt thematisieren. Die Exponate sind Produkt einer persönlichen, künstlerischen Auseinandersetzung mit Repression und Krieg und mit der Frage, wie sich solche gewaltsamen Erfahrungen überwinden und verarbeiten lassen.
Roberta Bacic, die Kuratorin der Ausstellung, stammt aus Chile und lebt seit einigen Jahren in Nordirland. Sie hat u.a. an der Arbeit der Wahrheits- und Versöhnungskommission in Chile mitgewirkt und für die Organisation „War Resisters’ International“ in London gearbeitet. Bacic hat ihre Exponate
mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten bereits an zahlreichen Orten weltweit gezeigt – von Belfast, Dublin, London, Cambridge und Berlin bis hin zu Kingston/Jamaica und São Paulo.
Einen genauen Überblick finden Sie unter www.cain.ulst.ac.uk/quilts.


„Im Ganzen sehr erwünscht ...“ NS-Raubgut in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky

„Im Ganzen sehr erwünscht ...“ NS-Raubgut in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky

16. Mai - 1. Juli 2012
Das NS-Regime entzog in den Jahren 1933 – 1945 Bürgern und Organisationen aus unterschiedlichen Gründen die Lebensgrundlage. Sie verloren ihr Vermögen durch Beschlagnahmungen, Zwangsverkäufe oder auf andere Weise, weil ihre Rasse, ihre politische Meinung, ihre Religion oder ihre Weltanschauung durch die Nationalsozialisten verfolgt wurden. Zu diesen verlorenen Vermögen zählten auch Bücher, die den Bibliotheken von der Geheimen Staatspolizei oder der Reichstauschstelle in Berlin zugewiesen oder „überlassen“ wurden. Auch haben Bibliotheken über den Antiquariatshandel sowie staatliche Auktionen solches Raubgut günstig erworben. In den Zugangsbüchern wurde dieses NS-Raubgut als „Geschenk“, als „Alter Bestand“ oder normaler Kauf verbucht. Viele dieser Zugänge liegen noch unerkannt in den Magazinen der Bibliotheken.Die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky sieht es als ihre Verpflichtung an, diese bedenklichen Zugänge aufzufinden, zu dokumentieren, zu kennzeichnen und möglichst den Eigentümern bzw. deren Erben zurückzugeben.Die aktuellen Ergebnisse dieser Nachforschungen werden nun in einer Ausstellung präsentiert.


Das letzte Buch / The Last Book

Das letzte Buch / The Last Book

15. Mai - 1. Juli 2012
Lesen erfordert eine gewisse geistige Anstrengung. In dem Maße, in dem direkter Konsum und sofortige Befriedigung zunehmen, wird diese Anstrengung als lästig und unnötig empfunden. Dies alles könnte dazu führen, dass Bücher zu geheimen Fetischen reduziert werden“ (Luis Camnitzer).
Der Künstler Luis Camnitzer bat im Jahr 2007 zunächst Freunde und Bekannte, eine Seite für „Das Letzte Buch (The Last Book)“ zu schreiben. Dieses Statement sollte ein Vermächtnis für die kommenden Generationen werden, ein Plädoyer für das Kulturgut Buch - für den Fall, dass das Buch aus unserer Kultur verschwinden sollte. Später wurde der Aufruf von Kulturseiten und Blogs im Internet aufgegriffen und damit weltweit verbreitet. Die gesammelten Seiten für „ Das Letzte Buch“ dienen nun als Testament unserer Zeit. Seite für Seite können die Beiträge gelesen werden, wobei die spezielle Bindung des Buches das Durchblättern der Seiten zu einem Ritual macht. Das Projekt provoziert die Frage, ob die auf Büchern basierende Kultur ihrem Ende entgegengeht. Denn nicht nur wegen der neuen Medien, der technischen und gesellschaftlichen Veränderungen, sondern auch wegen der zunehmenden Verschlechterung des Bildungssystems in vielen Teilen der Welt stellt sich die Frage nach dem Verschwinden des Buches.Luis Camnitzer wurde 1937 in Lübeck geboren. 1939 emigrierten seine Eltern mit ihm nach Uruguay. Seit 1964 lebt er in New York. Als Künstler hat er an vielen internationalen Ausstellungen wie der Dokumenta 11 in Kassel und den Biennalen in Venedig (1988), Havanna (1991), Sao Paulo, Kwangju (1997) und der Whitney Biennale in New York (2000) teilgenommen. In Deutschland stellte er 2010 im Museum Wiesbaden sein Werk „ Memorial“ aus.


Seiltänzer und Blaue Stunde - 35 Jahre Svato Verlag

Seiltänzer und Blaue Stunde - 35 Jahre Svato Verlag

22. März - 6. Mai 2012
„Meine Bücher sind wie eine Frucht“, sagt Svato Zapletal, „der Kern, die Literatur, ist oft schwer verdaulich. Umso wichtiger sind eine schöne Schale und ein gutes Fruchtfleisch.”
Dieses sinnliche Verhältnis zu seinen Büchern teilt sich dem Betrachter mit. Der in Prag geborene Künstler und Verleger interpretiert mit farbenprächtigen Linol- und Holzschnitten meist zeitgenössische Autoren, seine große Liebe aber gehört den deutschen Expressionisten. Svato Zapletal fügt ihren Werken etwas hinzu, das über bloße Illustration und Interpretation weit hinausgeht.
Trotz aller Abstraktion steht bei ihm immer der Mensch im Vordergrund. Ironische Verweise und psychologische Ausdeutungen lassen seine Illustrationen vielschichtig wirken.
Der in Hamburg und Tschechien lebende Künstler studierte an der HFBK in Hamburg und betreibt seit 1976 seine eigene Edition, den Svato Verlag. Seine Bücher sind mit ihrer klaren Farbigkeit und Leichtigkeit herausragende Beispiele der zeitgenössischen Buchkunst, die Sinne und Verstand des Betrachters gleichermaßen ansprechen. Neben den bis heute erschienenen 58 Büchern gehören auch zahlreiche Grafiken, Einblattdrucke und Holzobjekte zu seinem unverkennbaren Werk, das in dieser Ausstellung gewürdigt wird.


architectura Werke zur Architektur aus den Sammlungen der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

architectura
Werke zur Architektur aus den Sammlungen der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

19. Januar - 11. März 2012
Seit ihrer Gründung 1665 wird in der Universitätsbibliothek der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ein beachtlicher Bestand an Werken zur Architektur gepflegt und aufgebaut. In seinen Anfängen ist er bemerkenswert umfangreich und in seiner Ausrichtung auf die der Mathematik verwandten Disziplinen
spezifisch geprägt. Die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky präsentiert davon eine Auswahl, ergänzt durch Buchveröffentlichungen aus der eigenen Sammlung.
Die Ausstellung führt den Besucher in einer Zeitreise durch die elementaren Themen der Architektur. Dabei werden die Anfänge der Theoriebildung, die Signifikanz des Dekors für die Zeit vor der bürgerlichen Gesellschaft ebenso behandelt wie die ästhetische Erneuerung vom Ende des 18. Jahrhunderts bis in die Moderne. Der Baupraxis verbundene Unterweisungen zur zivilen Architektur und der Befestigungskunde, der Vermessungstechnik, der Geometrie sowie der Perspektive vermitteln den in der Baukunst geführten Dialog zwischen Kunst und Wissenschaft.


Ausstellungen 2011

Faszination Handschrift: 2000 Jahre Manuskriptkulturen in Asien, Afrika und Europa

Faszination Handschrift: 2000 Jahre Manuskriptkulturen in Asien, Afrika und Europa

18.11.2011-8.1.2012
Die Erfindung der Schrift und des Schreibens gehört zu den folgenschwersten Neuerungen der Menschheitsgeschichte. Schriftlichkeit war jedoch die längste Zeit Handschriftlichkeit, und selbst die vergleichsweise junge Verbreitung des Typendrucks ging keineswegs mit einem radikalen Bruch einher. Während im Abendland die Schriftkultur vor ca. 2500 Jahren begann, haben andere Kulturen eine weitaus ältere handschriftliche Tradition (etwa China mit mindestens 3000 Jahren) und bewahren sich zugleich bis in die digitale Aktualität hinein eine hohe Wertschätzung des individuellen Schreibaktes und der durch ihn geschaffenen Werke. Und noch heute bedienen sich Diskussionen um nationale Identität der Verweise auf ,eigene' Schreibtraditionen und die sie prägenden Besonderheiten.
Die Ausstellung „Faszination Handschrift“ - die Exponate stammen weitgehend aus der Staatsbibliothek und dem Asien-Afrika-Institut der Universität Hamburg - stellt bewusst das Manuskript als physischen Gegenstand ins Zentrum: seine Entstehungs- und Tradierungsformen, die mit ihm verbundene Kultur - und erst dann den Inhalt der Texte und Bilder, die es vermittelt. Zwischen Japan und dem Abendland, inbegriffen die bislang kaum bekannten und nur wenig erforschten Schriftkulturen Afrikas, wird so eine der dauerhaftesten, vielfältigsten und zugleich wirkungsmächtigen Kulturtechniken in sehr unterschiedlichen regionalen und zeitlichen Ausprägungen sichtbar.


Fundstücke aus den Bibliotheken der Romanistik

Fundstücke aus den Bibliotheken der Romanistik

11.11.2011-8.1.2012
Als man 1917 im Herzen des Seminars für Romanische Sprachen und Kultur an der Universität Hamburg das Ibero-amerikanische Forschungsinstitut gründete, war dies auch die Geburtsstunde der beiden romanistischen Bibliotheken, die heute zur Fachbereichsbibliothek Sprache-Literatur-Medien gehören. Den Grundstock der inzwischen rund 155.000 Einheiten umfassenden Bibliotheken zu Sprache, Literatur, Kulturkunde Lateinamerikas, Spaniens, Portugals, Frankreichs und Italiens hatte der erste Lehrstuhlinhaber des Seminars für Romanische Sprachen und Kultur, Prof. Dr. Bernhard Schädel zusammengetragen. Er hatte damit bereits als Direktor des Hamburgischen Kolonialinstituts begonnen. Die vielfältigen Kontakte Schädels zu Institutionen und Persönlichkeiten aus den Bereichen des Handels und der Politik in Europa und Übersee kamen ihm dabei zugute.
Aus Anlass des 100-jährigen Bestehens des Instituts für Romanistik werden erstmals Rara und Kuriosa der beiden Bibliotheken gezeigt, darunter ungewöhnliche Autographen, merkwürdige und kostbare Einbände, seltene Erstausgaben und eine besondere Filmsammlung.


ÜberLeben im Exil - Suse Odel Chotzen und Joachim Lackner

ÜberLeben im Exil - Suse Odel Chotzen und Joachim Lackner

21.9.-6.11.2011
Politische Emigration aus Deutschland – ein Schicksal, das zwischen 1933 und 1945 Tausende erlitten.
Der Lebensweg Joachim Lackners und seiner Ehefrau Suse Odel Chotzen ist in dieser Hinsicht repräsentativ: aktiver Widerstand gegen das Naziregime, Verfolgung, Internierung, Leben in Illegalität im französischen Exil, Fortsetzung des antifaschistischen Kampfes im Spanischen Bürgerkrieg und in der Résistance, Erfahrung einer gravierenden ideologischen Ernüchterung, Denunziation und erneute Inhaftierung, Befreiung in Deutschland und schließlich die endgültige, nun selbst gewählte Emigration.
Die Ausstellung zeichnet die äußeren Stationen dieser bemerkenswerten, doch keineswegs einzigartigen Biographien nach. Der Blick ist sowohl auf die individuelle Erfahrung, als auch den historischen Kontext und die Verarbeitung solcher Erfahrungen in literarischen Texten gerichtet.
Studentisches Kooperationsprojekt der Universitäten Hamburg und Augsburg.


Susanne Theumer – WELT IM KOPF. Zeichnungen, originalgraphische Bücher und Mappen zu Literatur

Susanne Theumer – WELT IM KOPF. Zeichnungen, originalgraphische Bücher und Mappen zu Literatur

28.7.-11.9.2011
Susanne Theumers feine, aber ausdrucksmächtige Radierungen formen zu der Literatur von Jakob Michael Reinhold Lenz, Elias und Veza Canetti, Imre Kertèsz, Marlen Haushofer und anderen Dichtern der Verletzlichkeit des Menschen eine Bilderwelt, die die literarischen Werke mit seltsamer Leichtigkeit in die heutige Zeit herüberholt.
Susanne Theumer studierte an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein in Halle/Saale. Ihre Werke wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, sie finden sich in der Deutschen Nationalbibliothek, im Klingspormuseum Offenbach und vielen anderen öffentlichen und privaten Sammlungen und Bibliotheken.


William Butler Yeats - Leben und Werk

William Butler Yeats - Leben und Werk

7.7.-18.8.2011
William Butler Yeats (1865–1939) ist Irlands berühmtester Dichter und einer der bedeutendsten Lyriker des 19. und 20. Jahrhunderts. In der Preisbegründung anlässlich der Verleihung des Nobelpreises für Literatur an Yeats im Jahr 1923 wird seine inspirierte Dichtung gelobt, die „dem Geiste eines ganzen Volkes Ausdruck verleiht“. Yeats lebte in einer Epoche des Wiedererwachens der
irischen Kultur, des Unabhängigkeitskampfes und der Gründung des irischen Staates.
Die Ausstellung würdigt sein Leben und Werk sowie seinen Beitrag zu den großen Debatten seiner Zeit. Zuerst in der National Library in Dublin gezeigt, wird die Schau 2011 und 2012 in verschiedenen deutschen Städten präsentiert. Die Hamburger Station ist eine Kooperation der Botschaft von Irland
und dem irischen Honorarkonsulat in Hamburg mit der Staats- und Universitätsbibliothek Carl von Ossietzky.


Der Gute Ort – 400 Jahre Jüdischer Friedhof Altona

Der Gute Ort – 400 Jahre Jüdischer Friedhof Altona

1.6.-17.7.2011
Der Gute Ort – 400 Jahre Jüdischer Friedhof Altona
Am 31. Mai 1611 erwarben portugiesische Kaufleute das erste Stück Land in Altona, weil es Nicht-Lutheranern verboten war, ihre Toten in Hamburg zu bestatten. Um dem jüdischen Ritus Rechnung zu tragen, wurde das Gelände „auf Ewigkeit“ erworben. Das galt auch für die Friedhofserweiterungen in den folgenden Jahren. Durch vier Jahrhunderte ist nun diese jüdische Grabstätte bewahrt worden.
Heute ist sie ein Kandidat für das Weltkulturerbe der UNESCO. Hier ruhen die Sefarden unter oft prächtig gemeißelten schweren Grabplatten und Zeltgräbern, die Aschkenasen unter hoch aufragenden Grabstelen. Die elaborierten hebräischen und portugiesischen Inschriften und der außergewöhnlich vielfältige Grabschmuck legen Zeugnis ab von der Geschichte der Juden in Hamburg und Altona und ihren vielfältigen Beziehungen nach Amsterdam, Dänemark und in die Karibik.
Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Stiftung Denkmalpflege Hamburg.


Schauplatz Hörspiel – Bilder, Töne, Technik

Schauplatz Hörspiel – Bilder, Töne, Technik

8.4.-22.5.2011
Das Hörspiel als Schauplatz, die Produktion als ein Ort, bei dem es etwas zu sehen gibt: Was die Hörer des fertigen Stücks nie zu Gesicht bekommen, zeigt die Ausstellung von Deutschlandradio und dem Deutschen Technikmuseum Berlin.
Rund 30 Schwarz-Weiß Fotografien, die bei Hörspielproduktionen von Deutschlandradio Kultur und Deutschlandfunk entstanden sind, dokumentieren die Arbeit und Atmosphäre im Studio. Überraschend, wie viel das Hörspiel mit „Spielen“ und Aktion zu tun hat. Überraschend auch, wie viele bekannte Gesichter aus dem Fernsehen und von der Bühne zu entdecken sind, die den Charakteren verschiedener Hörspiele ihre Stimme leihen.
Die Fotografien, technische Exponate, Hörsessel und Stationen, an denen die Besucher mit einfachen Mitteln Geräusche imitieren können, laden ein, die Welt des Hörspiels – von der Produktion bis zum fertigen Stück – kennen zu lernen.


La vida desatenta – Homenaje a Miguel Hernández

La vida desatenta – Homenaje a Miguel Hernández

9.2.-27.3.2011
Im Jahr 2010 organisierte das spanisch-sprachige Buchkünstlernetzwerk librodeartista ein internationales Treffen im Internet zum Thema Künstlerbuch, illustriertes Buch und Kunstedition. Im Zusammenhang damit fand eine Buchkunstausstellung statt, die anlässlich des 100. Geburtstags von Miguel Hernández eine Hommage an den Dichter sein sollte. 50 Künstler wurden eingeladen, sich mit einem Werk zu beteiligen, so dass mit Künstlerbüchern, Buchobjekten und Buchillustrationen ein reiches Panorama dessen zusammen gekommen ist, was für die Buchkunst zu Beginn des XXI. Jh. repräsentativ ist.
Parallel zu anderen Gedenkveranstaltungen für Miguel Hernández in Spanien wurde „La vida desatenta“ in Córdoba, Granada, Jaén, Albacete und Altea ausgestellt. Gezeigt werden Werke von Künstlern aus Spanien, Argentinien, Brasilien, Chile, Italien, Kolumbien, Mexiko und den USA.


Ausstellungen 2010

buntpapier pART des buches - Interpretationen von Gisela Reschke

buntpapier pART des buches - Interpretationen von Gisela Reschke

11.11.2010-30.1.2011
Seit über einem halben Jahrtausend ist Buntpapier in all seiner Pracht und Schönheit wie auch in seiner Unscheinbarkeit Bestandteil des Buches und ein wesentlicher Träger der Buchkultur: Ob als Einband eines Kinderbuches oder als Vorsatz in einem handwerklich gebundenen Buch. Gisela Reschke ist eine der aktivsten Buntpapiererinnen Deutschlands. Ihre Buntpapiere schmücken viele Einbände der berühmten Insel-Bücherei, zieren Schuber und Einbände, dienen als Vorsatzpapiere handgefertigter Bücher, verwandeln Kästen, Dosen und Schachteln in kleine Kostbarkeiten, sie sind Teil von Buchobjekten oder Buchobjekte selbst.
Gisela Reschke beherrscht eine große Skala von Buntpapier-Techniken, ihre Arbeiten sind in vielen Einzelausstellungen gezeigt und von bedeutenden Buchmuseen und Bibliotheken angekauft worden. Die ganze Vielfalt ihres Schaffens ist in einer außergewöhnlichen Schau in der Staats- und Universitätsbibliothek zu sehen.


Der Weltverbesserer Kurt Hiller. Zum 125. Geburtstag des Pazifisten, Publizisten, Juristen

Der Weltverbesserer Kurt Hiller. Zum 125. Geburtstag des Pazifisten, Publizisten, Juristen

6.8.-26.9., verlängert bis 31.10.2010
Hiller wurde 1885 in Berlin geboren und war maßgeblich am literarischen Expressionismus und Aktivismus beteiligt. Ab 1920 spielte er in der Deutschen Friedensbewegung eine wichtige Rolle und war einer der Hauptautoren der Zeitschrift „Die Weltbühne“. Auf juristischem Gebiet kämpfte er für das Selbstbestimmungsrecht des Menschen, vor allem im Bereich des Sexuallebens.
Nach KZ-Haft und Exil kehrte er erst 1955 nach Deutschland zurück und ließ sich in Hamburg nieder, von wo aus er mit dem „Neusozialistischen Bund“ Einfluss auf die bundesdeutsche Politik zu nehmen versuchte.
Hiller starb 1972 und geriet in Vergessenheit; sein Nachlass war dreißig Jahre lang unter Verschluss. Nun können durch die Hiller-Gesellschaft wichtige Materialien aus dem Nachlass erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt werden, darunter Briefe von bedeutenden Personen des 20. Jahrhunderts, seltene Bücher mit Widmungen und Manuskripte.
Eine Ausstellung der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky in Kooperation mit der Kurt Hiller Gesellschaft. Gefördert von der Rudolf Augstein Stiftung, der Herbert und Elsbeth Weichmann-Stiftung und der Behörde für Kultur, Sport und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg.
Zur Ausstellung erscheint ein Begleitbuch.


Schnittstellen. Bücher, Grafiken und Objekte von Klaus Raasch

Schnittstellen. Bücher, Grafiken und Objekte von Klaus Raasch

11.6.-25.7.2010
Klaus Raasch gestaltet und druckt seit über 25 Jahren Künstlerbücher und originalgrafische Editionen. Der Künstler bevorzugt den Holzschnitt, legt sich aber nicht auf eine spezifische Technik fest. Ihn reizt die Vielfalt der Möglichkeiten, das Experiment – erkennbare “Markenzeichen” sind die handwerkliche Präzision und das kalkulierte Spiel mit dem Zufall. Das Ergebnis sind visuelle Traumreisen, die immer neu gedeutet werden können, oder poetische Zeichenspiele, die wundersame Geschichten erzählen. Die Leichtigkeit – und oft auch Doppelbödigkeit – der Motive weist darauf hin, dass der Künstler mit den Geheimnissen der Typografie ebenso vertraut ist wie mit den traditionellen Werkzeugen der “Schwarzen Kunst”. Auch das Atelier, in dem er Künstlerbücher und grafische Zyklen druckt, ist nicht nur Produktionsort, sondern gleichzeitig Inspirationsquelle. Es entstehen Objekte und Collagen aus Schriftzeichen und Druckformen, aus Makulatur und Schnittresten, aus zufällig Gefundenem und gezielt Gesuchtem.
“Klaus Raaschs Grafiken und grafische Zyklen zeigen, wie weit die vertraute Welt alltäglicher Gegenstände verfremdet werden kann, bis sie ihr wahres Gesicht offenbart: das ebenso friedliche wie gewagte Neben- und Beieinander von Ordnung und Chaos”. (Michael Haupt)


Auf Leben und Tod. Stolpersteine in Altona - eine biografische Spurensuche

Auf Leben und Tod. Stolpersteine in Altona - eine biografische Spurensuche

14.4.-2.6.2010 (Informationszentrum)
Die Ausstellung des Stadtteilarchivs Ottensen “Auf Leben und Tod” wird im Informationszentrum der Stabi in der ersten Etage gezeigt.
In Altona erinnern über 160 „Stolpersteine“ des Künstlers Gunter Demnig an Opfer des Nationalsozialismus. Die Ausstellung geht den biographischen Spuren von zwanzig Altonaern und Altonaerinnen nach, die unter nationalsozialistischer Herrschaft ermordet wurden oder ums Leben kamen, und denen ihrer Angehörigen, die entkommen konnten.
Es ging um Leben und Tod in Altona zwischen 1933 und 1945. Gegner des Regimes bangten vor dem Sondergericht um ihr Leben. Jüdische Verfolgte versuchten zu fliehen oder wenigstens die Kinder ins Ausland zu retten. Ein homosexueller Mann beantragte die „freiwillige Entmannung“ um zu überleben. Manche wählten den Suizid als letzten Ausweg vor der Deportation. Weil er russischen Zwangsarbeiterinnen in den Altonaer Firmenlagern half, wurde der Arzt Dr. Hermann da Fonseca-Wollheim 1943 verhaftet. Er starb im Konzentrationslager Buchenwald. Haftgrund: Ausländerfreundlichkeit.
Zeitzeugen und Angehörige berichteten und stellten für die Ausstellung Fotos und persönliche Briefe zur Verfügung. Archive öffneten den nationalsozialistischen Aktenbestand und die Dossiers der Wiedergutmachungsverfahren.
Recherche + Konzeption: Birgit Gewehr, Mitwirkung: Ulla und Wolfgang Hinnenberg, Bernhard Rosenkranz, Ulf Bollmann, Gestaltung: Michael Sandmann, Herstellung: Andreas Geisinger
Die Ausstellung wurde gefördert von der Landeszentrale für Politische Bildung Hamburg.


Karger vielleicht als wo anders – Literatur und literarisches Leben in Hamburg 1919-1933

Karger vielleicht als wo anders – Literatur und literarisches Leben in Hamburg 1919-1933

1.4.-30.5.2010
Die Ausstellung widmet sich der historischen Literaturtopographie der Hansestadt und behandelt die vielseitige literarische Szene in den 1920er Jahren. Unterschiedliche Richtungen werden vorgestellt, die die ästhetische und politische Entwicklung der Weimarer Republik widerspiegeln: Expressionismus, gemäßigte Avantgarde, niederdeutsche, völkische und sozialistische Literatur. Gezeigt werden Dokumente und Werke so unterschiedlicher Autoren wie etwa Karl Lorenz, Hans Leip, Hans Friedrich Blunck und Willi Bredel. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem literarischen Leben an Elbe und Alster mit Verlagen, Buchhandlungen, Literaturvereinen und literarischen Zeitschriften.
Die Ausstellung steht im Rahmen des Kulturfrühlings „Himmel auf Zeit – Die 1920er Jahre in Hamburg“ unter der Schirmherrschaft von Ulrich Tukur.


Aufwachsen mit Kirsten Boie. Die Kinder- und Jugendbuchautorin wird 60

Aufwachsen mit Kirsten Boie. Die Kinder- und Jugendbuchautorin wird 60

28.1.-21.3.2010
Kirsten Boie ist eine der bekanntesten und erfolgreichsten Kinder- und Jugendbuchautorinnen Deutschlands. Die Hamburger Autorin schrieb 1985 ihr erstes Kinderbuch. Seitdem hat sie über 100 Kinder- und Jugendbücher auf den Markt gebracht.
Ihr Erfolg zeichnet sich durch internationale Anerkennung der literarischen Fachwelt, vor allem aber durch die überwältigende Lektüre von Kindern und Jugendlichen aus. Vor diesem Hintergrund erhielt sie neben vielen anderen Auszeichnungen den Deutschen Jugendliteraturpreis 2007 für ihr Gesamtwerk, den Großen Preis der Deutschen Akademie für Jugendliteratur 2008 und den Evangelischen Buchpreis 2006.
Zu ihrem 60. Geburtstag widmen ihr die Staatsbibliothek und das Department Information der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) eine Ausstellung Aufwachsen mit Kirsten Boie – Die Kinder- und Jugendbuchautorin wird 60 und ein Symposium zu ihrem Gesamtwerk: Leidenschaft und Disziplin. Umfassende Informationen finden Sie hier.
Die Ausstellung (28.1.-21.3.2010) wird von Goethe-Instituten in aller Welt übernommen. Eine Datenbank aller Primär- und Sekundärtexte zum Gesamtwerk Kirsten Boies und ein wissenschaftlicher Sammelband mit den Texten des Symposiums begleiten die Veranstaltungen.

Hier finden Sie die Datenbank.


Ausstellungen 2009

Im Zeichen des Elefanten - Emblematik im frühneuzeitlichen Hamburg

Im Zeichen des Elefanten - Emblematik im frühneuzeitlichen Hamburg

12.2.-22.3.2009
Die erste Ausstellung im Jubiläumsjahr “530 Jahre Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg” stellt einen nur Spezialisten bekannten Teilbestand der Bibliothek vor: die Emblembuchsammlung.
Die Ausstellung sowie die Erarbeitung eines umfangreichen Begleitbandes ist als gemeinschaftliches, interdisziplinäres Lehrprojekt mit Wissenschaftlern und Studierenden der Universität Hamburg von Antje Theise, Referentin für Seltene und Alte Drucke an der SUB, und Dr. Anja Wolkenhauer, wissenschaftliche Assistentin am Institut für Griechische und Lateinische Philologie, konzipiert und durchgeführt worden.
Besondere Aufmerksamkeit liegt auf den Spezifika der in Hamburg vorhandenen Emblembücher. Bei der Herausarbeitung dieser Spezifika war für alle Beteiligten vor allem der Elephant ein emblematisch höchst ergiebiges und erfreuliches Motiv.
Außerdem erhält der Besucher einen Einblick in die Anwendung der Emblematik im frühneuzeitlichen Hamburg. Emblematischer Bauschmuck aus Hamburger Barockbauten und aus den ephemeren Architekturen der Hamburger Oper dokumentieren die lokale Präsenz emblematischer Formen im 17. und 18. Jahrhundert ebenso wie die Devisen Hamburger Gesellschaften und Schulen oder Silberbecher und Medaillen der Zeit.
Zur Ausstellung erscheint im Kieler Verlag Ludwig der Katalog „Emblemata Hamburgensia“, herausgegeben von Antje Theise und Dr. Anja Wolkenhauer.


Mit galantem Goût und "stachelichter Feder". Das vielseitige Œvre des Hamburger Publizisten und Musikers Johann Mattheson (1681-1764)

Mit galantem Goût und "stachelichter Feder". Das vielseitige Œvre des Hamburger Publizisten und Musikers Johann Mattheson (1681-1764)

26.3.-17.5.2009
Gleichzeitig mit der Tagung “Johann Mattheson als Vermittler und Initiator.  Wissenstransfer und Etablierung neuer Diskurse in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts” präsentiert die Staatsbibliothek eine Ausstellung, die sich dem vielseitigen Schaffen Matthesons widmet. Gezeigt werden, vorwiegend anhand von Dokumenten aus dem 1764 der Stadtbibliothek Hamburg übereigneten Nachlass Matthesons, eigenhändige Partituren und Musikdrucke seiner Kompositionen sowie Drucke und Handexemplare seiner wichtigsten Schriften. Zu sehen sind außerdem Beispiele zu seinen Zeitschriftenprojekten, seinen Übersetzungen und Dichtungen sowie Dokumente seiner Tätigkeit als Gesandtschaftssekretär.
Die Tagung ist Teil des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Forschungsprojektes, das unter Leitung von PD Dr. Bernhard Jahn und Prof. Dr. Wolfgang Hirschmann an den beiden genannten Instituten sowie an der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg angesiedelt ist und seit November 2007 läuft.


Ab und zu Fälle mit Gogol, Charms und weiteren Autoren in einer Kunstausstellung von Vladimir Sitnikov

Ab und zu Fälle mit Gogol, Charms und weiteren Autoren in einer Kunstausstellung von Vladimir Sitnikov

29.5.-5.7.2009
Vladimir Sitnikov studierte Buchgraphik an der Moskauer Kunstakademie und gehörte zu der jüngeren Generation der Moskauer Konzeptualisten. Nach seiner Emigration nach Deutschland im Jahre 1995 entwickelte er seine Buchkunst im Spannungsfeld der Begegnung und Konfrontation mit der postsowjetischen Zeit und der postmodernen Kultur des Westens weiter. Die Ausstellung zeigt seine in Kiel entstandenen Werke als neu gefundene Antworten auf veränderte gesellschaftliche Kontexte – teils mit eigenen Themen, teils zu den modernen Klassikern der russischen Literatur von Gogol über Majakovskij und Chlebnikov bis Charms. Sitnikovs Kunst ist ausgesprochen vielseitig, die Ausstellung präsentiert ein Segment: seine Künstlerbücher und – immer in Zusammenhang mit den Büchern – Zeichnungen, Druckgraphik und Objekte.
Im Zentrum steht die für diese Ausstellung entstandene Künstlerbuchedition „Adam und Eva“ von Daniil Charms – einem großen Meister der Fallen, Fälle und Zufälle.


Kurt Londenberg (1914-1995). Hamburger Buchkünstler zwischen Tradition und Moderne

Kurt Londenberg (1914-1995). Hamburger Buchkünstler zwischen Tradition und Moderne

16.7.-30.8.2009
Diese Kabinettausstellung vom 16.7. bis 30.8.2009 widmet sich den Arbeiten des Hamburger Einbandkünstlers Kurt Londenberg. Einen Teil seiner künstlerischen Bucheinbände übergab Londenberg der Bibliothek 1959 als Dauerleihgabe auf Lebenszeit. Die Einbände gelten als Grundstock der modernen Einbandsammlung der Bibliothek. Mit Erscheinen des Werkverzeichnisses zu Londenberg im Kieler Verlag Ludwig im April 2009 ging diese Dauerleihgabe in das Eigentum der Hamburg Staats- und Universitätsbibliothek über.


Contemporary Arab Book Art

Contemporary Arab Book Art

9.9.-1.11.2009
Zeitgenössische Buchkunst ist grenzenlos, denn weltweit arbeiten Buchkünstler mit Materialien, die den Gegebenheiten ihres Landes entsprechen, und schaffen damit einzigartige Werke. Während im europäischen Raum ähnliche Gedanken, Texte, Materialien und handwerkliche Techniken umgesetzt werden, erfahren wir wenig über die Arbeiten aus uns fremden Kulturen. Durch die Eröffnung der Bibliothek von Alexandria im Jahr 2002 konnte der Berliner Künstler Erich Paproth Kontakt mit Kollegen aus den Ländern des Vorderen Orient und des Mittleren Ostens aufnehmen. Ein erstes Ergebnis: die Zusammenstellung zeitgenössischer arabischer Buchkunst, die von BuchDruckKunst e.V., Hamburg, 2004 auf der Buchmesse in Frankfurt erstmals gezeigt wurde. Die Werke dieser arabischen Buchkünstlerinnen und Buchkünstler faszinieren durch ihre einzigartige Farbigkeit und Gestaltung, ihre fantasievolle Umsetzung von Text und Bild sowie die Verwendung ungewöhnlicher Materialien. Und nicht zuletzt ist arabische Kalligraphie für uns von besonderem ästhetischen Reiz.
Über alle Grenzen hinweg trägt der Austausch zeitgenössischer Buchkunst zur friedlichen Völkerverständigung bei.


Ugrino - Architektur einer Utopie. Kabinettausstellung zum 50. Todestag von Hans Henny Jahnn

Ugrino - Architektur einer Utopie. Kabinettausstellung zum 50. Todestag von Hans Henny Jahnn

9.11.2009-31.1.2010 (Durchgang zum Altbau)
Hans Henny Jahnn entwarf für die 1919 von ihm mitbegründete Glaubensgemeinde Ugrino im Zeitraum von 1916 bis 1923 mehrere Baupläne zu Sepulkral- und Sakralbauten – keiner von ihnen wurde realisiert. Die „Grabkapelle von Ugrino, deren Formen an die Vorhalle von Himmel und Hölle erinnern“ (Jahnn 1917), steht im Mittelpunkt der gezeigten Auswahl aus Jahnns Architekturzeichnungen, in welchen sich das eigene schriftstellerische Werk mit Reflexen zu nordischen Landschaften und zur Musik spiegelt. Ein Beitrag aus der Nachlass-Sammlung zum 530. Jubiläum der Stabi.


Grammatik der Kunst - die niederländische Kunstliteratur im 17. Jahrhundert

Grammatik der Kunst - die niederländische Kunstliteratur im 17. Jahrhundert

12.11.2009-17.1.2010
Die Anfänge der niederländischen Kunstliteratur im Barock, dem „Goldenen Zeitalter“ der niederländischen Malerei, zeichnen sich durch einen außerordentlichen Reichtum an Allegorien aus. Aus den Beständen der Staats- und Universitätsbibliothek, der Hamburger Kunsthalle und den Bibliotheken der Universität und auswärtigen Sammlungen werden rund 50 Bücher und Kupferstiche gezeigt, die die Kunst reflektieren.
Berühmte Namen sind dabei Karel van Mander, Arnold Houbraken, Samuel van Hoogstraten und Gérard de Lairesse. Sie behandeln Themen wie Perspektive, Modellzeichnen, Porträt, Antikenrezeption, Biographie, Kunstgeschichte und Bilderskepsis. Die Originale werden ergänzt mit Faksimiles der Titelblätter, Frontispize und Illustrationen, mit Graphiken aus den Kupferstichsammlungen der Kunsthalle und der Staatsbibliothek.
Sie zeigen die Künstler und ihre Lehre – die „Grammatik der Kunst“.
Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit der Hamburger Kunsthalle und dem Kunstgeschichtlichem Seminar. Sie wird kuratiert von Dr. Johannes Hartau.

Die Texte zur Ausstellung finden Sie hier (PDF, 2.1MB)


Ausstellungen 2008

Innenraum-Neugestaltung der Staats- und Universitätsbibliothek

Innenraum-Neugestaltung der Staats- und Universitätsbibliothek

1.2.-24.2.2008
Studenten des Studiengangs Raumkonzept und Design der AMD Akademie Mode und Design (staatlich anerkannte private Hochschule) bearbeiteten in ihrem 4. Semester ein Gestaltungskonzept für die Staats- und Universitätsbibliothek.
Es galt für unseren Bau, der in den sechziger Jahren entworfen wurde und heute als zu dunkel und etwas verstaubt, aber gemütlich empfunden wird, ein zeitgemäßes Raumkonzept und ein neues Design zu entwickeln. Die Ergebnisse werden in Modellen, Plänen und Booklets präsentiert: vom 1.-24. Februar im Ausstellungsraum der Bibliothek.   


Wissenschaft - Planung - Vertreibung. Der Generalplan Ost der Nationalsozialisten

Wissenschaft - Planung - Vertreibung. Der Generalplan Ost der Nationalsozialisten

4.3.-3.4.2008
Unter dem Titel „Wissenschaft, Planung, Vertreibung – Der Generalplan Ost der Nationalsozialisten“ zeigt die Deutsche Forschungsgemeinschaft ab 4. März in der Staats- und Universitätsbibliothek eine Ausstellung, die von der engen Verbindung akademischer Forschung, rationaler Planung und Forschungsförderung im Dienste der nationalsozialistischen Eroberungs- und Vernichtungspolitik berichtet. In drei Abteilungen skizziert die Ausstellung die Vorgeschichte des Generalplans Ost, beleuchtet die Rolle der Wissenschaft sowie die Planungen für eine ethnische Neuordnung Osteuropas während des Zweiten Weltkriegs und wirft einen Blick auf die Realitäten von Umsiedlung, Vertreibung und Völkermord zwischen 1939 und 1945.
Zur Ausstellung erscheint ein kostenloser Katalog.
Mehr zur Ausstellung finden Sie auf den Seiten der DFG.


Man muß ein Europäer sein. Friedrich von Hagedorn (1708-1754)

Man muß ein Europäer sein. Friedrich von Hagedorn (1708-1754)

25.4.-8.6.2008
Zum 300. Geburtstag des Dichters widmet die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Friedrich von Hagedorn (1708-1754) eine Ausstellung.
Der Hamburger Dichter hinterließ ein schmales Werk, das in seiner Bedeutung aber hoch zu schätzen ist: Hagedorn ließ den Schwulst des Barock hinter sich und ebnete den Weg zur modernen Lyrik – sprachgewandt, spielerisch und im Wetteifer mit der europäischen Literatur seiner Zeit.
Zur Eröffnung der Ausstellung am 24.4.2008, um 18 Uhr im Vortragsraum der Bibliothek sind Sie herzlich willkommen! Der frühere Direktor der Staatsbibliothek, Prof. Dr. Horst Gronemeyer, führt in die Ausstellung ein, Christel Lohse liest Texte von Hagedorn und Julia Theis spielt zeitgenössische Musik auf dem Cembalo.  


Jo Mihaly (1902-1989). Tänzerin, Schriftstellerin, Politikerin

Jo Mihaly (1902-1989). Tänzerin, Schriftstellerin, Politikerin

19.6.-3.8.2008
Jo Mihaly (1902-1989) war eine der vielseitigsten Persönlichkeiten der Weimarer Republik, des deutschen Exils und der frühen Nachkriegszeit. Die ZEIT nannte sie „eine der großen Frauen des 20. Jahrhunderts“.
Mihaly wurde am 25.4.1902 in Westpreußen geboren. In den zwanziger Jahren kreierte sie eine ganz eigene Form sozialkritischer „epischer Tänze“. Da sie sich früh gegen den Nationalsozialismus engagiert hatte, musste sie schon 1933 mit ihrem Mann, dem jüdischen Schauspieler und Regisseur Leonard Steckel, emigrieren. In der Schweiz wurde Jo Mihaly eine der aktivsten Gestalten des Exils: sie machte Agitprop-Theater, trat mit Ernst Busch auf, inszenierte Kabarett für Kinder. Als Leiterin der „Kulturgemeinschaft der Emigranten“ in Zürich verschaffte sie emigrierten jungen Künstlern erste Auftrittsmöglichkeiten. Mit Hans Mayer redigierte sie die Exil-Zeitschrift „Über die Grenzen“. 1942 erschien ihr Roman „Hüter des Bruders“ über einen politischen Flüchtling und 1945 ihr Gedichtband „Wir verstummen nicht“. Gleich nach dem Krieg wirkte Jo Mihaly als Mitglied im Stadtparlament von Frankfurt/M. und Gründerin der „Freien deutschen Kulturgemeinschaft“ beim politischen und kulturellen Wiederaufbau mit. 1949 zog sie ins Tessin und widmete sich fortan ausschließlich ihrem literarischen Schaffen. 1982 erregte sie Aufsehen mit ihrem Tagebuch aus dem Ersten Weltkrieg „…da gibt’s ein Wiedersehn!“ Posthum erschien 2002 ihr Roman „Auch wenn es Nacht ist“, ein ergreifend versöhnlicher Text über Flucht und Vertreibung aus dem deutschen Osten.
Diese erste Ausstellung über Jo Mihaly wurde von Thomas B. Schumann, Exilliteratur-Verleger, Autor, Buch- und Kunstsammler, P.E.N.-Mitglied und Mihaly-Nachlassverwalter, erarbeitet, in Zusammenarbeit mit dem Gerhart-Hauptmann-Haus, Düsseldorf, und dem Westpreußischen Landesmuseum, Münster. Sie dokumentiert anhand von Büchern, Bildern, Fotos, Dokumenten, Briefen und Manuskripten Leben und Werk dieser bedeutenden und faszinierenden Künstlerin.
Die Präsentation in Hamburg wird gefördert von der Herbert und Elsbeth Weichmann-Stiftung.


Vogelschau. Caroline Saltzwedel + Hirundo Press = 10 Jahre Buchkunst

Vogelschau. Caroline Saltzwedel + Hirundo Press = 10 Jahre Buchkunst

29.8.-12.10.2008
»Hirundo Press«: Im Zeichen der Rauchschwalbe druckt Caroline Saltzwedel seit 1998 in Hamburg Künstlerbücher mit Original-Graphiken in kleinen Auflagen. Aus der Höhe, wie aus der Schwalbenperspektive, oder auch aus unmittelbarer Nähe zeigen die graphischen Arbeiten von Caroline Saltzwedel die Welt. Es ist eine literarisch-poetische Welt der Imagination zwischen großen Gestalten wie Dädalus oder Odysseus, voll farbenfroher szenischer Details, aber zugleich die Welt elementarer Formen, die mitunter bis zur Abstraktion verrätselt, dann wieder in überraschender Verbindung auftreten. Eine Reihe von Künstlerbüchern mit Zyklen von Radierungen in der von Stanley William Hayter entwickelten Dreifarbentechnik, aber auch mit anderen Techniken gedruckte sind im Lauf der vergangenen Jahre in Hamburg entstanden.
Die Ausstellung zeigt einen repräsentativen Querschnitt des Werks – darunter auch das großformatige Unikat „Anna Livia Plurabelle“ –, ein Panorama kühner Verdichtungen und zarter Visionen, das immer wieder Momente sublimer Schönheit offenbart.


Zeichen der Welt oder Wie das Fremde ins Buch kam (22.10.-7.12.2008)

Zeichen der Welt: Wie das Fremde ins Buch kam

22.10.-7.12.2008
Um wissenschaftlich über andere Kulturen publizieren zu können, müssen fremde Zeichen gedruckt werden. Vor dem elektronischen Satz stellte man die erforderlichen Lettern mechanisch her. Zentrale Staatsdruckereien besaßen einen großen Vorrat an fremdsprachlichem Satz; eine der größten privaten Fremdsprachensetzereien, die Druckerei J.J. Augustin, befand sich in Glückstadt.
Anlässlich ihres 375. Jubiläums zeigt die Ausstellung in Fotos, Satzmaterial und Büchern die Arbeit dieses Betriebes, der seit Mitte der 1920er Jahre vielfältige Publikationen im Bereich der Altertumskunde, der Sprachwissenschaft und der Landeskunde hervorbrachte. Film und Fotos erläutern den Schriftschnitt in der Imprimerie Nationale in Paris, Satzmaterial und Arbeitsdokumente belegen die Tätigkeit der Fremdsprachensetzer in der Reichs-bzw. Bundesdruckerei Berlin.
Eine Ausstellung des Museums der Arbeit – Stiftung Historische Museen Hamburg, der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky und der Hannah-Arendt-Bibliothek, Hannover.


Geraubte Bücher. NS-Raubgut in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky

Geraubte Bücher. NS-Raubgut in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky

8.11.2008-1.2.2009 (Informationszentrum)
Während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft 1933-1945 sind Bürger und Vereinigungen aus rassischen, politischen, religiösen oder weltanschaulichen Gründen verfolgt worden und ihres Vermögens beraubt worden. Zu diesem NS-Raubgut gehören auch Bücher, die teilweise noch unerkannt in den Magazinen der Bibliotheken lagern.
1999 haben sich Bund, Länder und kommunale Spitzenverbände in einer gemeinsamen Erklärung  das Ziel gesetzt, noch im Besitz öffentlicher Einrichtungen befindliches NS-Raubgut zu ermitteln, zu kennzeichnen und möglichst an die rechtmäßigen Eigentümer zurückzugeben. Erste Ergebnisse eines Projekts der Hamburger Staats- und Universitätsbibliothek werden nun in einer Kabinett-Ausstellung gezeigt.


PAPIER - Gekonnte Schnitte

PAPIER - Gekonnte Schnitte

17.12.2008-1.2.2009
Die Kabinettausstellung der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg widmet sich dem Thema Papier auf eine ungewöhnliche Weise. Das Papier ist nicht Träger eines gedruckten Bildes, eines Textes oder einer Zeichnung, sondern erhält durch die Art der Bearbeitung und Verwendung künstlerische Qualität. Zu sehen ist eine Auswahl von historischen und zeitgenössischen Papierarbeiten, die sich der Technik des Ausschneidens und Faltens bedienen. Scherenschnitte, Silhouetten und Modelle zeigen die vielfältigen Möglichkeiten, künstlerisch mit Papier zu arbeiten.
Die Kunst, frei Papier zu schneiden, lässt sich in Europa bis in das 17. Jahrhundert zurückverfolgen. Im 19. Jahrhundert wird der Papierschnitt bzw. Scherenschnitt bei Künstlern wie Philipp Otto Runge zum eigenständigen Kunstwerk, wovon seine berühmten weißen Blumensilhouetten zeugen. Stellvertretend für den um 1800 beliebten Schattenriss steht der Hamburger Silhouettenschneider Jacob von Döhren. Seit einigen Jahren findet die Technik des Ausschneidens auch wieder Eingang in die zeitgenössische Kunst. Künstler wie Annette Schröter, Max Marek, Heike Weber oder Hansjörg Schneider verarbeiten die traditionellen Techniken in Scherenschnitten, Künstlerbüchern oder geschnittenen Postkarten auf ganz unterschiedliche Weise. Modelle zeigen zudem die Möglichkeit, durch Schneiden, Falten und Konstruieren mit Papier auch dreidimensional zu arbeiten. Studentische Arbeiten nach den geometrischen Faltübungen von Josef Albers am Bauhaus, ein Architekturmodell und die Buchobjekte der Künstlerin Ingeborg Schmidthüsen verweisen auf die vielfältigen Anwendungen dieser Technik.
Die Ausstellung wurde kuratiert von Dr. Susanne Geese, Dr. Kerstin Petermann, Dipl.Päd. Donata Predi?.


Ausstellungen 2007

Der Kriminologe Franz Exner (1881-1947)

Der Kriminologe Franz Exner (1881-1947)

10.1.-25.2.2007 (Katalogsaal)
Doris Lorenz, Doktorandin am Hamburger Institut für kriminologische Sozialforschung, zeigt im Informationszentrum Exponate aus dem von ihr im Sommer 2004 gefundenen Nachlass des Kriminologen und Strafrechtlers Franz Exner. Damit wird ein Nachlass öffentlich gemacht, der einen vertieften Zugang zur Geschichte der deutschen Kriminologie im zwanzigsten Jahrhundert ermöglicht. Für die Universität Hamburg ist das umfangreiche Material v.a. für die kriminologische Sozialforschung und die sozial- und wirtschaftsgeschichtlichen Forschung interessant. Der wissenschaftlich relevante Teil des Nachlasses soll später der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg übergeben werden.


Ein Fest im Himmel. Tita do Rêgo Silva: Holzschnitt, Linolschnitt, Buchdruck

Ein Fest im Himmel. Tita do Rêgo Silva: Holzschnitt, Linolschnitt, Buchdruck

26.1.-11.3.2007
Das Ausstellungsjahr der Stabi beginnt bunt! Wir zeigen Werke der Hamburger Künstlerin Tita do Rêgo Silva. Im Zentrum der Ausstellung steht ihr neues Buch “Ein Fest im Himmel” – eine brasilianische Legende, von ihr erzählt. Bebildert ist das Buch mit den für sie charakteristischen Fantasie-Wesen, bunten, ausdrucksstarken Figuren in der Technik des Holzschnittes, der hier geradezu schwerelos wirkt. Das Buch wird derzeit im Atelier von Tita do Rêgo Silva  in der Koppel 66 in Hamburg gedruckt. Um die Produktion zu erklären, werden neben den Buchseiten auch die Druckplatten, Skizzen, zwei Prototypen etc. gezeigt. Außerdem sind großformatige Holzschnitte (70 x 260) aus der Serie „Empfangs-Komitee“ (ein Auftrag des Welt-Kultur-Forums in Sao Paulo) zu sehen und weitere, kleinere Werke sowie eine Altar-Installation. In einer Leseecke kann in anderen Büchern und Katalogen der Künstlerin geblättert werden.
Tita do Rêgo Silva, 1959 in Brasilien geboren, hat in Brasilia Grafik und Kunstpädagogik studiert und lebt seit 1988 als freie Künstlerin in Hamburg. Neben klein- und großformatigen Farbholzschnitten hat sie mehrere Handpressenbücher mit Original-Holzschnitten selbst gedruckt; ihr Name gehört mittlerweile zu den bekanntesten der Handpressenszene in Deutschland. Ihre farbenfrohen, expressiven Werke haben Wurzeln in der brasilianischen Kultur – in der sich indianische, afrikanische und christliche Traditionen mischen, auch Höhlenmalereien und Comics beeinflussen die Bilderwelten der Künstlerin. Ihr Werk ist in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland gezeigt worden.


Homosexuellen-Verfolgung in Hamburg

Homosexuellen-Verfolgung in Hamburg

2.3.-7.4.2007 (Katalogsaal)
Erstmals ist in Hamburg eine Ausstellung über die Homosexuellen-Verfolgung in der Hansestadt zu sehen. Die Schau im Informationszentrum der Bibliothek (1. Stock) bietet einen Überblick über die Auswirkungen der nationalsozialistischen Homosexuellenverfolgung und gewährt Einblicke in individuelle Schicksale. Ein Beispiel ist der dreizehnte HSV-Präsident Emil Martens, der dreimal wegen seiner sexuellen Orientierung verhaftet und schließlich kastriert wurde. Außerdem werden exemplarisch einige Täter vorgestellt. Die Themen reichen von der Denunziation Homosexueller aus der Bevölkerung, der so genannten „freiwilligen Entmannung“ über die Vernichtung der wirtschaftlichen Existenz (Entzug der ärztlichen Approbation, Aberkennung von akademischen Titeln) bis hin zur Verschleppung und Ermordung im KZ.
Neben der Situation in der NS-Zeit wird die Kriminalisierung von Homosexuellen bis ins Jahr 1969 thematisiert. Unrühmliche Schlaglichter aus dieser Zeit sind die polizeiliche Observierung von Lokalen und öffentlichen Toiletten oder die Beschlagnahmung einschlägiger Zeitschriften. Vorgestellt werden aber auch hanseatische Juristen, die sich für die Rechte der Homosexuellen eingesetzt haben.
Die Ausstellung wurde erarbeitet von der Initiative „Gemeinsam gegen das Vergessen – Stolpersteine für homosexuelle NS-Opfer“, großzügig unterstützt vom Völklinger Kreis e. V. (Bundesverband schwuler Führungskräfte) und durch private Spenden.       


Hamburg ohne Worte

Hamburg ohne Worte

30.3.-26.5.2007
Die Spendenkampagne „Hamburg ohne Worte“, begonnen im September 2006, hat der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg große Anerkennung, einen erheblichen Finanzierungsschub für systematische Entsäuerungsmaßnahmen und die Unterstützung der Hamburger Bürgerschaft für das Säurefraß-Problem aller Hamburger Bibliotheken und Archive eingebracht.
Mit der Aktion ist die Rettung der HH-Sammlungen in den Bereich des Möglichen gerückt. Beenden wird die Bibliothek sie mit einer Finissage-Ausstellung rund um Papierzerfall, Gegenmaßnahmen und die öffentliche Debatte. Ausführliche Informationen finden Sie hier.


Erlesen - die Sondersammlungen der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg

Erlesen - die Sondersammlungen der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg

9.6.-19.8.2007
Zur „Nacht des Wissens“ am 9. Juni öffnet die Bibliothek ihre Schatzkammern und lässt 5.000 Jahre Schriftkultur lebendig werden. Präsentiert werden Kostbarkeiten aus den einzigartigen Sondersammlungen der Bibliothek: Assyrische Tontäfelchen, griechische Ostraka, Papyri und Palmblatthandschriften, das Elfenbein-Evangeliar aus dem Hamburger Domschatz (siehe Abbildung), Wiegendrucke, Exponate aus den Einband-, Porträt- und Kupferstichsammlungen, Hamburg-Ansichten, Nachlassmaterialien (Runge und Klopstock), Beethovens berühmtes Heiligenstädter Testament und eine Locke von seinem Haar, wertvolle Pressendrucke und Künstlerbücher, die 1,90 m lange Elbkarte von 1702 und Max Schmelings Film-Song „Das Herz eines Boxers“.
National einmalig sind auch die DFG-geförderten Spezialbestände zu Spanien und Portugal, Indianer- und Eskimosprachen, Politik, Verwaltungswissenschaften und Küsten- und Hochseefischerei.

Die Ausstellung gibt es auch online.


Profundes Wissen und brennende Liebe. Der Theaterkritiker, Schriftsteller und Dramatur Arthur Sakheim (1884-1931) (Katalogsaal)

Profundes Wissen und brennende Liebe. Der Theaterkritiker, Schriftsteller und Dramatur Arthur Sakheim (1884-1931) (Katalogsaal)

14.6.-12.8.2007
Unter dem Titel „Profundes Wissen und brennende Liebe“ zeigt die Staats- und Universitätsbibliothek im Informationszentrum eine Ausstellung, die Leben und Werk des heute fast vergessenen Theaterkritikers, Schriftstellers und Dramaturgen Arthur Sakheim (1884-1931) in den Mittelpunkt stellt. Die Ausstellung, die von dem Hamburger Historiker und Journalisten Wilfried Weinke erstellt wurde, bietet die Chance, einen Schriftsteller wieder zu entdecken, dessen Romane, Gedichte und Theaterstücke weit über Hamburg hinaus Beachtung und Anerkennung fanden. Sein 1924 in Hamburg veröffentlichtes Buch „Das jüdische Element in der Weltliteratur“ priesen Kritiker als Standardwerk zur jüdischen Dichtkunst.
Seit 1921 war Sakheim als Dramaturg an den von Erich Ziegel geleiteten „Hamburger Kammerspielen“. Hier, wie seit 1926 an den Städtischen Bühnen in Frankfurt am Main, setzte er prägende Akzente. In Hamburg wie in Frankfurt übernahm er auch die redaktionelle Leitung der jeweiligen Theaterzeitung.
Sein früher Tod im August 1931 beendete die aussichtsreiche schöpferische Karriere Arthur Sakheims. Seine Frau und sein Sohn flohen nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten nach Palästina. Auch ihr weiterer Lebensweg wird in der Ausstellung präsentiert.
Die Ausstellung in der Presse:
Vaters Land (Artikel in der Jüdischen Allgemeinen vom 5.7.2007)


Von Frauenhand - Mittelalterliche Codices aus dem Nonnenkloster Medingen

Von Frauenhand - Mittelalterliche Codices aus dem Nonnenkloster Medingen

4.9.-14.10.2007
Vom 4. September – 14. Oktober 2007 zeigt die Staats- und Universitätsbibliothek Handschriften aus dem Kloster Medingen in der Lüneburger Heide. Die Codices entstanden in den Jahren zwischen 1470 und 1520 im Zisterzienserinnenkloster Medingen, dem heutigen Evangelischen Damenstift.
Sorgfältig geschrieben, manchmal mit Buchmalerei und mittelalterlichen Noten verziert und stets in einen stempelverzierten Ledereinband gebunden, dienten die kleinformatigen Gebetbuchhandschriften der privaten Andacht der Nonnen, aber auch der Bürgersfrauen aus dem nahen Lüneburg. Die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg besitzt insgesamt sieben Handschriften aus Medingen und damit den größten Medingen-Bestand in europäischen Bibliotheken. Insgesamt haben sich, so der derzeitige Kenntnisstand, 43 Bücher aus Medingen erhalten.
Die Hamburger Handschriften werden nun erstmals gezeigt, dazu Leihgaben aus den Bibliotheken Augsburg, Bremen, Gotha, Göttingen, Hannover, Hildesheim, Lüneburg und Wolfenbüttel.


Zuckerrohr und Bücherwelten. Der Hamburger Kaufmann Carlos Linga und seine Lateinamerika-Bibliothek

Zuckerrohr und Bücherwelten. Der Hamburger Kaufmann Carlos Linga und seine Lateinamerika-Bibliothek

24.10.-29.11.2007
Mit der Jubiläumsausstellung “Zuckerrohr und Bücherwelten – der Hamburger Kaufmann Carlos Linga und seine Lateinamerika-Bibliothek” feiert die Stabi das 50jährige Bestehen der Linga-Bibliothek. Diese Büchersammlung trug der Hamburgische Kaufmann Carlos R. Linga (1877-1963) zusammen, der seit 1894 in Mexiko lebte – und 1956 seine kostbare Sammlung der Freien und Hansestadt Hamburg übergab. Die Spezialsammlung zu Lateinamerika mit wertvollem historischen Bestand sowie aktueller Literatur, heute angewachsen auf rund 33.000 Bände, wird von der Stiftung “Linga-Bibliothek der Freien und Hansestadt Hamburg” getragen. Untergebracht ist sie im Altbau der Staats- und Universitätsbibliothek.

Zur Online-Ausstellung...


Erzähl' das keinem Kind, sonst kleb' ich dir eine! 100 Jahre Astrid Lindgren

Erzähl' das keinem Kind, sonst kleb' ich dir eine! 100 Jahre Astrid Lindgren

6.12.2007-27.1.2008
„Erzähl’ das keinem Kind, sonst kleb’ ich Dir eine“ – so kommentierte Astrid Lindgren auf dem Höhepunkt ihres literarischen Schaffens ihre Absage an alle transzendenten und spirituellen Deutungsversuche des phantastischen Jugendromans „Die Brüder Löwenherz“.Vor hundert Jahren, am 14. November 1907 geboren, wurde sie zur bekanntesten und erfolgreichsten Kinderliteratur-Autorin der Welt. Seit über 60 Jahren erfährt ihr Werk multimediale und internationale Verbreitung. Jeder scheint sie zu kennen. Und doch verbirgt sich hinter ihren Märchen, Geschichten und Romanen eine nicht leicht zugängliche Persönlichkeit. Mit vier Themen möchte die Ausstellung dem Menschen hinter der Legende Astrid Lindgren näher kommen.Die Ausstellung widmet sich den Themenkreisen Kindheit und Kinderparadiese, die schwierige Mutterrolle in Leben und Werk, die Autorin als Medienmanagerin und schwedischer Kulturexport für das Nachkriegs-Hamburg 1949. Das Gesamtwerk Astrid Lindgrens wird in Deutschland seit 1949 vom Hamburger Verlag Friedrich Oetinger betreut. Die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg besitzt als Pflichtexemplare der Buchproduktion des Bundeslandes Hamburg die 1949 dort erschienenen Erstausgaben. Eine Datenbank der in deutscher Sprache erschienenen Texte und Medien von und über Astrid Lindgren gehört ebenso zur Ausstellung wie der größte Teil der Fachliteratur.Zur Eröffnung unterhalten sich Prof. em. Birgit Dankert (Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg) und Jörgpeter Ahlers (Leiter des MIKADO Kinderprogramms beim NDR) über Astrid Lindgren, die ihre Kindheit ebenso wie ihr Berufsleben begleitete. Dazu singt Katharina Dierks ein schwedisches Volkslied, das alle Welt kennt. Die Ausstellung wurde konzipiert und organisiert von Prof. em. Birgit Dankert.


Ausstellungen 2006

Mozart und Hamburg

Mozart und Hamburg  

27.1.-18.3.2006
Die Ausstellung "Mozart und Hamburg" widmet sich der teilweise ungewöhnlich intensiven Hamburger Mozart-Rezeption von etwa 1780 bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts. 
Schwerpunkte bilden die frühen Hamburger Aufführungen der Mozart-Opern (1790er Jahre), frühe Mozart-Drucke von Hamburger Musikverlegern, die Mozart-Studien des jungen Johannes Brahms, Hamburger Mozart-Feste, der Wandel der Mozart-Inszenierungen um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert am Hamburger Stadttheater sowie die Auseinandersetzung von Hamburger Komponisten des 20. Jahrhunderts mit Mozarts Werk. Präsentiert werden zum Teil noch nie gezeigte Handschriften, Musikdrucke, Theaterdokumente und biographische Zeugnisse aus Hamburger Sammlungen sowie Leihgaben aus auswärtigen Institutionen.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog. Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, des Musikwissenschaftlichen Instituts und der Theatersammlung der Universität Hamburg sowie der Hamburger Mozart-Gesellschaft.
Ausstellung und Katalog werden gefördert von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius und der Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg Weitere Informationen zur Ausstellung...


Heinrich Heine zum 150. Todestag

17.2.2006 - 1.4.2006 (Katalogsaal)
Die Ausstellung Heinrich Heine zum 150. Todestag beginnt am 17.2., Heines Todestag 1856. Sie zeigt die Beziehungen Heines zu Hamburg auf („Schöne Wiege meiner Leiden“) und streift die Vielfalt seines Werkes und der aktuellen Rezeption in Büchern, Hörbüchern und Vertonungen.


Klaus Peter Dencker - Visuelle Poesie

Klaus Peter Dencker - Visuelle Poesie

30.3.2006 - 13.5.2006
In der Ausstellung Klaus Peter Dencker - Visuelle Poesie werden zum ersten Mal in Hamburg Arbeiten des international renommierten Praktikers und Theoretikers der Visuellen Poesie gezeigt. Seit dem Überblick über sein Gesamtwerk (seit 1965) zum 60. Geburtstag im Hamburger Bahnhof/Berlin 2001, insbesondere aber nach dem Ausscheiden aus dem Dienst der Kulturbehörde 2002, wandte sich Dencker wieder verstärkt der künstlerischen Arbeit zu, die nun auch in einer umfangreichen Monographie vorliegt. Sie erschien - herausgegeben von der Kunstbibliothek/Staatliche Museen zu Berlin/Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die seit 1997 die wichtigsten Arbeiten (im Original), sowie alle Publikationen Denckers sammelt - rechtzeitig zu einer Aussstellungsreihe (u.a. Trier, Erlangen, Lübeck und Berlin) anlässlich seines 65. Geburtstags. Zum Auftakt in der SuB Hamburg wird die von Dencker 1996 gegründete Jazzband "JAZZBREEZE" die Eröffnungsveranstaltung musikalisch umrahmen und der Linguist Prof. Dr. Hans Peter Althaus die Visuelle Poesie Denckers erläutern.
Zur Ausstellung erscheint im Verlag "Bibliothek der Provinz" ein reich bebilderter Katalog (34 Euro, Vorzugsausgabe 99 Euro).
Einen Text zur visuellen Poesie finden Sie hier.


Enthusiasmus und Methode - Das Katalanische und die deutsche Romanistik

24.5.2006 - 9.7.2006
Die Ausstellung spannt einen Bogen von den Anfängen der Katalanistik bis zu ihrem heutigen Zustand innerhalb der deutschen Romanistik. Sie würdigt die Feldforschung des Hamburger Romanisten Bernhard Schädel (Gründer des Hamburger Iberoamerikanischen Instituts) und des mallorkinischen Sprachliebhabers Antoni Alcover, deren philologische Sammelwut Anfang des 20. Jahrhunderts Wörterbücher, Grammatiken und Sprachatlanten der katalanischen Sprache hervorbrachte. Und sie geht auf die Geschichte der Romanistik ein, eine deutsche Erfindung des 19. Jahrhunderts, die durch ihre komparativen Methoden Weltgeltung erlangte – und heute ihre Impulse hauptsächlich aus dem angelsächsischen Bereich bezieht.
Die Ausstellung wird unterstützt vom Institut Ramon LLull, Barcelona. Weitere Informationen finden Sie hier.


Wir beide - Wolfgang Borchert und Heidi Pulley Boyes

19.7.2006 - 27.8.2006
Die Ausstellung nimmt ihren Ausgangspunkt in der Begegnung zwischen Wolfgang Borchert und Heidi Pulley Boyes. Heidi Boyes spielte 1941 in Lüneburg an der „Landesbühne Ost-Hannover“ bei Intendant Hans Harloff – Borchert war für drei Monate Mitglied des Ensembles und wurde dann zum Militärdienst eingezogen. Seine (Liebes)Briefe an Heidi Boyes, derzeit in Privatbesitz, sind erhalten und werden in der Ausstellung erstmals gezeigt. Dazu kommen Fotos und andere biografische Materialien. Der zweite Teil der Ausstellung widmet sich dem Lebenswerk der Malerin und Kunstpädagogin Heidi Pulley Boyes. Es werden Skizzen, Aquarelle und Ölgemälde ausgestellt, die die Malerin als Künstlerin von großer Sensibilität und Ernsthaftigkeit ausweisen.

 


Nathans Ende oder der Schlaf der Vernunft

Nathans Ende oder der Schlaf der Vernunft

8.9.-29.10.2006 
Lessings „Nathan der Weise“ wirkt im Kontext neu aufgebrochener religiöser und kultureller Differenzen in der globalisierten Welt von heute als Konflikt- und Begegnungsmodell ohne Beispiel, nicht erst seit dem 11. September 2001.
Daran knüpft die Ausstellung der Kamenzer Arbeitsstelle für Lessing-Rezeption, die sich der Wirkungsgeschichte der Dichtung vor allem auf dem Theater widmet, an. Sie spannt einen weiten Bogen von der Entstehung über das historische Verständnis des Dramas bis in die Gegenwart.
Die Exposition in Hamburg findet in Zusammenarbeit mit der Staats- und Universitätsbibliothek Carl von Ossietzky sowie der Lessing-Gesellschaft e.V., Sitz Hamburg, statt und wurde durch die großzügige Unterstützung der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius ermöglicht.


Gotthold Ephraim Lessing kam bis Wolfenbüttel

8.9.-29.10.2006 (Informationszentrum)
Präsentation der Graphik-Kassette „Gotthold Ephraim Lessing kam bis Wolfenbüttel“ der argekunst, Hannover.


Kleines Hamburgisches Wörterbuch

Deutsche Dialektwörterbücher

1.11.-24.12.2006 (Informationszentrum)
1917 entwickelte Agathe Lasch, die erste Frau mit Professorentitel an der Universität Hamburg, das Konzept für ein wissenschaftliches Wörterbuch der Hamburgischen Sprache. Heute, knapp 90 Jahre später, ist das fünfbändige Hamburgische Wörterbuch vollendet. Es reiht sich ein in die Gesamtdokumentation der deutschen Dialekte, die seit dem Ende des 19. Jahrhunderts betrieben wird. Die Ausstellung im Informations-Zentrum zeigt Dialektwörterbücher aus dem gesamten deutschen Sprachgebiet, um Methoden, Ziele und Probleme ihrer Erstellung anschaulich zu machen.
Dialektwörterbücher dienen der Erforschung der Sprache in ihren regionalen Besonderheiten, aber auch der Bewahrung der Dialekte, besonders, soweit sie nicht mehr gesprochen werden oder in Gefahr sind, von der Hochsprache verdrängt zu werden. Viele der langjährigen Wörterbuch-Projekte sind bereits abgeschlossen, andere sind unterschiedlich weit fortgeschritten.


Beckett in Hamburg - 1936

Beckett in Hamburg - 1936

10.11.2006-14.1.2007
Anlässlich des 100. Geburtstags von Samuel Beckett 2006 zeigt die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg diese Ausstellung – 70 Jahre danach, im Rahmen des Gesamtprojekts “Beckett in Town”. Die Online-Version der Ausstellung mit einem Gang durch die Kunsthalle 1936 finden Sie hier.
Neun Wochen verbrachte Samuel Beckett im Herbst 1936 auf seiner Deutschlandreise in Hamburg und hielt seine Eindrücke in seinem inzwischen legendär gewordenen Tagebuch fest. Die Ausstellung – basierend auf Recherchen von Roswitha Quadflieg rund um das Hamburg-Kapitel der German Diaries und von ihr eingerichtet – folgt mit ca. 300 Fotos und Dokumenten den Spuren des irischen Dichters in der Hansestadt, nimmt den Betrachter mit auf dessen tägliche Streifzüge, wirft Schlaglichter auf das äußere Erscheinungsbild und das Innen-Leben der Stadt vom 2. Oktober bis 4. Dezember 1936 und geht den Menschen nach, denen Beckett hier begegnete. 

Hier geht es zur Ausstellung online.


Ausstellungen 2005

Zwischen Schönberg und Wagner. Musikerexil 1933-1949 - Das Beispiel P. Walter Jacob

13.1.-19.2.2005
P. Walter Jacob (1905-1977) steht für eine Generation junger Musiktheaterkünstler, die durch den Nationalsozialismus um ihre berufliche Entfaltung gebracht wurden. – Vielseitig ausgebildet und hoch talentiert, beginnt Jacob in der schwierigen Zeit vor 1933 eine rasche Regie-Karriere: Berlin (Regieassistenz unter Franz Ludwig Hörth und Leo Blech), Koblenz, Lübeck, Wuppertal und Essen sind die ersten Stationen. Unter dem Druck von Verfolgung und Exil muss er sich immer stärker auf das Schauspieltheater konzentrieren: In seinem Zufluchtsland Argentinien gründet er 1940 die „Freie deutsche Bühne“, bewahrt und entwickelt so die im Heimatland verfemte Kultur.
Nach seiner Rückkehr 1950 versucht Jacob, wieder im Musiktheater Fuß zu fassen. Als Intendant und später Generalintendant der Städtischen Bühnen Dortmund setzt er sich vehement für eine nicht-nationalsozialistisch geprägte Wagner-Rezeption und für die Reintegration der musikalischen Avantgarde der 20er und frühen 30er Jahre ein. Als erfolgreicher Publizist und beliebter Theater- und Fernsehschauspieler bleibt er bis zu seinem Tod eine geschätzte und bedeutsame Persönlichkeit.
Die Ausstellung aus Anlass des 100. Geburtstages von P. Walter Jacob wird konzipiert von der Walter-A.-Berendson-Forschungssstelle für deutsche Exilliteratur der Universität Hamburg, in der der Jacob-Nachlass aufbewahrt wird.


Vom Magnetismus zur Elektrodynamik

3.3.-2.4.2005
Die Ausstellung anlässlich des 200. Geburtstages von Wilhelm Weber (1804-1891) und des 150. Todestages von Carl Friedrich Gauß (1777-1855) wird organisiert und zusammengestellt von Gudrun Wolfschmidt und Karl-Heinrich Wiederkehr, Schwerpunkt Geschichte der Naturwissenschaften, Mathematik und Technik der Universität Hamburg. Hier finden Sie die Internetseite des Fachbereichs Mathematik zur Ausstellung.


Russland 20. Jahrhundert - Fotoporträt. Ausstellung der Meisterwerke von Moisej Nappelbaum

11.3.-23.4.2005 (Katalogsaal)
Die kleine Ausstellung zeigt Meisterwerke des russischen Fotografen Moisej Nappelbaum (1869-1958), der 75 Jahre lang die Gesichter des kulturellen und politischen Russland der Sowjetzeit porträtierte.
Die Arbeiten von Moisej Nappel'baum sind Klassiker der russischen, sowjetischen, Fotografie. Nappel'baum schuf eine einzigartige, künstlerisch unübertroffene Galerie von Porträts der Schriftsteller, Künstler, Musiker, Politiker und anderer gesellschaftlicher Größen der Sowjetunion. Seine Werke sind - mehr noch als sein Name - weltbekannt: das letzte, „äscherne" Bildnis von Aleksandr Blok, das Profilporträt von Anna Achmatova, das traurige halbe Lächeln von Michail Zoš?enko. Und jeder, der in Russland gelebt hat, kennt das berühmte, erste offizielle Foto Lenins nach der Machtübernahme der Bolschewiken.
Die Ausstellung wurde organisiert mit Unterstützung des Generalkonsulats der russischen Föderation in Hamburg und des Instituts für Slavistik der Universität Hamburg, der Deutsch-Russischen Gesellschaft und der Gesellschaft für russische Kultur „Azbuka".


Habe das Herz Einsicht zu haben. Zum 250. Geburtstag von Dr. Samuel Hahnemann

9.4.-21.5.2005
Die Ausstellung der Homöopathischen Bibliothek Hamburg – Wolfgang Schweitzer Bibliothek ist der Wirkungsgeschichte Dr. Samuel Hahnemanns (1755-1843), dem Begründer der Homöopathie gewidmet und wird anlässlich seines 250. Geburtstages – 10. April 1755 – in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky präsentiert.
Hahnemann - Kind der Aufklärung - übersetzte sein „aude sapere“ mit „Habe das Herz Einsicht zu haben.“ Die Ausstellung wirft Schlaglichter auf Lebenswerk und Lebensweg Hahnemanns sowie auf die homöopathische Arzneimittelprüfung Hahnemanns - das Zentrum seiner im Jahre 1796 begründeten und 1810 formulierten ärztlichen „Rationellen Heilkunde“. „Das höchste Ziel des ärztlichen Wirkens ist Heilen, die schnelle, sanfte, dauerhafte Vernichtung der Krankheit in ihrem ganzen Umfange auf dem kürzesten, zuverlässigsten, unnachteiligsten Wege nach deutlich einzusehenden Gründen.“, so beschreibt Hahnemann in seinem Hauptwerk, dem „Organon der rationellen Heilkunde“ den höchsten Grund seines Schaffens als „ärztlicher Beobachter“.
Die Homöopathische Bibliothek zeigt Teile ihrer bis heute fortgeführten Sammlung von ca. 8.000 Bänden, eine Schatzkammer des 18. bis 20. Jahrhunderts in Zeitungsausschnitten, Portraits, Skizzen und Autographen. Ausgehend von einer historischen Betrachtung wirft sie Blicke auf das Heute und Morgen der über 200 jährigen Geschichte der Homöopathie im Spiegel der Vereinsbibliothek.
Begründet in Deutschland als neue Medizin des „alten Europa“, fand die Homöopathie bereits ab 1827 ihren Weg nach Surinam, Brasilien (1837), China und Kuba (1845), Mozambique und Indien (1847), Sudan (1852) und Mexiko (1853) in die neue Welt. Ihr Wirken heute wird in weiteren Ausstellungs-Schwerpunkten wie „Homöopathie in der Welt“, „Homöopathie in Übergangsphasen des Lebens“ und „Wissenschaft und Homöopathie“ beleuchtet.


Reinhold Schaefer - ein Hamburger Maler und Bühnenbildner

4.5.-11.6.2005 (Katalogsaal)
Reinhold Schaefer (1887 Hamburg - 1977 Lübeck) wirkte in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts als Maler und Bühnenbildner in Hamburg. Als junger Künstler schuf er zwei Gemälde von seinen Arbeitsstätten, dem Malersaal und dem Schnürboden im ersten Thalia Theater.
Diese Bilder werden nun von der Familie Schaefer der Universität Hamburg geschenkt. Aus diesem Anlass widmet die Hamburger Theatersammlung dem Künstler diese Ausstellung.


Kiel – Hamburg – Paris: Carl Friedrich Cramer (1752-1807) - Auf dem Weg nach Europa

9.6.-16.7.2005
Die Ausstellung präsentiert erstmals Stücke aus dem Nachlass des Kieler Professors Cramer. Der Weltbürger, progressive Kosmopolit und Vorkämpfer der europäischen Idee hinterließ als Autor und Übersetzer, Herausgeber und Redakteur ein ebenso vielseitiges wie vielgestaltiges Werk. Aufgrund seiner Sympathien für die Französische Revolution aus seinem Amt entlassen und aus seiner Heimatstadt verbannt, ließ er sich schließlich in Paris nieder, wo er sich weiter für die Ideale von 1789 einsetzte.
Gezeigt werden Briefe und Tagebuchaufzeichnungen, Bücher und Zeitschriften, daneben zeitgenössische Bilder und Stiche. Cramers Verhältnis zu berühmten Zeitgenossen wie Klopstock oder dem Benimm-Experten Adolph Freiherr von Knigge wird nachgezeichnet. Briefe des Mozart-Gegenspielers Salieri an Cramer sowie von Carl Philipp Emanuel Bach zeugen von Cramers Bedeutung für das kulturelle Leben im ausgehenden 18. Jahrhundert. Es entsteht das Bild eines Idealisten, der trotz staatlicher Repression seinen Zielen treu geblieben ist. So wird über den konkreten Anlass hinaus ein Stück (europäischer) Zeitgeschichte neu beleuchtet: Carl Friedrich Cramer – auf dem Weg von Kiel nach Europa.


Des Dichters neue Kleider - Andersens Märchen im Spiegel der Illustration

5.8.-10.9.2005
Die Geschichte der Illustrationen zu Andersens Märchen beginnt nicht, wie zu vermuten, in Dänemark, sondern in Deutschland: mit einer Ausgabe im Vieweg Verlag, Braunschweig. - 1838 veröffentlichte der Verlag, der bereits ein Jahr zuvor Andersens Roman Nur ein Geiger auf Deutsch herausgebracht hatte, eine erste Sammlung von Andersens Märchen und Erzählungen für Kinder, übersetzt vom dänischen Major Georg Friedrich von Jensen. Das kleine Bändchen war mit drei Kupferstichen von Georg Osterwald (zu Das Feuerzeug, Däumelinchen und Des Kaisers neue Kleider) ausgestattet. Den Titel umrahmte eine Baum-/Blütenranke, in der verschiedene Märchenszenen arrangiert wurden. Andersen selbst war begeistert; die führende dänische Zeitung Statstidenen sprach überrascht von einem Phänomen: „Früher übersetzten wir aus dem Deutschen, nun holen sie die Kinderbücher von uns.“ - Während in Dänemark die Kritik noch verhalten auf Andersens jährlich erscheinende Märchen reagierte, verpflichteten in Deutschland bereits mehrere Verlage bedeutende Künstler der Zeit, um neue Ausgaben herauszubringen. In Hamburg war es der bekannte Künstler und Lithograph Otto Speckter, der für den Verlag Robert Kittler 1846 und 1848 zwei Bände Neue Märchen von Andersen mit 40 Lithographien illustrierte. Der Dichter, der den Künstler in Hamburg mehrfach besuchte, lobte die Illustrationen des „genialen Speckter“ später als „die schönsten und genialsten“.
Von den frühen illustrierten Ausgaben des 19. Jahrhunderts bis hin zu den zahllosen Jubiläumsausgaben des Jahres 2005 spannt sich der Bogen der in der Ausstellung gezeigten Werkausgaben und Bilderbücher, die im Laufe der Jahrzehnte in Deutschland erschienen sind. Von der biedermeierlichen Romantik eines Ludwig Richter bis zum derb-realistischen Kreidestrich von Günter Grass reicht das Spektrum der künstlerischen Handschriften. - Unter den Hamburger Künstlern führt die Spur von Otto Speckter über Ernst Eitner, Wilhelm M. Busch, Günter Stiller bis hin zu Sabine Friedrichson. Ihre Illustrationen zu Andersens Märchen (1982 und 1985) gehören inzwischen zu den „Klassikern“. Mit ihrem Bilderbuch zu Andersens Leben („Das Leben ist das schönste Märchen, denn darin kommen wir selber vor“) hat sie sich im Frühjahr 2005 erneut als sensible Kennerin des dänischen Dichters erwiesen.


Aktion Lesezeichen - Bestandsschutz in der Stabi Foyer der Staats- und Universitätsbibliothek

2.9.-1.10.2005 (Im Foyer)
Mit der Ausstellung "Aktion Lesezeichen: Schriftliches Kulturerbe schützen und bewahren - Bestandsschutz in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky" beteiligt sich die Stabi an einem Aktionstag deutscher Bibliotheken und Archive, der anlässlich des Brandes der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar vor einem Jahr ausgerufen wurde. An diesem Tag soll auf die Bedeutung des Schutzes von Bibliotheksgut aufmerksam gemacht werden. Der Aktionstag findet statt unter dem Patronat von Günter Grass und mit Unterstützung der Volkswagenstiftung. Informationen zur gesamten Aktion finden Sie hier: www.schriftliches-kulturerbe.de
In der Nacht vom 2. zum 3. September 2004 stand die Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar in Flammen. Bei dem größten Bibliotheksbrand seit dem 2. Weltkrieg wurden rund 50.000 Bände völlig vernichtet, 62.000 Bände wurden zum Teil stark durch Wasser und Feuer beschädigt. Ihre Restaurierung wird vermutlich Jahrzehnte dauern; die Kosten werden auf 20 Millionen € geschätzt.
Derart spektakuläre Katastrophen sind glücklicherweise die Ausnahme. Gefährdet ist unser schriftliches Kulturgut jedoch durch verschiedenste Faktoren in jeder Bibliothek, und daher zählen Maßnahmen zum Bestandsschutz und zur Bestandserhaltung zum bibliothekarischen Arbeitsalltag. Denn Bibliotheken haben den Auftrag, Dokumente aus der Vergangenheit und der Gegenwart nicht nur zu sammeln, sondern auch durch Bewahrung ihrer physischen Substanz oder ihres Inhalts für die Zukunft zu sichern. Sie bilden damit gleichsam das Gedächtnis der Menschheit.
Die Ausstellung in der Stabi widmet sich konkret den Maßnahmen, die den Bibliotheksalltag im Bereich Bestandsschutz prägen. Zur Schadensvorbeugung gehört z.B. die sachgemäße Unterbringung der Bestände in feuer- und wassersicheren klimatisierten Magazinen, um Brand- und Schimmelschäden zu vermeiden, ebenso wie ein fester Einband, der viel benutztes Lesegut vor schnellem Zerfall bewahrt, oder die Verfilmung bzw. Digitalisierung von seltenen oder unikaten Stücken. Maßnahmen der Schadensbehebung reichen von einfachen Ausbesserungsarbeiten an zerlesenen Exemplaren in der Buchbinderei über die Massenentsäuerung der Bestände aus dem 19. und 20. Jahrhundert, deren Papier zunehmend brüchig wird, bis zur aufwendigen Restaurierung wertvoller alter Handschriften, Drucke und Einbände. Weitere Informationen finden Sie hier.


Pflichten des Herzens. Semuel Abas: Eine sefardische Rabbinerbibliothek in Hamburg

21.9.-12.11.2005
Die Bibliothek des Hamburger Rabbiners, Lehrers, Gelehrten und Gemeindeführers Semuel Abas (gest. 1691) gehört mit ihren über 1.100 Büchern und Zeitschriften in hebräischer, lateinischer, spanischer, portugiesischer, französischer, italienischer und holländischer Sprache zu den größten und bedeutendsten sefardischen (jüdisch-iberischen) Gelehrtenbibliotheken des 17. Jahrhunderts.
Im Gegensatz zu seinen aschkenasischen (jüdisch-deutschen) Rabbinerkollegen, in deren Bibliotheken vor allem Hebraica und Talmudica zu finden sind, sammelte Semuel Abas auch die klassische Literatur der Antike, die Hauptwerke der spanischen, portugiesischen, italienischen und französischen  Literatur sowie vor allem Schriften zur Astronomie, Alchimie, Kabbala und Reisebeschreibungen. Einen großen Umfang nehmen Lexika zahlreicher europäischer Sprachen ein sowie Bücher über Medizin und Pädagogik. Als Mitglied der Hamburger Portugiesengemeinde sammelte Abas in großem Unfang die Hamburger sefardischen Drucke sowie die aus Amsterdam, das sich im 17. Jahrhundert zum „Buchladen“ der sefardischen Gemeinden in Nordeuropa und in der Neuen Welt entwickelt hatte. Und da Abas wegen seiner einzigartigen Bibliothek über Hamburg hinaus bekannt war, suchten ihn immer wieder Hamburger und skandinavische Lutheraner auf, um sich nicht nur über die jüdische Religion und die hebräische Sprache zu informieren, sondern mit ihm auch über das Verhältnis von Juden und Christen zu diskutieren.
Die Bibliothek wurde 1693 in Amsterdam versteigert, der Verkaufskatalog, der lange Zeit als verschollen galt, wurde vor einigen Jahren in der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel aufgefunden. In der Ausstellung wird nun versucht, diese Bibliothek zu rekonstruieren und aufzuzeigen, welche Bücher in den sefardischen Gemeinden des 17. Jahrhunderts gelesen und diskutiert wurden, und von wem ein Sammler wie Semuel Abas diese Bücher beziehen konnte.
Das prunkvolle Grab von Semuel Abas liegt auf dem Portugiesenfriedhof an der Königstraße in Altona.
Die Ausstellung wird eingerichtet von Michael Studemund-Halévy, Sprachwissenschaftler und Romanist  (freier wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für die Geschichte der deutschen Juden (Hamburg), und als Lehrbeauftragter für jüdisch-romanische Sprach- und Literaturwissenschaft an der Universität Potsdam).


Der Ritter von der traurigen Gestalt - 400 Jahre illustrierte Don Quijote Ausgaben

24.11.2005-14.1.2006
Anlässlich der ersten Drucklegung des „Don Quijote“ zeigt die Staatsbibliothek eine Fülle illustrierter Don Quijote-Ausgaben und betrachtet damit „den Jubilar“ aus dem Blickwinkel der Kunstgeschichte. Ausgelotet wird die 400jährige Illustrationsgeschichte. Der Künstler ist der erste Leser – seine Interpretation und Produktionsbedingungen bestimmen die Ausstattung des Buches, die zwischen Innovation und Tradition steht. Auch der vom Verleger anvisierte Leser - sei er König oder anonymer Käufer– ist ein Faktor: sein Geldbeutel bestimmt, ob das Buch schlicht oder als Luxusausgabe daherkommt. Führungen: Sonnabend, 3.12., 11 Uhr Sonnabend, 10.12., 11 Uhr. Hintergrundinformationen über die Ausstellung erhalten Sie hier.


Ausstellungen 2004

"King Lear" im Storyboard. Die visuelle Konzeption von Filmsequenzen

12.1.-28.2.2004 (Katalogsaal)
Wenn Filmteams Drehbücher in bewegte Bilder umsetzen, entwerfen sie dazu oft Storyboards - Zeichnungen, die Handlung und Bildkomposition des Films veranschaulichen.
Vom 12.1. bis 28.2.2004 sind Storyboards von Studierenden des Fachs Medienkultur im Katalogsaal der Hamburger Staatsbibliothek ausgestellt. Die Arbeiten zeigen, wie sich Shakespeares klassische Tragödie "King Lear" auf sehr unterschiedliche Weise in einen Film verwanden lässt. Der greise König Lear findet sich im Barock oder in der Gegenwart, im Fitness-Studio oder als Mafiapate wieder - und in ganz verschiedenen Bildwelten.
Die Bandbreite der visuellen Film-Entwürfe reicht von Scribbles und Comics bis zu Fotoserien, Internetauftritten und aufwendigen Materialproben.

Weitere Informationen zur Ausstellung.


Buchkunst ohne Grenzen - 15 Jahre Bartkowiaks Forum Book Art

25.3.-30.4.2004
In der Ausstellung wird eine reiche Auswahl von Pressendrucken Hamburger, deutscher und internationaler Buchkünstler gezeigt. Auch Buchobjekte sind vertreten. Die Exponate entstammen dem reichen Fundus des forum book art Archiv.
Bartkowiaks forum book art wurde 1988 als private Initiative in Hamburg gegründet, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, der zeitgenössischen Buchkunst durch Publikationen und Ausstellungen mehr Öffentlichkeit zu verschaffen. Der jährliche erscheinende Almanach ist mittlerweile ein wichtiges Handwerkszeug für alle mit Buchkunst befassten Institutionen geworden.
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Deutsche Südamerika-Reisende des 16. Jahrhunderts - Hans Staden und Ulrich Schmidel

7.5.-12.6.2004
Im Zentrum der Ausstellung stehen die Werke (und die Rezeptionsgeschichte) des Brasilienreisenden Hans Staden und des frühen Argentinienreisenden Ulrich Schmidel. Präsentiert werden reich illustrierte Ausgaben bis hin zu modernen Comic-Versionen. Stadens 1557 erschienenes Brasilienreisebuch und Ulrich Schmidels Bericht über den La Plata Raum (erstmals 1567 publiziert) sind die wohl bedeutendsten deutschen Reisebücher über Südamerika im 16. Jahrhundert – und sowohl kulturhistorisch als auch ethnologisch zentrale Werke des Genres.
Die Ausstellung der Universitätsbibliothek Kiel wird in Hamburg erweitert um wertvolle Stücke aus der Sammlung der Linga-Bibliothek und der Commerzbibliothek. Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie hier.