Baltic Urban Knowledge Hubs
Vom Sommer 2020 bis zum Herbst 2022 entwickelte die Stabi ein neues Raumkonzept für die Bibliothek der Zukunft. Im Raumentwicklungsprojekt Wissen Bauen 2025 wurde, angelehnt an die Prinzipien offener gesellschaftlicher Innovation, ein offener Austauschprozess mit verschiedenen Personen- und Interessengruppen begonnen. Die daraus entstandenen Ideen hat das Projektteam nun im internationalen Kontext weitergedacht: Ende Januar 2023 wurde ein Projektantrag für Co-Finanzierung im Interreg Baltic Sea Region Programm eingereicht. Aus 41 eingereichten Anträgen wählte die Kommission am 20. April 2023 in Malmö 13 förderungswürdige Projekte aus - darunter auch unser Projekt BALTIC UKH, mit einer Laufzeit von August 2023 bis August 2025.
Doch wie kam es zum Projektantrag und welche Aktivitäten umfasst BALTIC UKH?
Wissen Bauen 2025 als Ausgangspunkt
Das Ergebnis des Raumentwicklungsprojekts war ein Raumkonzept, das die wissenschaftliche Bibliothek der Zukunft als Urban Knowledge Hub (UKH) beschreibt. Vor dem Hintergrund der digitalen Transformation und der kulturellen Diversifizierung haben wir darin Räume und Services nach ihren Funktionen gruppiert und zu einem Gesamtkonzept verbunden. Urban Knowledge Hubs wirken dabei nicht nur auf lokaler Ebene, sondern stellen als Knotenpunkte auch den Anschluss an globale Informations- und Wissensnetzwerke her. Solche Orte, die allen Bürger:innen den Zugang zu verständlichen und verlässlichen Informationen ermöglichen, sind für heutige Wissensgesellschaften auch im internationalen Kontext unerlässlich.
Mit unserem Raumentwicklungsprojekt haben wir im Dialog mit Nutzer:innen und Stakeholdern deren vielfältige Anforderungen an Angebote und Räume abgefragt. Dabei haben wir festgestellt, wie wichtig es ist, nicht an den Bedürfnissen dieser Personengruppen vorbeizuplanen. Gleichzeitig ist aber auch deutlich geworden, dass im öffentlichen Sektor und konkret für die Weiterentwicklung von Services zur öffentlichen Informationsversorgung noch keine umfangreichen Best Practices vorliegen.
So wurde das Konzept der Urban Knowledge Hubs — verstanden als partizipativ gestaltete Orte der Informationsversorgung in lokalen und globalen Wissensnetzwerken — zum Ausgangspunkt der Projektidee, die anschließend in Kooperation mit internationalen Partner:innen weitergedacht wurde.
Projektantrag im Interreg Baltic Sea Region Programme
Da wir über die internationale Arbeitsgemeinschaft „Bibliotheca Baltica“ bereits stark im Ostseeraum vernetzt waren, suchten wir das Gespräch mit anderen öffentlichen Informationsdienstleister:innen aus dieser Region. Schnell wurde deutlich, dass wir mit der Neuausrichtung von Informationsdiensten und -räumen und der Einbindung von Nutzer:innen in Gestaltungsprozessen ein gemeinsames Anliegen teilten. Zeitgleich eröffnete sich die Möglichkeit, einen Antrag im Interreg Baltic Sea Region Programm zu stellen. So wurde das Vorhaben schnell konkreter: Wir erstellten Anfang 2023 in Kooperation mit der Lettischen Nationalbibliothek, der Dänischen Königlichen Bibliothek und der Metropoluniversität Oslo einen Projektantrag für die Co-Finanzierung eines Small Projects. Diese neue Form der Projekte soll Neueinsteiger:innen den Zugang zum Interreg Programm erleichtern und ist weniger komplex, so dass wir den Antrag innerhalb kurzer Zeit fertigstellen konnten.
BALTIC UKH zielte auf die Weiterentwicklung öffentlicher Informationsdienste und -räume unter Einbindung von Nutzer:innen ab. Innerhalb der vier lokalen Teilprojekte (Hamburg, Riga, Kopenhagen und Aarhus) wurden neue Service- und Raumkonzepte partizipativ erarbeitet und der Prozess evaluiert sowie dokumentiert. So entstand die sogenannte 4C Toolbox – eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, um mithilfe praxisnaher Methoden die Vielschichtigkeit partizipativer Designprozesse zu strukturieren. Der Werkzeugkasten wurde auf der Projektwebsite in Englischer Sprache veröffentlicht. Eine Zusammenfassung in Posterform liegt dort auch auf Deutsch vor.
Während die drei Bibliothekspartner:innen im Rahmen des Projekts innovative Räume und Services entwickelten, unterstützte OsloMet vorrangig bei der Methodenauswahl und der Zusammenstellung der Toolbox. Die Stabi übernahm als Lead Partner die Gesamtverantwortung für das Projekt und führte ein eigenes lokales Teilprojekt durch: Im Herbst 2024 wurde das Carl-von-Ossietzky-Forum im Erdgeschoss des Altbaus der Stabi eröffnet und steht seitdem als Veranstaltungsort für die interaktive Präsentation, Vermittlung und Diskussion aktueller politischer, wissenschaftlicher und historischer Themen zur Verfügung. Als lokale Kooperationspartner:innen konnten die Akademie der Wissenschaften in Hamburg, die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und der Verein für Hamburgische Geschichte gewonnen werden.
Weiterführende Informationen zum Projekt sind auf den Seiten des Interreg Baltic Sea Region Programms in englischer Sprache zusammengefasst.
Dieses Projekt wurde aus Fördermitteln der Europäischen Union im Interreg Baltic Sea Region Programm kofinanziert.
Kontakt:
Direktion, Direktionsreferentin
E-Mail:
zvevnzznevr.terra(at)fho.hav-unzohet.qr
Telefon:
+49 40/42838-3340
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