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Hamburg, Carl von Ossietzky

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2011-2015

Ausstellungsarchiv

Ausstellungen 2015

„Wer Bücher findet, lese darin…“ Die Bibliothek der Jüdischen Gemeinde Hamburg

„Wer Bücher findet, lese darin…“ Die Bibliothek der Jüdischen Gemeinde Hamburg

6. November 2015 bis 3. Januar 2016
Nach einer leidvollen Geschichte und langer Irrfahrt gelangte die Bibliothek der Jüdischen Gemeinde, gegründet 1909, in die Obhut der Staats- und Universitätsbibliothek. Der 2012 geschlossene Depositumsvertrag zwischen der Jüdischen Gemeinde Hamburg und der Staats- und Universitätsbibliothek bildet die Grundlage für die Verzeichnung und Restaurierung der Jüdischen Gemeindebibliothek.
Es grenzt an ein Wunder, dass diese Bibliothek die nationalsozialistische Schreckensherrschaft überdauert hat und noch während des Kalten Krieges auf verschlungenen Wegen nach Hamburg zurückgekommen ist.
Dank der großzügigen Unterstützung durch die Freie und Hansestadt Hamburg, die Hermann-Reemtsma-Stiftung und die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius werden die Bücher durch zwei Judaistinnen im Katalog der SUB verzeichnet, und es konnte mit der Restaurierung der beschädigten Bände begonnen werden. Die Katalogisierung wird den Schatz, den die Bibliothek der Jüdischen Gemeinde für unsere Stadt darstellt, nach und nach wieder sichtbar und benutzbar machen und eine als schmerzlich empfundene Lücke schließen.
Die Ausstellung dokumentiert die Katalogisierungsarbeit, zeigt die Fortschritte in der Verzeichnung der Bücher und präsentiert erste restaurierte Bände. Es ist noch viel zu tun - weitere Unterstützung ist erwünscht.Ort: Ausstellungsraum, Erdgeschoss, Eintritt frei.

Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie im Blog-Artikel.


50 Jahre Wagenbach - Der unabhängige Verlag für wilde Leser

50 Jahre Wagenbach - Der unabhängige Verlag für wilde Leser

4. September bis 25. Oktober 2015
Der Verlag, gegründet 1964, veröffentlicht Bücher aus Überzeugung und Vergnügen, mit Sorgfalt und Ernsthaftigkeit. Die Geschichte des Verlags ist wechselhaft: Zunächst als Ost-West-Verlag von Klaus Wagenbach in Berlin gegründet, erhält er bald Lizenzverbot seitens der DDR und wird dann der Verlag der Studentenbewegung, insbesondere der Außerparlamentarischen Opposition. Trotzdem bleibt er immer literarisch, mit einer starken Vorliebe für Italien und ist seit den 80er Jahren der Verlag für italienische Literatur und Kunst. Gleichzeitig baut der Verlag ein breites kultur- und kunstgeschichtliches Programm auf. Seit seiner Gründung der Schwarzen Kunst verschrieben, beginnen die Leser den Verlag unter anderem mit der Reihe SALTO als den „Verlag der schönen Bücher“ zu betrachten. 2002 übernimmt Susanne Schüssler die Leitung des Verlags. Der in den 90er Jahren eingeleiteten Internationalisierung des Programms mit Schwerpunkt auf den romanischen Sprachen folgt eine Ausweitung des Blicks auf die beiden Amerikas und Afrika.Heute erscheinen Neuentdeckungen italienischer, spanisch-, französisch-, englisch- und deutschsprachiger Autoren, Klassiker des 20. Jahrhunderts, Kunst- und Kulturgeschichte sowie Politik. Die Ausstellung spiegelt 50 Jahre Verlags- und Zeitgeschichte. Sie zeigt mehr als 200 Exponate: Briefe (freundliche und entschiedene), Postkarten (nicht nur von Autoren und Lesern), Notizzettel (mit verzweifelten Berechnungen), Manuskripte (manchmal kaum lesbar, weil so stark redigiert), Gerichtsschreiben (mit dem ganzen Elend der 70er Jahre), Werbeprospekte (50 Jahre Gestaltung), Schallplatten und natürlich Bücher zum Anfassen, Riechen und Blättern.
Und außerdem jede Menge Karnickel (Wappentier der Taschenbücher) und Zwiebeln (vielschichtig und unverwüstlich).
Führungen: 16.9.2015, 11 Uhr, und 21.10.2015, 17 Uhr.
Ort: Ausstellungsraum, Erdgeschoss, Eintritt frei.

Weitere Informationen finden Sie im Blog-Artikel.


Hans Steffen: Grenzerfahrungen eines deutschen Geografen in Chile

Hans Steffen: Grenzerfahrungen eines deutschen Geografen in Chile

9. Juli - 23. August 2015
Der deutsche Geograf Hans Steffen (1865-1936) wirkte im Kontext der Grenzziehung zwischen Argentinien und Chile an der Erforschung der patagonischen Andenkette wesentlich mit. Im Mittelpunkt seiner Arbeit stand die Suche nach der Wasserscheide zwischen Atlantik und Pazifik. Sein Beitrag für die Institutionalisierung der Geografie in Chile und seine Rolle im wissenschaftlichen Austausch zwischen Deutschland und Chile sind für die internationale Forschung von großer Bedeutung.
Steffen war auf vielfache Weise mit dem Thema „Grenze“ konfrontiert. Darunter sind nicht nur seine Arbeiten für die chilenische Grenzkommission und die Überwindung der eigenen Grenzen bei seinen abenteuerlichen Expeditionen zu verstehen, sondern auch die Abgrenzungen zwischen den Wissenschaften und der wissenschaftliche Austausch über die Landesgrenzen hinweg.
Eine Ausstellung des Ibero-Amerikanischen Instituts- Preußischer Kulturbesitz Berlin, unterstützt mit Mitteln des Föderalen Programms der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.
Ort: Ausstellungsraum, Erdgeschoss, Eintritt frei.

Weitere Informationen finden Sie im Blog-Artikel.


Zeitreise zu den Azteken und Maya – zum 50. Jubiläum der Mesoamerikanistik in Hamburg

Zeitreise zu den Azteken und Maya – zum 50. Jubiläum der Mesoamerikanistik in Hamburg

15. Mai bis 28. Juni 2015
Die Ausstellung widmet sich der Forschung der Mesoamerikanistik, die in diesem Jahr ihr 50 jähriges Bestehen an der Universität Hamburg feiert.
Gezeigt werden Exponate aus der Linga Bibliothek für Lateinamerika-Forschung, der Departmentbibliothek Kulturgeschichte und Kulturkunde sowie der Staats-und Universitätsbibliothek Carl von Ossietzky.
Auf einer Zeitreise begibt sich der Besucher von der vorspanischen Epoche mit farbenfrohen und bildreichen Codices aus Zentralmexiko und dem Mayaraum in die spanische Kolonialzeit. Aus dieser Zeit stammen bekannte Werke der Missionsliteratur, so z.B. von Bartolomé de las Casas und Bernadino de Sahagún. Weitere Zeugnisse der Entdeckung und Eroberung sind die Briefe des Hernán Cortés an Karl V., der diese ins Lateinische übersetzen ließ, um die Fugger zu beeindrucken, damit sie ihm weitere Darlehen gewähren sollten.
Die Illustrationen Theodor de Bry´s sowie Reiseberichte u.a. von Thomas Gage zeigen das europäische Bild der Neuen Welt im 16. und 17. Jahrhundert. Über die Reisenden und Forscher des 19. und 20. Jahrhunderts wie Alexander von Humboldt, Teobert Maler und Eduard Seler spannt die Ausstellung einen Bogen zur  Fachgeschichte der Mesoamerikanistik an der Universität Hamburg.
Um die europaweit einmaligen Ressourcen, wie die Sammlungen in Bibliotheken, Archiven und Museen, sowie die über Jahrzehnte aufgebaute Kompetenz in den Bereichen Archäologie, Ethnologie, Geschichte und den indigenen Sprachen auch nach der Schließung des Faches an der Universität Hamburg zu nutzen, wurde 2010 die Mesoamerika-Gesellschaft Hamburg e.V. gegründet, die sich für die Fortführung der Forschungstradition einsetzt und das Wissen über indigene Kulturen Mesoamerikas einer breiten Öffentlichkeit näher bringen möchte.
Ort: Ausstellungsraum, Erdgeschoss, Eintritt frei.

Weiter Informationen zur Ausstellung finden Sie im Blog-Artikel.


Das ökonomische Potential der Portugiesischen Sprache

Das ökonomische Potential der Portugiesischen Sprache

15. April bis 31. Mai 2015
Die 250 Millionen Portugiesisch-Sprecher stellen ca. 3,7 % der Weltbevölkerung dar und besitzen ca. 4% des gesamten Weltreichtums. Die 8 Länder, in denen Portugiesisch gesprochen wird, erstrecken sich über eine Fläche von 10,8 Millionen km², also etwa 7,25% der kontinentalen Erdoberfläche, und sie besitzen alle weit reichende Meeresterritorien. Portugiesisch ist die vierthäufigste gesprochene Sprache der Welt und verzeichnet eine der höchsten Wachstumsraten im Internet, in den sozialen Netzwerken und im Fremdsprachenlernen.
Die Ausstellung (auf Portugiesisch und Englisch) ist ein Projekt des Camões Instituto da Cooperação e da Língua (Portugal), basierend auf einer Initiative des portugiesischen Abgeordneten Diogo Feio der CDS-PP im Europäischen Parlament im Jahr 2014. Sie wird gezeigt vom Centro de Língua Portuguesa – Camões am Institut für Romanistik der Universität Hamburg in Kooperation mit der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky (Sondersammelgebiet Spanien, Portugal).
Ort: Gang zum Lichthof

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Wie das Kinderbuch den Sozialismus erzählt

Wie das Kinderbuch den Sozialismus erzählt

19. Januar - 15. März 2015
Die aktuelle Kinder- und Jugendliteratur aus Mittel- und Osteuropa ist in Deutschland wenig bekannt, dabei bietet sie nicht nur gute Geschichten, sondern auch wunderbare Graphiken und Illustrationen. In der Ausstellung „Wie das Kinderbuch den Sozialismus erzählt“ wird das Augenmerk auf die künstlerische Seite der Buchproduktion und auf die Gestaltungsformen in den slawischen Kulturen gerichtet. Die Besucherinnen und Besucher erhalten einen Einblick in die Welt der slawischen Kinderund Jugendbücher der Gegenwart, die sich mit dem Thema „Kindheit im Sozialismus“ beschäftigen.
Die Ausstellung ist Teil des Projektes „Sozialistische Kinderwelten. Literarische Streifzüge durch Polen, Russland und Slowenien“, das im Rahmen des Programms „Viva Vostok! Kinder- und Jugendliteratur aus Mittel- und Osteuropa“ der Robert-Bosch-Stiftung am Institut für Slavistik der Universität Hamburg im WS 2014/2015 durchgeführt wird. Die Ausstellung wurde von den an diesem Projekt beteiligten Studenten konzipiert und organisiert.
Ort: Gang zum Lichthof

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Künstlerbücher und Boten. Werke von Edith Matzen Hirsch (Argentinien)

Künstlerbücher und Boten. Werke von Edith Matzen Hirsch (Argentinien)

15. Januar - 29. März 2015
„Dass ich 1938 in Bollingstedt in Schleswig-Holstein geboren wurde und 1950 nach Argentinien emigriert bin, hat für mich eine große Bedeutung. Seit Antritt dieser Reise trage ich in meinem Gepäck den unerschöpflichen Schatz der schönen deutschen Sprache, ihrer Literatur, Poesie und Musik mit mir; aber ebenso die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts.
Mit meinem Werk betrete ich die Welt der Symbole. Dadurch wird es mir möglich, in metaphorischer Weise meine Ideen und Erfahrungen zu materialisieren.
Ich zeige in der Ausstellung einige Beispiele aus meinem Werk, die mir die Gelegenheit geben, nicht nur mit dem Wort zu arbeiten, sondern darüber hinaus meine Ideen auf verschiedenen Trägern und unterschiedlichen Materialien zu entfalten. Dafür habe ich Arbeiten ausgewählt, die seit dem Jahr 1996 entstanden sind. Sie beginnen an einem Punkt und entwickeln sich wie eine Spirale bis in die Gegenwart.
Eine meiner Inspirationsquellen sind diejenigen Menschen, die Solidarität in die Tat umsetzen.Der Zufall hat mir ermöglicht, in zwei verschiedenen Kulturen zu leben. Dadurch wird mein persönliches Universum erweitert und es gibt weder geografische Grenzen noch Schranken in meiner Phantasie.“ (Edith Matzen Hirsch)
Ort: Ausstellungsraum, Erdgeschoss, Eintritt frei.

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Ausstellungen 2014

Osmanen in Hamburg - eine Beziehungsgeschichte zur Zeit des Ersten Weltkrieges

Osmanen in Hamburg - eine Beziehungsgeschichte zur Zeit des Ersten Weltkrieges

6. November 2014 bis 4. Januar 2015
Nach ersten Kontakten seit dem 16. Jahrhundert intensivierte sich der Austausch Hamburgs mit dem Osmanischen Reich im 19. Jahrhundert, in dem erstmals offizielle Beziehungen aufgenommen wurden. 1839 schlossen die Hansestädte einen „Freundschafts-, Handels- und Schiffahrts-Vertrag“ mit dem Osmanischen Reich. 1844 eröffneten die Osmanen ihr erstes Generalkonsulat in Hamburg Ein Jahr später wurde die diplomatische Vertretung der Hansestädte in Istanbul eröffnet, mit Andreas David Mordtmann (1811-1879) als erstem Generalkonsul. Die Handels- und Wirtschaftsbeziehungen nahmen im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts rapide zu, Dampfschifffahrtsgesellschaften, wie die Deutsche-Levante-Linie oder HAPAG, erleichterten nicht nur den Warentransport, sondern ermöglichten auch Personentransporte.
Insgesamt gewannen die Beziehungen des Deutschen Reiches mit dem Osmanischen Reich am Vorabend des I. Weltkrieges eine neue Qualität und wandelten sich schließlich zur tragisch-berühmten „Waffenbrüderschaft“.
Die Ausstellung widmet sich dieser Beziehungsgeschichte aus Hamburger Sicht und nimmt vor allem die Zeit zwischen 1914 und 1918 in den Blick. Archivmaterialien (aus dem Staatsarchiv Hamburg, der Staats- und Universitätsbibliothek, aus dem Museum der Arbeit und dem Museum für Kunst und Gewerbe), die hier erstmals gezeigt werden, veranschaulichen nicht nur die wirtschaftlichen, diplomatischen und kulturellen Kontakte, sie vermitteln vor allem einen Eindruck von der Präsenz und vom Leben der ethnisch wie religiös heterogenen Gruppe der Osmanen in Hamburg.
Zur Ausstellung veranstaltet das TürkeiEuropaZentrum (TEZ) in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg die Vortragsreihe „Hamburg und das Osmanische Reich im I. Weltkrieg“. Konzept: Prof. Dr.Yavuz Köse, gemeinsam mit den Studentinnen Tabea Becker-Bertau, Sina Gögen, Evgi Güler, Ina Grannemann, Liisa Lappalainen und Christiane Stahl.
Ort: Ausstellungsraum, Erdgeschoss, Eintritt frei.


Talmud – Tora –Siddur. Hebräische Handschriften der Hamburger Staats- und Universitätsbibliothek

Talmud – Tora –Siddur. Hebräische Handschriften der Hamburger Staats- und Universitätsbibliothek

18. September bis 26. Oktober 2014
Erstmals wird in einer Ausstellung die umfangreiche und bedeutende Sammlung hebräischer Handschriften in Hamburg der Öffentlichkeit vorgestellt. Mit ungefähr 550 Manuskripten gehört sie zu den großen Sammlungen weltweit. Dieser Reichtum verdankt sich der Sammelleidenschaft großer Gelehrter wie Conrad von Uffenbach, Christian Theophil Unger, Joachim Morgenweg und vor allem des Hamburger Professors und Pastors Johann Christoph Wolf. Besonders die Manuskriptkultur des deutschen Judentums ist mit wunderbaren Handschriften vertreten: seien es mittelalterliche Bibeln, Gebetbücher im Riesenformat, illuminierte Haggadot und Estherrollen, seien es mystische und
magische, philosophische und wissenschaftliche Texte oder Zeugnisse der Alltagskultur und religiöser Riten in Hebräisch, Aramäisch, Jiddisch und Deutsch. Gezeigt wird eine Auswahl von 70 Handschriften, die die Fülle und die Eigenheiten der Sammlung anschaulich machen.
Während der Ausstellung findet die öffentliche Konferenz Research on Hebrew Manuscripts – Status quaestionis (21. - 23. Oktober 2014) am Sonderforschungsbereich „Manuskriptkulturen in Asien, Afrika und Europa“ statt.
Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog, der aus einer Zusammenarbeit des SFB Manuskriptkulturen mit der SUB Hamburg entstanden ist. Wir danken der Deutschen Forschungsgemeinschaft für die finanzielle Unterstützung bei der Herstellung und Drucklegung des Kataloges.
Ort: Ausstellungsraum, Erdgeschoss, Eintritt frei.

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Burka Projekt: Fotos von Rosa Liksom

Burka Projekt: Fotos von Rosa Liksom

10. September bis 16. November 2014
Burka Projekt: Fotos von Rosa Liksom
Die facettenreiche Künstlerin Rosa Liksom, die in Deutschland eher für ihre literarischen Werke bekannt ist, präsentiert Fotos aus ihrem “Burka Projekt”. Liksoms Fotoserie stellt eine fast unwahrscheinliche Kombination in die Wahrnehmungswelt: meditativ voranschreitende Frauen in Burkas vor nordischer Landschaft oder Burkaträgerinnen vor “Ikonen” europäischer Städte. Die Natur des Nordens sieht mit einer Burka anders aus und die Bilder eröffnen überraschende Perspektiven auf die Welt, die wir zu kennen glauben.
Die Fotos lösen unweigerlich Gefühle, Gedanken und Fragen aus: “Die Perspektive wirkt frappierend und verändert uns, die Betrachter von Rosa Liksoms Bilder”, so formuliert es Professorin Anita Seppä
von der Akademie der Bildenden Künste Helsinki.
Ort: Gang zum LICHTHOF, 1. Etage

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Manier, Mythos und Moral – Niederländische Druckgraphik um 1600 aus der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg

Manier, Mythos und Moral – Niederländische Druckgraphik um 1600 aus der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg

4. Juli bis 24. August 2014
Die manieristische Druckgraphik in der Kupferstichsammlung der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg ist ein verborgener Schatz. Die ca. 2.000 Blätter stammen aus Hamburger Privatsammlungen des 18. Jahrhunderts, die vornehmlich niederländische Kunstwerke enthielten:
Graphiken namhafter niederländischer Künstler, z.B. von Hendrick Goltzius, Cornelis van Haarlem und Abraham Bloemaert.
In enger Zusammenarbeit zwischen dem Kunstgeschichtlichen Seminar der Universität Hamburg und dem Referat Seltene und Alte Drucke der Staatsbibliothek widmet sich das Lehr- und Ausstellungsprojekt den besonders qualitätvollen allegorischen Darstellungen des „Goldenen Zeitalters“ niederländischer Kupferstiche. Die ausgewählten Zyklen zeigen etwa Musen- und Vanitasdarstellungen, Tugenden und Laster sowie Lebensalter-, Monats- und Jahreszeitenallegorien.
Die Ausstellung begleitet ein Katalog, der erstmals den Sammlungsbestand systematisch aufarbeitet, verfasst von Studierenden des Kunstgeschichtlichen Seminars der Universität Hamburg unter der Leitung von Prof. Dr. Iris Wenderholm. Die Präsentation der umfangreichen graphischen Sammlung der Staatsbibliothek soll Lehrenden, Studierenden, Interessierten sowie dem allgemeinen Fachpublikum dazu dienen, den hier aufbewahrten Reichtum zu vergegenwärtigen und (neu) zu entdecken.
Wir danken der Karl H. Ditze-Stiftung, der Geschwister Dr. Meyer-Stiftung und der Warburg-Melchior-Olearius-Stiftung für die finanzielle Unterstützung des Ausstellungskatalogs.

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In der Stadt verankert – 175 Jahre Verein für Hamburgische Geschichte

In der Stadt verankert – 175 Jahre Verein für Hamburgische Geschichte

8. Mai bis 22 Juni 2014
Das muss gefeiert werden!
Hamburgs Geschichte in nahezu all ihren Facetten wird seit 175 Jahren vom Verein für Hamburgische Geschichte (VHG) erforscht, beschrieben, vorgetragen und mit Stadtspaziergängen erkundet – von Hammaburg bis Elbphilharmonie, von Alster bis Elbe, von Dänen bis Franzosen, von Pfeffersäcken bis Frauenrechtlerinnen, von Berühmtheiten bis zu den „einfachen Leuten“. Heute sind mehrere Arbeitsgruppen aktiv: der Arbeitskreis „Erinnerung“, das Interview-Projekt „Hamburger Stadtgespräche“, eine  „Stolperstein“-Recherchegruppe und der „Junge Verein“.
Vor 175 Jahren, am 9. April 1839, gründeten Hamburger Bürger, gefördert von der Patriotischen Gesellschaft von 1765, den Verein für Hamburgische Geschichte. Seither widmet sich der VHG seiner Aufgabe, der Erforschung und Vermittlung hamburgischer Geschichte, und ist eine Institution für alle,
die sich für die reiche Geschichte der Hansestadt interessieren. Publikationen, historische Ausflüge, die Vereinsbibliothek sowie Vorträge, die seit einigen Jahren in Kooperation mit der Staats- und Universitätsbibliothek stattfinden, sind die Aktivposten des quirligen Vereins, der einer der ältesten und mit über 1.000 Mitgliedern einer der größten Geschichtsvereine in Deutschland ist. Er steht allen Interessierten offen, seine Veranstaltungen setzen auf den regen Austausch von namhaften Wissenschaftlern mit einem kundigen Publikum und seine Publikationen sind Bausteine des städtischen Geschichtsbewusstseins.

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„Todeszone“ – Fotos aus Prypjat, Ukraine

„Todeszone“ – Fotos aus Prypjat, Ukraine

Am 26. April 1986 ereignete sich im Kernkraftwerk Tschernobyl der bis dato erste atomare Super-GAU. In etwa vier Kilometern Luftlinie des Reaktors, im Ort Prypjat, der 1970 eigens für die Mitarbeiter des Reaktors und ihre Familien gegründet wurde, ahnte zu diesem Zeitpunkt noch kaum jemand etwas von der Schwere des Unglücks. Erst knapp zwei Tage nach der Katastrophe wurde die Stadt geräumt, was für viele der knapp 50 000 Bewohner schwerste gesundheitliche Folgen hatte. Seit der überstürzten Evakuierung, bei der die Menschen nur das Notwendigste ihrer Habe mitnehmen durften und zunächst von einer vorübergehenden Abwesenheit ausgingen, ist Prypjat eine Geisterstadt in der so genannten „Todeszone“, die in einem Radius von zehn Kilometern rund um den Reaktor eingerichtet wurde.
Janina Fuge hat sich vor vier Jahren aufgemacht, diesen „vergessenen“ Ort zu besuchen: Riesenrad und Autoscooter eines Freizeitparks, der am 1. Mai 1986 eingeweiht werden sollte, rosten einsam vor sich hin; in kalter Leere gähnt das Becken des einst imposanten Schwimmbades, die von heimlich kommenden Vandalen zerzausten Bücher in Klassenräumen künden von einer Schulzeit, die für die dort lernenden Kinder sicherlich nie wieder unbeschwert sein sollte – und die Natur erobert sich langsam all jene Plätze zurück, die einst von der Größe des Sozialismus künden sollten. Es sind Bilder aus der „Todeszone“, die Geschichten erzählen davon, wie erschütterbar das Leben ist.

Weitere Informationen zu der Ausstellung finden Sie im Blog-Artikel.


Zum 300. Jubiläum von Carl Philipp Emanuel Bach„Für Kenner und Liebhaber“ - Carl Philipp Emanuel Bach in Hamburg

Zum 300. Jubiläum von Carl Philipp Emanuel Bach„Für Kenner und Liebhaber“ - Carl Philipp Emanuel Bach in Hamburg

11. März bis 27. April 2014
Von 1768 bis zu seinem Tod am 14. Dezember 1788 war Carl Philipp Emanuel Bach städtischer Kantor und Musikdirektor der Haupt- und Nebenkirchen in Hamburg, setzte aber auch darüber hinaus dem Hamburger Musikleben als Komponist, Konzertveranstalter und Interpret eigener Werke seinen Stempel auf.
Die Bach-Ausstellung zeichnet ein detailliertes Bild des Hamburger Musiklebens in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Gezeigt werden neben Dokumenten zu Bachs kirchenmusikalischer Tätigkeit speziell für Hamburger Anlässe komponierte Fest- und Gedenkmusiken sowie weitere in Hamburg entstandene Kompositionen. Ein besonderes Augenmerk wirft die Ausstellung auf den in Carl Philipp Emanuel Bachs Besitz und damit rund 30 Jahre in der Stadt gewesenen Anteil an Kompositionsmanuskripten des Vaters, aufgrund derer Hamburg zu einem Ausgangspunkt für die beginnende Rezeption der Werke Johann Sebastian Bachs im späten 18. Jahrhundert wurde. Gefragt wird außerdem nach Dichtern und Gelehrten, die Bach in Hamburg umgaben und sein schöpferisches Tun beeinflussten. Schließlich widmet sich die Ausstellung Bachs Schülern und Anhängern sowie seinem Ruhm und Nachruhm in Hamburg.
Eine Ausstellung im Rahmen der Veranstaltungen zum 300. Geburtstag von C.P.E. Bach:
www.cpebach.de
Ort: Ausstellungsraum, Erdgeschoss, Eintritt frei.

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Kühne Helden – Stadtbäume in Hamburg

Kühne Helden – Stadtbäume in Hamburg

11. Februar bis 13. April
„Eine Stadt ist so reich, wie ihre Bäume zahlreich sind“ besagt eine mittelalterliche Volksweisheit. Dieser Einsicht zufolge ist Hamburg eine sehr reiche Stadt: Rund 250 000 Bäume säumen allein ihre Straßen und
prägen seit Jahrhunderten das Bild der Hansestadt.
Die vielfältigen Baumarten bieten nicht nur einen beruhigenden Gegensatz zur schnelllebigen Stadt, sondern auch einen besonderen optischen Reiz. Dieser zeigt sich vor allem im Winter. Es ergeben sich immer neue grafische Anordnungen und Spannungen zwischen der statisch-starren Stadtarchitektur und den filigranen organischen Silhouetten der Bäume. Der individuelle Wuchs der Bäume lässt erahnen, wie sie sich der ständig wandelnden Umgebung angepasst und allen geschichtlichen Ereignissen standgehalten haben.
Viele Hamburger Stadtbäume sind weit über hundert Jahre alt. Mit Erfolg behaupten sie sich gegen Autoverkehr, Umweltgifte und die ehrgeizigen Projekte der Stadtplaner. Wird ein Baum, wie vergangenes Jahr die
1822 gepflanzte Rosskastanie an der Lombardsbrücke, gefällt, entsteht eine ernüchternde Leere. Das Stadtbild und auch die Architektur können den Verlust nur schwer verkraften.
Die Fotografin Ulrike Cameron Henn fotografierte die Bäume im Winter 2011/2012 in Schwarz-Weiß, um nicht von der majestätischen Präsenz und der spürbaren Verletzbarkeit der Bäume abzulenken.
Die Kabinett-Ausstellung befindet sich im Gang zum Lichthof der Staats- und Universitätsbibliothek (1. Etage)
Fotobuch zur Ausstellung: Ulrike Cameron Henn: Kühne Helden: Stadtbäume in Hamburg, 2013
Zu bestellen unter: http://www.ulrikecameronhenn.com/shop/books-kuhne-helden/
Website der Fotografin: www.ulrikecameronhenn.com

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Ausstellungen 2013

Die Verwandlung – 25 Jahre russische Künstlerbücher (1989-2013)

Die Verwandlung – 25 Jahre russische Künstlerbücher (1989-2013)

13. Dezember 2013 – 2. März 2014
Während der Avantgarde-Bewegungen wie Futurismus, Dadaismus und Surrealismus Anfang des 20. Jahrhunderts zählte die russische Avantgarde zu der wichtigsten und war führend in der Entwicklung nicht nur des abstrakten Bildes, sondern auch eines neuen Buchdesigns. Nach der Oktoberrevolution 1917 für den Aufbau des neuen Landes ideologisch vereinnahmt, erwachte das Genre Künstlerbuch in Russland um 1985, während der Perestrojka, wieder zum Leben und gewann an Popularität - nicht nur durch das Verschwinden der Zensur, sondern auch als eine Kunstform, die die Euphorie jener Tage verbreiten konnte; Inspirationsquelle waren die futuristischen Bücher der russischen Avantgarde.
Die erste Ausstellung des modernen russischen Künstlerbuches fand 1990 in Leningrad statt, die Ausstellung ‚Die Verwandlung‘ ist eine kleine Hommage daran. Sie stellt die Interaktion zwischen den Genres in der Buchkunst in den Mittelpunkt und untersucht, wie russische Künstler in den vergangenen 25 Jahren das Buch sahen. In 50 Werken von 25 zeitgenössischen russischen Künstlern werden nicht nur die Differenzen und Ähnlichkeiten der kreativen Prozesse der Künstler sichtbar, sondern auch ihre individuellen Entwicklungen. Mal sind die ausgestellten Künstlerbücher sorgfältig hergestellte und ästhetisch ansprechende Produkte, dann wieder konzeptionelle Äußerungen, die weniger ästhetisch und schwieriger zu fassen sind.
Die Ausstellung präsentiert Werke der LS Collection Van Abbemuseum Eindhoven, die in den 1990er Jahren von den Kunsthistorikern Albert Lemmens und Serge Stommels zusammengestellt wurde. Die gezeigte Auswahl zeigt eine Vorliebe für die handwerkliche Qualität in der Ausführung des Buchs, dazu kommen Projekte mit experimentellem Charakter, die die klassische Funktion des Buches in Frage stellen. Die Künstler unterscheiden nicht zwischen dem Unikat, dem Multiple oder dem Künstlerbuch, aber sie stellen sicher, dass das Buch im Mittelpunkt ihres künstlerischen Wirkens und Denkens steht.
Ort: Ausstellungsraum, Erdgeschoss, Eintritt frei.
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Cenas do Cacau, Figuras de Amado: Jorge Amados Werk in einer fotografischen Übersetzung von Isabel Florêncio Pape

Cenas do Cacau, Figuras de Amado: Jorge Amados Werk in einer fotografischen Übersetzung von Isabel Florêncio Pape

7. Oktober-14. November 2013
orge Amado (1912-2001) ist einer der repräsentativsten Schriftsteller Lateinamerikas und einer der meist übersetzten Schriftsteller Brasiliens weltweit. Seine Arbeit war inspiriert und geprägt vom Alltag der brasilianischen Gesellschaft in Bahia.
Die Künstlerin Isabel Florêncio Pape besuchte im Jahr 2010 die „Costa do Cacau“ von Bahia, um dem symbolischen und diskursiven Universum von Jorge Amado nachzuspüren und es in fotografische Sprache zu übersetzen. Die in die ausgestellten Bilder eingearbeiteten Textphrasen wurden aus vier Werken von Jorge Amado ausgewählt: Cacau (1933), Terras do sem fim (1943), São Jorge dos Ilhéus (1944) und Tocaia Grande (1984), einem literarischen Zyklus der Kakao Saga in Brasilien.
Aus der semiotisch-ästhetischen Beziehung, in denen Worte und Bilder sich berühren und einander gegenseitig beeinflussen, erstellt die Künstlerin einen Raum der Reibung und Widerstand von Ideen, Perspektiven und unterschiedlichen Interessen. Die Bildverfremdung suggeriert eine Überlagerung von Schichten aus unterschiedlichen Zeiten und verleiht den Bildern einen Aspekt des Palimpsest, so als hätte die Vergangenheit die Gegenwart überlebt.
Dr. Isabel Florêncio Pape, geboren 1965 in Brasilien, lebt und arbeitet seit 2010 in Hamburg. Kontakt: info@isabelflorencio.com
Ort: Gang zum Lichthof im Altbau

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Von Homer bis Aristoteles: Griechische Handschriften in norddeutschen Sammlungen

Von Homer bis Aristoteles: Griechische Handschriften in norddeutschen Sammlungen

25. September-1. Dezember 2013
Eine Ausstellung anlässlich des VIII. Kolloquiums für Griechische Paläographie
Anlässlich des internationalen Kolloquiums „Griechische Handschriften: gestern, heute und morgen“(http://www.cipg.eu/2013) bietet die Staats- und Universitätsbibliothek einen Blick in ihre Sammlung griechischer Handschriften und auf Exponate aus norddeutschen Bibliotheken. In der Ausstellung werden mehr als 50 Handschriften, Papyri und annotierte Frühdrucke präsentiert. So kommen einige der wichtigsten Beispiele der griechisch-byzantinischen Manuskriptkultur aus norddeutschen Bibliotheksbeständen an einem Ort zusammen. Diese Schriftträger spiegeln die wissenschaftlichen und privaten Interessen ihrer Besitzer wider, deren Wirken entscheidend dazu beitrug, dass die ehemalige Stadtbibliothek zu einem Ort des Forschens wurde. Zu den Exponaten gehören ein Homer-Papyrus aus der Zeit um 200 v. Chr., Manuskripte des 9.-17. Jahrhunderts, darunter illuminierte Evangelien und Miniaturhandschriften, sowie prachtvolle Drucke des 15. und 16. Jahrhunderts.
Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog, der in Kooperation mit dem Institut für Griechische und Lateinische Philologie erarbeitet wurde.
Ort: Ausstellungsraum, Erdgeschoss, Eintritt frei.

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Das ganze Drumherum. Norddeutsche Einbandkunst durch die Jahrhunderte

Das ganze Drumherum. Norddeutsche Einbandkunst durch die Jahrhunderte

8. August 2013-17. September 2013
Zu den Schätzen der Staats- und Universitätsbibliothek gehört zweifelsohne die kleine, aber feine Einbandsammlung mit über 800 Exemplaren. Sie belegt die Geschichte der Einbandgestaltung des 16. bis 21. Jahrhunderts. Knapp die Hälfte der Einbände stammt aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Dazu gehören beinahe 100 Exemplare von Hamburger Einbandkünstlern wie Gustav Jebsen, Georg Hulbe, Johannes Gerbers, Franz Weisse, Ignatz Wiemeler, Kurt Londenberg und Christian Zwang. Anlässlich einer Tagung des Arbeitskreises für die Erfassung und Erschließung Historischer Bucheinbände vom 12. bis 14. September 2013 zeigt die Bibliothek beeindruckende Zeugnisse norddeutscher Einbandkunst vom Mittelalter bis heute aus ihren Sondersammlungen.
Ort: Ausstellungsraum, Erdgeschoss, Eintritt frei.

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Im Spiegel seiner Bibliothek: der Polarforscher Georg von Neumayer (1826-1909) Eine Ausstellung der Pfälzischen Landesbibliothek

Im Spiegel seiner Bibliothek: der Polarforscher Georg von Neumayer (1826-1909)
Eine Ausstellung der Pfälzischen Landesbibliothek

21. Juni-28. Juli 2013
Der Wissenschaftler und Polarforscher Georg von Neumayer wurde am 13. Januar 1876 zum ersten Direktor der Deutschen Seewarte in Hamburg ernannt. 27 Jahre leitete er die Deutsche Seewarte und führte diese zu einem international anerkannten Institut der maritimen Meteorologie. Die Deutsche Seewarte war 1883 auch Gründungsort der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft mit Neumayer als erstem Vorsitzenden.
Neumayer nutzte seine leitenden Funktionen, u.a. auch als Präsident der Deutschen Polarkommission seit 1881, eines seiner lebenslang mit großer Leidenschaft verfolgten Ziele voranzutreiben: die Erforschung der Antarktis. Sein Wirken trug entscheidend dazu bei, dass 1895 die deutsche Südpolarexpedition beschlossen wurde, die dann 1901 bis 1903 unter der Leitung von Erich von Drygalski mit dem Forschungsschiff „Gauß“ unternommen wurde. In dem Jahr der Rückkehr der „Gauß“ trat Neumayer in den Ruhestand und ging in seine Heimat, die Pfalz zurück. Hier arbeitete und publizierte er für den bis heute bestehenden naturforschenden Verein POLLICHIA weiterhin zu naturwissenschaftlichen Themen und angewandter Wissenschaft auf Reisen.
Anlässlich des 100. Todestages Neumayers zeigte die Pfälzische Landesbibliothek Speyer 2009 in einer Ausstellung einen Querschnitt durch seine private Büchersammlung, die 1958 von der Bibliothek übernommen werden konnte. Die 7.700 Bände spiegeln die wissenschaftlichen und privaten Interessen ihres Besitzers wider. Neben naturwissenschaftlichen Werken finden sich kosmographische und geographische Werke des 16. Jahrhunderts, Berichte von Entdecker- und Forschungsreisen des 17. und 18. Jahrhunderts sowie schließlich zu den Polarexpeditionen und Entdeckungen des 19. Jahrhunderts. Seine Biographie kommt dagegen in gesammelten Drucken zu seiner Heimat und zu seiner Wirkungsstätte Hamburg zum Ausdruck, aber auch in selbst publizierten Schriften, z.B. zu seiner Goldgräberzeit in Australien.
Die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg präsentiert nun auch dem hanseatischen Publikum diese interessante Persönlichkeit der HamburgerGelehrtenwelt der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Spiegel seiner Bibliothek.
Ort: Ausstellungsraum, Erdgeschoss, Eintritt frei.

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Typoeten. Typographische Dichterporträts von Ralf Mauer

Typoeten. Typographische Dichterporträts von Ralf Mauer

13. Juni-26. Juli 2013
Der Ausdruck »homme de lettres« bekommt durch die Schriftstellerporträts des Hamburger Graphik-Designers Ralf Mauer einen neuen Klang: Jedem Dichter hat er eine Schriftart gewidmet und ausschließlich aus den Schriftzeichen ein verblüffend ähnliches Porträt gestaltet.
Dadurch ist eine eindrucksvolle Galerie berühmter Autorinnen und Autoren der Weltliteratur geschaffen worden – von Hans Christian Andersen bis Virginia Woolf. Diese Typo-Graphiken sind im Verlag Officina Ludi unter dem Titel »Typoeten« in einer Holzkassette erschienen, jeweils in Verbindung mit einer Vignette und einem Zitat des Dichters zum Satz, zum Druck oder zur Gestaltung seiner Bücher. Das in der englischen Sprache für den Begriff »Schriftarten« verwendete Wort »Typefaces« erhält auf diese Weise eine völlig neue, eigenständige Bedeutung.
Die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg zeigt jetzt in einer Ausstellung eine Auswahl dieser Porträts in großformatigen Drucken, bei denen der kunstvolle Einsatz von Lettern, Satzzeichen und Zahlen als Gestaltungselement in besonderer Weise sichtbar wird.
Ort: Durchgang zum Lichthof im Altbau

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„Wo man Bücher verbrennt…“ Verbrannte Bücher, verbannte und ermordete Autoren Hamburgs

15. Mai bis 28. Juni 2013
Am 10. Mai jährt sich zum achtzigsten Mal die Bücherverbrennung der Nationalsozialisten. Die von der „Deutschen Studentenschaft“ reichsweit organisierte Aktion „Wider den undeutschen Geist“ gipfelte in der öffentlich inszenierten Verbrennung von Büchern missliebiger Autoren. Die
Scheiterhaufen waren Fanale, die die vollkommene Beseitigung jeder demokratischen und freiheitlichen Kultur in Deutschland zum Ziel hatten.
Die von dem Historiker und Publizisten Wilfried Weinke konzipierte Ausstellung zeigt die Vorgänge in Hamburg in Wort und Bild. Die symbolischen Feuer vom Mai 1933 sind zugleich Anlass, um an die Verfolgung und Ausgrenzung von 18 fast vergessenen Hamburger Autorinnen und Autoren zu erinnern. Zu ihnen zählten Literaturwissenschaftler ebenso wie Kinderbuchautoren, Rabbiner und
Verleger, Journalisten, Illustratoren und Fotografen.
Die eindrucksvolle Schau wird im Lichthof der Staatsbibliothek präsentiert, der bis 1964 das Zentrum des „Wilhelm-Gymnasiums“ bildete. Drei der in der Ausstellung gewürdigten Autoren waren Schüler dieses Gymnasiums.
Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des „Zentralrats der Juden in Deutschland“.
Ort: Lichthof im Altbau der Bibliothek, Eingang Edmund-Siemers-Allee / Ecke Grindelallee,
Sonderöffnungszeiten: Mo-Fr 10-18 Uhr

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"Landschaften". Papierarbeiten und Bookart. Tita do Rêgo Silva, Hamburg, und Erich Paproth, Berlin

"Landschaften". Papierarbeiten und Bookart. Tita do Rêgo Silva, Hamburg, und Erich Paproth, Berlin

9. Mai - 9. Juni 2013
Tita do Rego Silva und Erich Paproth verkörpern entgegengesetzte Positionen in der internationalen Buchkunst.
Tita do Rêgo Silva steht für ein den narrativen und Bildtraditionen verpflichtetes Werk, das sich in den fiktiven Welten der Märchen verliert und diese in ihren eindrucksvollen Holzschnitten neu entstehen lässt. Großformatige Drucke, Editionen – Buchkunst auch in Zusammenarbeit mit brasilianischen
Schreibern bieten inhaltlich immer neugierigen und technisch qualifizerten Zugang in das Abenteuer Welt.
Erich Paproth arbeitet Malerbücher, Unikate und diese in der Tradition abstrakter materialorientierter Malerei, die ihren Ursprung in den landschaftlichen und materiellen Wirklichkeiten des Niederrheins,
der Düsseldorfer Akademie und dieser besonderen Kultur hat, die Vorbilder wie Beuys und das Umfeld der Gruppe Zero ermöglichten. Seine Bücher bilden Landschafts- und Bilderwelten, deren Wirklichkeit nicht in Worten gefasst und immer in der Gesamtheit des Buches lebt.
Beide Künstler weisen ein etabliertes Werk auf und stehen für zwei Aspekte der internationalen Buchkunst. Die auch technische Gegenüberstellung ihrer unterschiedlichen Sehweisen ergänzt sich und schafft Möglichkeiten, sowohl Aspekte der Druckgraphik, aber auch der freien künstlerischen Arbeit ineinandergreifend zu verbinden.
Ort: Ausstellungsraum, Erdgeschoss, Eintritt frei.


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Helmut Heißenbüttel: Literatur für alle

Helmut Heißenbüttel: Literatur für alle

20. März bis 28. April 2013
Helmut Heißenbüttel (1921-1996) war als Schriftsteller, Theoretiker, Publizist und als Rundfunkredakteur einer der wichtigsten Protagonisten der bundesrepublikanischen Neoavantgarde.
1941 versehrt aus dem Krieg zurückgekehrt, arbeitete er von 1954 bis 1957 beim Hamburger Claassen Verlag; 1954 erschien sein Gedichtband „Kombinationen“, 1956 folgten die „Topographien“.
Von 1959 bis 1981 leitete Heißenbüttel den „Radio-Essays“ beim Süddeutschen Rundfunk (Stuttgart).
Recht erfolgreich wurden seine sechs „Textbücher“ (1960-67); seine Frankfurter Poetikvorlesungen von 1963 widmete er den „Grundbegriffen einer Poetik im 20. Jahrhundert“. 1969 erhielt er den Georg Büchner-Preis.
Alternativ zum Mainstream interessierte sich Heißenbüttel in den 70er Jahren zunehmend für einen literarischen Gegenkanon und entwickelte sein Konzept einer „Offenen Literatur“.
Ein größeres Publikum erreichte er als Erzähler mit „Eichendorffs Untergang und andere Märchen“ (1978) und mit „Wenn Adolf Hitler den Krieg nicht gewonnen hätte“ (1979). Sein bislang wenig gewürdigtes „Antiwerk“, das große Romanprojekt „d’Alemberts Ende“, harrt weiterhin gründlicher Lektüre.
Die Ausstellung berücksichtigt auch das bislang wenig bekannte bildkünstlerische und photographische Werk Heißenbüttels und präsentiert Ton- und Videobeiträge.
Begleitbroschüre, mit zahlreichen farbigen Abbildungen: 5 Euro
Ort: Ausstellungsraum, Erdgeschoss, Eintritt frei.

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Treffpunkt Tante Clara: „Hamburgs Sphinx“ Ein Mikrokosmos kulturellen Lebens 1925-1944

Treffpunkt Tante Clara: „Hamburgs Sphinx“
Ein Mikrokosmos kulturellen Lebens 1925-1944

18. Januar bis 3. März 2013
1925-1944 agierte die Düsseldorferin Clara Benthien (1887-1962) in "Benthiens Weinprobierstube" als Gastwirtin, Raumgestalterin, Kunsthändlerin und Moritatensängerin. Man nannte sie "Tante Clara".
Ihre Originalität und die Nähe zu Kunsthalle, Thalia Theater und Kammerspielen zog vor allem ein künstlerisch-intellektuelles Publikum an. Hier verkehrten Fritz und Max Warburg, Werner Heisenberg, Paul Tillich, Conrad Veidt, Ernst Rowohlt, Marianne Hoppe und die Zauberkünstler Bartl vom Jungfernstieg. Robert Schneller malte die Gewölbe der Kellerräume aus, Claire Waldoff und die
Verfilmung der Dreigroschenoper inspirierten sie zum Vortrag von Moritaten.
Im Gedicht eines Unbekannten wurde Tante Clara "Hamburgs Sphinx" genannt, da je weiter man in das "Dritte Reich" schlitterte, desto mehr der Weinkeller zum Geheimtipp wurde. Hier konnte man Bilder verkaufen, fand Trost und jüdischen Mitbürgern wurden im Hinterzimmer Wege ins Exil geebnet - während "Tante Clara" zum Beispiel die vieldeutige "Verdunkelung" vortrug.
Im Juli 1944 fiel der Künstlertreffpunkt den Bomben zum Opfer.
Die Ausstellung bringt 51 Jahre nach dem Tod "Tante Claras" zum ersten Mal Dokumente über diese "Institution" ans Licht.
Ort: Ausstellungsraum, Erdgeschoss, Eintritt frei.

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Ausstellungen 2012

20+6. Obdachlosigkeit hat jedes Gesicht

20+6. Obdachlosigkeit hat jedes Gesicht

5. Dezember 2012 bis 3. Februar 2013
Wie sehen obdachlose Frauen aus? Gibt es das typische „Obdachlosengesicht“? Können wir wirklich anhand eines Gesichtes unterscheiden, ob eine Frau auf der Straße lebt oder in geregelten Verhältnissen?
Um sich dieser Frage zu stellen, hat die Fotografin Ann-Kathrin Kampmeyer insgesamt 26 Frauen aus geregelten und nicht geregelten Verhältnissen portraitiert.
Die Frauen im Alter von 18-70 wurden unter immer den gleichen Bedingungen fotografiert. Bei den Portraits geben weder Make-up, Schmuck, Kleidung noch genaue Angaben zur Identität Aufschluss darüber, woher diese Frauen kommen.
Wie schnell verurteilen wir Menschen aufgrund von Äußerlichkeiten, ohne genau hingeschaut zu haben? Und wenn wir jetzt keine dieser äußerlichen Einflussfaktoren haben, was machen wir dann?
Können wir aus der Serie von 26 Portraits die 6 Frauen ausfindig machen, die obdachlos sind? Der Betrachter wird nicht mit einer Auflösung belohnt, sondern ist aufgefordert, für sich selbst zu entscheiden, wie die Frauen auf ihn wirken.
Ort: Gang zum Lichthof im Altbau, 1. Etage, Eintritt frei


„Vielleicht sehe ich auch zu tief in die Dinge hinein” Hans Wolffheim (1904-1973) – Hochschullehrer, Literaturkritiker, Autor

„Vielleicht sehe ich auch zu tief in die Dinge hinein”
Hans Wolffheim (1904-1973) – Hochschullehrer, Literaturkritiker, Autor

10. November 2012 bis 6. Januar 2013Hans Wolffheim (1904-1973) – Hochschullehrer, Literaturkritiker, AutorHans Wolffheim stammt aus jüdischer Familie in Lüneburg. Sein Vater, Kapitän bei der Hamburger Afrika-Linie, wird von den NS-Behörden ins Konzentrationslager verbracht und überlebt die Haft nur um wenige Monate. Der Sohn Hans wird Lehrer und studiert daneben an der Universität Hamburg. 1933 muss er den Schuldienst verlassen, die angestrebte akademische Laufbahn bleibt ihm versperrt. Publizieren kann er fortan nur noch unter Pseudonym, seinen Lebensunterhalt verdient er unter anderem als Transportarbeiter.1945 kann er endlich die akademische Laufbahn antreten. Die im konservativen universitären Betrieb als „modern“ empfundenen Themen seiner Vorlesungen und Seminare (z.B. über Heinrich Heine, Heinrich Mann, Bertolt Brecht) sowie seine Vorstellung von einer „angewandten Literaturwissenschaft“ machen ihn zum Lehrer der Intellektuellen, die in den 50er und 60er Jahren das kulturelle Leben in Hamburg prägen. Seine unkonventionelle Art im Umgang mit Studierenden tragen ihm manche Schmähungen aus Kollegenkreisen ein, die den Wert seiner wissenschaftlichen Leistung in den Hintergrund drängen. Auch der Umstand, dass er selbst literarisch aktiv wird - in seinem letzten Lebensjahrzehnt veröffentlicht er drei Gedichtsammlungen „Gäische Jahreszeichen“, „Zu dieser deiner Zeit“, „Aufstand der Bäume“, ein Romanmanuskript bleibt unvollendet –, wird von einigen Kollegen kritisch gesehen. Seine Bedeutung für die literaturwissenschaftliche Forschung ist jedoch unumstritten. Die Publikationen („Wielands Begriff der Humanität“; „Die Entdeckung  Shakespeares“; „Hans Henny Jahnn. Der Tragiker der Schöpfung“) und seine zahllosen kleineren Schriften weisen ihn als einen aufgeklärten Humanisten und Literaturhistoriker von Rang aus. Gegen Ende seiner Lehrtätigkeit gründet er – als Bilanz seines akademischen Lebens - die „Hamburger Arbeitsstelle für deutsche Exilliteratur“ (heute: „Walter-A.-Berendsohn-Forschungsstelle für deutsche Exilliteratur“). Er leitet diese auch nach seiner Emeritierung bis zu seinem Tod am 30. Oktober 1973.


Der Zettelkasten des Doktors – Joachim Jungius (1587-1657) und sein Nachlass

Der Zettelkasten des Doktors – Joachim Jungius (1587-1657) und sein Nachlass

6.September bis 28.Oktober 2012
Joachim Jungius prägte Mitte des 17. Jahrhunderts für mehrere Jahrzehnte das wissenschaftliche Hamburg als Rektor des Johanneums und des Akademischen Gymnasiums. Er war ein Universalgelehrter, dessen Schwerpunkt besonders im Bereich der Naturforschung und Mathematik lag. Große Aufmerksamkeit widmete Jungius Fragen der Methodik und Didaktik der Wissenschaften.
Sein wissenschaftlicher Nachlass, der im historischen Bestand der SUB bewahrt wird, ist im Hinblick auf Alter und Umfang ein herausragender Schatz der Bibliothek. Er besteht aus Jungius‘ wichtigstem Arbeitsinstrument, einer umfangreichen und über Jahrzehnte gepflegten Sammlung von fast 50.000
handschriftlichen Notizzetteln, mit denen Jungius das gesamte Wissen seiner Zeit erfassen und ordnen wollte.
Die Ausstellung ermöglicht einen Einblick in dieses kuriose System aus Exzerpten, eigenen Entwürfen und Stichwortsammlungen zu allen Zweigen der Wissenschaft und spiegelt die Denkwelt des Hamburger Gelehrten Joachim Jungius und seiner Zeit wider.


ÜberlebensKunst – Konfliktbearbeitung durch textile Bilder

ÜberlebensKunst – Konfliktbearbeitung durch textile Bilder

12. Juli - 26. August 2012
Die Ausstellung zeigt Arpilleras und Quilts aus Chile, Nordirland und Spanien, die auf expressive Weise Situationen politischer Gewalt thematisieren. Die Exponate sind Produkt einer persönlichen, künstlerischen Auseinandersetzung mit Repression und Krieg und mit der Frage, wie sich solche gewaltsamen Erfahrungen überwinden und verarbeiten lassen.
Roberta Bacic, die Kuratorin der Ausstellung, stammt aus Chile und lebt seit einigen Jahren in Nordirland. Sie hat u.a. an der Arbeit der Wahrheits- und Versöhnungskommission in Chile mitgewirkt und für die Organisation „War Resisters’ International“ in London gearbeitet. Bacic hat ihre Exponate
mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten bereits an zahlreichen Orten weltweit gezeigt – von Belfast, Dublin, London, Cambridge und Berlin bis hin zu Kingston/Jamaica und São Paulo.
Einen genauen Überblick finden Sie unter www.cain.ulst.ac.uk/quilts.


„Im Ganzen sehr erwünscht ...“ NS-Raubgut in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky

„Im Ganzen sehr erwünscht ...“ NS-Raubgut in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky

16. Mai - 1. Juli 2012
Das NS-Regime entzog in den Jahren 1933 – 1945 Bürgern und Organisationen aus unterschiedlichen Gründen die Lebensgrundlage. Sie verloren ihr Vermögen durch Beschlagnahmungen, Zwangsverkäufe oder auf andere Weise, weil ihre Rasse, ihre politische Meinung, ihre Religion oder ihre Weltanschauung durch die Nationalsozialisten verfolgt wurden. Zu diesen verlorenen Vermögen zählten auch Bücher, die den Bibliotheken von der Geheimen Staatspolizei oder der Reichstauschstelle in Berlin zugewiesen oder „überlassen“ wurden. Auch haben Bibliotheken über den Antiquariatshandel sowie staatliche Auktionen solches Raubgut günstig erworben. In den Zugangsbüchern wurde dieses NS-Raubgut als „Geschenk“, als „Alter Bestand“ oder normaler Kauf verbucht. Viele dieser Zugänge liegen noch unerkannt in den Magazinen der Bibliotheken.Die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky sieht es als ihre Verpflichtung an, diese bedenklichen Zugänge aufzufinden, zu dokumentieren, zu kennzeichnen und möglichst den Eigentümern bzw. deren Erben zurückzugeben.Die aktuellen Ergebnisse dieser Nachforschungen werden nun in einer Ausstellung präsentiert.


Das letzte Buch / The Last Book

Das letzte Buch / The Last Book

15. Mai - 1. Juli 2012
Lesen erfordert eine gewisse geistige Anstrengung. In dem Maße, in dem direkter Konsum und sofortige Befriedigung zunehmen, wird diese Anstrengung als lästig und unnötig empfunden. Dies alles könnte dazu führen, dass Bücher zu geheimen Fetischen reduziert werden“ (Luis Camnitzer).
Der Künstler Luis Camnitzer bat im Jahr 2007 zunächst Freunde und Bekannte, eine Seite für „Das Letzte Buch (The Last Book)“ zu schreiben. Dieses Statement sollte ein Vermächtnis für die kommenden Generationen werden, ein Plädoyer für das Kulturgut Buch - für den Fall, dass das Buch aus unserer Kultur verschwinden sollte. Später wurde der Aufruf von Kulturseiten und Blogs im Internet aufgegriffen und damit weltweit verbreitet. Die gesammelten Seiten für „ Das Letzte Buch“ dienen nun als Testament unserer Zeit. Seite für Seite können die Beiträge gelesen werden, wobei die spezielle Bindung des Buches das Durchblättern der Seiten zu einem Ritual macht. Das Projekt provoziert die Frage, ob die auf Büchern basierende Kultur ihrem Ende entgegengeht. Denn nicht nur wegen der neuen Medien, der technischen und gesellschaftlichen Veränderungen, sondern auch wegen der zunehmenden Verschlechterung des Bildungssystems in vielen Teilen der Welt stellt sich die Frage nach dem Verschwinden des Buches.Luis Camnitzer wurde 1937 in Lübeck geboren. 1939 emigrierten seine Eltern mit ihm nach Uruguay. Seit 1964 lebt er in New York. Als Künstler hat er an vielen internationalen Ausstellungen wie der Dokumenta 11 in Kassel und den Biennalen in Venedig (1988), Havanna (1991), Sao Paulo, Kwangju (1997) und der Whitney Biennale in New York (2000) teilgenommen. In Deutschland stellte er 2010 im Museum Wiesbaden sein Werk „ Memorial“ aus.


Seiltänzer und Blaue Stunde - 35 Jahre Svato Verlag

Seiltänzer und Blaue Stunde - 35 Jahre Svato Verlag

22. März - 6. Mai 2012
„Meine Bücher sind wie eine Frucht“, sagt Svato Zapletal, „der Kern, die Literatur, ist oft schwer verdaulich. Umso wichtiger sind eine schöne Schale und ein gutes Fruchtfleisch.”
Dieses sinnliche Verhältnis zu seinen Büchern teilt sich dem Betrachter mit. Der in Prag geborene Künstler und Verleger interpretiert mit farbenprächtigen Linol- und Holzschnitten meist zeitgenössische Autoren, seine große Liebe aber gehört den deutschen Expressionisten. Svato Zapletal fügt ihren Werken etwas hinzu, das über bloße Illustration und Interpretation weit hinausgeht.
Trotz aller Abstraktion steht bei ihm immer der Mensch im Vordergrund. Ironische Verweise und psychologische Ausdeutungen lassen seine Illustrationen vielschichtig wirken.
Der in Hamburg und Tschechien lebende Künstler studierte an der HFBK in Hamburg und betreibt seit 1976 seine eigene Edition, den Svato Verlag. Seine Bücher sind mit ihrer klaren Farbigkeit und Leichtigkeit herausragende Beispiele der zeitgenössischen Buchkunst, die Sinne und Verstand des Betrachters gleichermaßen ansprechen. Neben den bis heute erschienenen 58 Büchern gehören auch zahlreiche Grafiken, Einblattdrucke und Holzobjekte zu seinem unverkennbaren Werk, das in dieser Ausstellung gewürdigt wird.


architectura Werke zur Architektur aus den Sammlungen der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

architectura
Werke zur Architektur aus den Sammlungen der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

19. Januar - 11. März 2012
Seit ihrer Gründung 1665 wird in der Universitätsbibliothek der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ein beachtlicher Bestand an Werken zur Architektur gepflegt und aufgebaut. In seinen Anfängen ist er bemerkenswert umfangreich und in seiner Ausrichtung auf die der Mathematik verwandten Disziplinen
spezifisch geprägt. Die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky präsentiert davon eine Auswahl, ergänzt durch Buchveröffentlichungen aus der eigenen Sammlung.
Die Ausstellung führt den Besucher in einer Zeitreise durch die elementaren Themen der Architektur. Dabei werden die Anfänge der Theoriebildung, die Signifikanz des Dekors für die Zeit vor der bürgerlichen Gesellschaft ebenso behandelt wie die ästhetische Erneuerung vom Ende des 18. Jahrhunderts bis in die Moderne. Der Baupraxis verbundene Unterweisungen zur zivilen Architektur und der Befestigungskunde, der Vermessungstechnik, der Geometrie sowie der Perspektive vermitteln den in der Baukunst geführten Dialog zwischen Kunst und Wissenschaft.


Ausstellungen 2011

Faszination Handschrift: 2000 Jahre Manuskriptkulturen in Asien, Afrika und Europa

Faszination Handschrift: 2000 Jahre Manuskriptkulturen in Asien, Afrika und Europa

18.11.2011-8.1.2012
Die Erfindung der Schrift und des Schreibens gehört zu den folgenschwersten Neuerungen der Menschheitsgeschichte. Schriftlichkeit war jedoch die längste Zeit Handschriftlichkeit, und selbst die vergleichsweise junge Verbreitung des Typendrucks ging keineswegs mit einem radikalen Bruch einher. Während im Abendland die Schriftkultur vor ca. 2500 Jahren begann, haben andere Kulturen eine weitaus ältere handschriftliche Tradition (etwa China mit mindestens 3000 Jahren) und bewahren sich zugleich bis in die digitale Aktualität hinein eine hohe Wertschätzung des individuellen Schreibaktes und der durch ihn geschaffenen Werke. Und noch heute bedienen sich Diskussionen um nationale Identität der Verweise auf ,eigene' Schreibtraditionen und die sie prägenden Besonderheiten.
Die Ausstellung „Faszination Handschrift“ - die Exponate stammen weitgehend aus der Staatsbibliothek und dem Asien-Afrika-Institut der Universität Hamburg - stellt bewusst das Manuskript als physischen Gegenstand ins Zentrum: seine Entstehungs- und Tradierungsformen, die mit ihm verbundene Kultur - und erst dann den Inhalt der Texte und Bilder, die es vermittelt. Zwischen Japan und dem Abendland, inbegriffen die bislang kaum bekannten und nur wenig erforschten Schriftkulturen Afrikas, wird so eine der dauerhaftesten, vielfältigsten und zugleich wirkungsmächtigen Kulturtechniken in sehr unterschiedlichen regionalen und zeitlichen Ausprägungen sichtbar.


Fundstücke aus den Bibliotheken der Romanistik

Fundstücke aus den Bibliotheken der Romanistik

11.11.2011-8.1.2012
Als man 1917 im Herzen des Seminars für Romanische Sprachen und Kultur an der Universität Hamburg das Ibero-amerikanische Forschungsinstitut gründete, war dies auch die Geburtsstunde der beiden romanistischen Bibliotheken, die heute zur Fachbereichsbibliothek Sprache-Literatur-Medien gehören. Den Grundstock der inzwischen rund 155.000 Einheiten umfassenden Bibliotheken zu Sprache, Literatur, Kulturkunde Lateinamerikas, Spaniens, Portugals, Frankreichs und Italiens hatte der erste Lehrstuhlinhaber des Seminars für Romanische Sprachen und Kultur, Prof. Dr. Bernhard Schädel zusammengetragen. Er hatte damit bereits als Direktor des Hamburgischen Kolonialinstituts begonnen. Die vielfältigen Kontakte Schädels zu Institutionen und Persönlichkeiten aus den Bereichen des Handels und der Politik in Europa und Übersee kamen ihm dabei zugute.
Aus Anlass des 100-jährigen Bestehens des Instituts für Romanistik werden erstmals Rara und Kuriosa der beiden Bibliotheken gezeigt, darunter ungewöhnliche Autographen, merkwürdige und kostbare Einbände, seltene Erstausgaben und eine besondere Filmsammlung.


ÜberLeben im Exil - Suse Odel Chotzen und Joachim Lackner

ÜberLeben im Exil - Suse Odel Chotzen und Joachim Lackner

21.9.-6.11.2011
Politische Emigration aus Deutschland – ein Schicksal, das zwischen 1933 und 1945 Tausende erlitten.
Der Lebensweg Joachim Lackners und seiner Ehefrau Suse Odel Chotzen ist in dieser Hinsicht repräsentativ: aktiver Widerstand gegen das Naziregime, Verfolgung, Internierung, Leben in Illegalität im französischen Exil, Fortsetzung des antifaschistischen Kampfes im Spanischen Bürgerkrieg und in der Résistance, Erfahrung einer gravierenden ideologischen Ernüchterung, Denunziation und erneute Inhaftierung, Befreiung in Deutschland und schließlich die endgültige, nun selbst gewählte Emigration.
Die Ausstellung zeichnet die äußeren Stationen dieser bemerkenswerten, doch keineswegs einzigartigen Biographien nach. Der Blick ist sowohl auf die individuelle Erfahrung, als auch den historischen Kontext und die Verarbeitung solcher Erfahrungen in literarischen Texten gerichtet.
Studentisches Kooperationsprojekt der Universitäten Hamburg und Augsburg.


Susanne Theumer – WELT IM KOPF. Zeichnungen, originalgraphische Bücher und Mappen zu Literatur

Susanne Theumer – WELT IM KOPF. Zeichnungen, originalgraphische Bücher und Mappen zu Literatur

28.7.-11.9.2011
Susanne Theumers feine, aber ausdrucksmächtige Radierungen formen zu der Literatur von Jakob Michael Reinhold Lenz, Elias und Veza Canetti, Imre Kertèsz, Marlen Haushofer und anderen Dichtern der Verletzlichkeit des Menschen eine Bilderwelt, die die literarischen Werke mit seltsamer Leichtigkeit in die heutige Zeit herüberholt.
Susanne Theumer studierte an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein in Halle/Saale. Ihre Werke wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, sie finden sich in der Deutschen Nationalbibliothek, im Klingspormuseum Offenbach und vielen anderen öffentlichen und privaten Sammlungen und Bibliotheken.


William Butler Yeats - Leben und Werk

William Butler Yeats - Leben und Werk

7.7.-18.8.2011
William Butler Yeats (1865–1939) ist Irlands berühmtester Dichter und einer der bedeutendsten Lyriker des 19. und 20. Jahrhunderts. In der Preisbegründung anlässlich der Verleihung des Nobelpreises für Literatur an Yeats im Jahr 1923 wird seine inspirierte Dichtung gelobt, die „dem Geiste eines ganzen Volkes Ausdruck verleiht“. Yeats lebte in einer Epoche des Wiedererwachens der
irischen Kultur, des Unabhängigkeitskampfes und der Gründung des irischen Staates.
Die Ausstellung würdigt sein Leben und Werk sowie seinen Beitrag zu den großen Debatten seiner Zeit. Zuerst in der National Library in Dublin gezeigt, wird die Schau 2011 und 2012 in verschiedenen deutschen Städten präsentiert. Die Hamburger Station ist eine Kooperation der Botschaft von Irland
und dem irischen Honorarkonsulat in Hamburg mit der Staats- und Universitätsbibliothek Carl von Ossietzky.


Der Gute Ort – 400 Jahre Jüdischer Friedhof Altona

Der Gute Ort – 400 Jahre Jüdischer Friedhof Altona

1.6.-17.7.2011
Der Gute Ort – 400 Jahre Jüdischer Friedhof Altona
Am 31. Mai 1611 erwarben portugiesische Kaufleute das erste Stück Land in Altona, weil es Nicht-Lutheranern verboten war, ihre Toten in Hamburg zu bestatten. Um dem jüdischen Ritus Rechnung zu tragen, wurde das Gelände „auf Ewigkeit“ erworben. Das galt auch für die Friedhofserweiterungen in den folgenden Jahren. Durch vier Jahrhunderte ist nun diese jüdische Grabstätte bewahrt worden.
Heute ist sie ein Kandidat für das Weltkulturerbe der UNESCO. Hier ruhen die Sefarden unter oft prächtig gemeißelten schweren Grabplatten und Zeltgräbern, die Aschkenasen unter hoch aufragenden Grabstelen. Die elaborierten hebräischen und portugiesischen Inschriften und der außergewöhnlich vielfältige Grabschmuck legen Zeugnis ab von der Geschichte der Juden in Hamburg und Altona und ihren vielfältigen Beziehungen nach Amsterdam, Dänemark und in die Karibik.
Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Stiftung Denkmalpflege Hamburg.


Schauplatz Hörspiel – Bilder, Töne, Technik

Schauplatz Hörspiel – Bilder, Töne, Technik

8.4.-22.5.2011
Das Hörspiel als Schauplatz, die Produktion als ein Ort, bei dem es etwas zu sehen gibt: Was die Hörer des fertigen Stücks nie zu Gesicht bekommen, zeigt die Ausstellung von Deutschlandradio und dem Deutschen Technikmuseum Berlin.
Rund 30 Schwarz-Weiß Fotografien, die bei Hörspielproduktionen von Deutschlandradio Kultur und Deutschlandfunk entstanden sind, dokumentieren die Arbeit und Atmosphäre im Studio. Überraschend, wie viel das Hörspiel mit „Spielen“ und Aktion zu tun hat. Überraschend auch, wie viele bekannte Gesichter aus dem Fernsehen und von der Bühne zu entdecken sind, die den Charakteren verschiedener Hörspiele ihre Stimme leihen.
Die Fotografien, technische Exponate, Hörsessel und Stationen, an denen die Besucher mit einfachen Mitteln Geräusche imitieren können, laden ein, die Welt des Hörspiels – von der Produktion bis zum fertigen Stück – kennen zu lernen.


La vida desatenta – Homenaje a Miguel Hernández

La vida desatenta – Homenaje a Miguel Hernández

9.2.-27.3.2011
Im Jahr 2010 organisierte das spanisch-sprachige Buchkünstlernetzwerk librodeartista ein internationales Treffen im Internet zum Thema Künstlerbuch, illustriertes Buch und Kunstedition. Im Zusammenhang damit fand eine Buchkunstausstellung statt, die anlässlich des 100. Geburtstags von Miguel Hernández eine Hommage an den Dichter sein sollte. 50 Künstler wurden eingeladen, sich mit einem Werk zu beteiligen, so dass mit Künstlerbüchern, Buchobjekten und Buchillustrationen ein reiches Panorama dessen zusammen gekommen ist, was für die Buchkunst zu Beginn des XXI. Jh. repräsentativ ist.
Parallel zu anderen Gedenkveranstaltungen für Miguel Hernández in Spanien wurde „La vida desatenta“ in Córdoba, Granada, Jaén, Albacete und Altea ausgestellt. Gezeigt werden Werke von Künstlern aus Spanien, Argentinien, Brasilien, Chile, Italien, Kolumbien, Mexiko und den USA.

Kontakt:

Ann-Kristin Hohlfeld

Veranstaltungen
E-Mail: ann-kristin.hohlfeld@sub.uni-hamburg.de
Telefon: +49 40/42838-5857

Foto von Ann-Kristin Hohlfeld