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Hamburg, Carl von Ossietzky

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Hamburgs Stabi öffnet ihren „Giftschrank“

Wednesday, den 13.09.2017

Schau über NS-Raubkunst und verbotene Bücher und Zeitschriften. Artikel von Christian Hanke im Hamburger Wochenblatt zur Ausstellung «„Schädlich und unerwünscht“ – Verbotene Literatur und NS-Raubgut in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky».

Rotherbaum Als „schädlich und unerwünscht“ stuften die Nationalsozialisten sie ein: die Bücher und Zeitschriften, die ihren Vorstellungen nicht entsprachen. Unter diesem Titel zeigt die „Arbeitsstelle für Provenienzforschung NS-Raubgut“ der Staats- und Universitätsbibliothek im Ausstellungsraum der Stabi, Von-Melle-Park 3, im Erdgeschoss bis 22. Oktober eine Ausstellung über „Verbotene Literatur und NS-Raubgut“ aus den eigenen Beständen. Denn die Schriften und die Literatur von Thomas und Heinrich Mann, von Siegmund Freud, Marx und Engels, Bertolt Brecht, Carl von Ossietzky und vielen anderen Gegnern des Nationalsozialismus, die 1933 aus der Öffentlichkeit verschwanden, landeten in wissenschaftlichen Bibliotheken, wie der Staatsbibliothek, wenn sie nicht vernichtet wurden. Dort durften sie zu wissenschaftlichen Zwecken im national-sozialistischen Sinne verwendet werden.

1.700 Bücher

Außerdem eigneten sich die Nazis die Bücher der von ihnen vertriebenen Menschen an. So gelangten vor allem viele Bestände von jüdischen Deutschen und aus jüdischen Bibliotheken in den Besitz von Nazi-Organisationen, die sie wiederum oft wissenschaftlichen Bibliotheken überließen. Gerade in Hamburg wurde viel jüdischer Besitz beschlagnahmt, nicht nur von Hamburger Juden, sondern auch von Vertriebenen aus ganz Deutschland, die ihr Hab und Gut über den Hamburger Hafen nach Übersee verschiffen wollten. Rund 1.700 Bücher aus diesem NS-Raubgut finden sich in der Staatsbibliothek, die genau Buch über die Eingänge führte. Danach und nach persönlichen Einträgen in den Büchern konnten vielfach die früheren Besitzer ermittelt werden. Die Bezüge werden in der Ausstellung verdeutlicht. Wie viele Bände der verbotenen Literatur zuzuordnen sind, lässt sich dagegen nicht mehr rekonstruieren. Rund 200 Bücher und Zeitschriften, von den Nazis als dekadent, jüdisch oder politisch unerwünscht eingestuft, sind in der Ausstellung der Stabi zu sehen.

Kontakt:

Referat für Öffentlichkeitsarbeit


Ann-Kristin Hohlfeld
E-Mail: ann-kristin.hohlfeld@sub.uni-hamburg.de
Telefon: +49 40/42838-5857

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