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Zeitgenosse der Bauhaus- Architektur

Mittwoch, den 10.07.2019

taz Nord zur Ausstellung «Werner Jakstein und die Architektur der Stadt»

Interview Katharina Gebauer mit Ausstellungsreferentin Monika Müller

 

taz: Frau Müller, was machte Werner Jakstein für Hamburg so interessant?

Monika Müller: Er sah die Architektur als
ganzheitliches Konzept und gestaltete sie in Altona
prägend mit. Er sah Städtebau als Architektur
in einer größeren Dimension und als ein
übergreifendes Mittel zu Stadtgestaltung. Die
Vielseitigkeit und die Farbigkeit seiner Werke,
Dokumente und künstlerischen Zeichnungen
sind sehr anschaulich zu betrachten.

Aber er war nicht nur als Architekt in Hamburg aktiv?

Werner Jakstein war ein unglaublich vielseitiger
Mensch, quasi ein Allround-Künstler, der
in mehreren Bereichen aktiv war. Die Entwürfe
seiner Fassadengliederung sind sehr beeindruckend
und sein Engagement als Baupfleger
zu würdigen. Jakstein schrieb aber auch über
Stadtentwicklung, Architektur, Denkmalpflege
sowie die Baupflege.

Wo kann man seine architektonische Prägung
in der Stadt noch antreffen?

Leider ist von seinen Werken wenig erhalten
geblieben, Altona hat unter den Kriegszerstörungen
stark gelitten. Die Sudhaus-Fassade
der Holstenbrauerei ist aber erhalten geblieben,
im Zuge der Ausstellungsvorbereitungen
wurde über den Denkmalschutzstatus des historischen
Gebäudes diskutiert. Diese aktuelle
Diskussion wird auch Gegenstand einer Vitrine:
Soll das Sudhaus modifiziert werden und
modernen Nutzungskonzepten angepasst werden
oder hat der Denkmalschutz Vorrang? Als
ehemaliges Malzlager für die Bierproduktion
genutzt, ist es naturgegeben fensterlos und
müsste für eine andere Nutzung „durchfenstert“
werden.

Worauf liegt der Fokus der Ausstellung?

Der Fokus liegt auf Jaksteins Wirken als Baupfleger
in Altona. Wir beleuchten seine Entwürfe
und seine experimentelle Seite, wie er
etwa mit Farben mehrere Fassadenmöglichkeiten
durchgespielt hat. Diese wurden allerdings
nie verwirklicht. Wir zeigen zudem
aus seinem Nachlass aus dem Altonaer Museum
und dem Stadtarchiv Hamburg Aquarelle,
Zeichnungen und Fotografien. Aber auch
seine Arbeitsinstrumente wie seine Schreibmaschine,
seine selbst entworfenen Spielkarten
und seine Publikationen. Sein Wirken ist
zunehmend in Vergessenheit geraten, wir wollen
Werner Jakstein als Zeitgenossen der Bauhaus-
Architektur und sein lokal wichtiges Wirken
mit der Ausstellung wieder in das Zentrum
der Forschung rücken und zur Auseinandersetzung
anregen.

Kontakt:

Referat für Öffentlichkeitsarbeit


Markus Trapp
E-Mail: markus.trapp@sub.uni-hamburg.de
Telefon: +49 40/42838-2269

Foto von  Referat für Öffentlichkeitsarbeit