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Hamburg, Carl von Ossietzky

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Friedrich Gottlieb Klopstock

In der Ausstellung wird die Vorgeschichte der "Hamburger Klopstock-Ausgabe" präsentiert sowie die konkrete Arbeit an der "Hamburger Klopstock-Ausgabe" vorgestellt

F.G. Klopstock

Von der Arbeit des Dichters und seiner Herausgeber

Eine Ausstellung der Hamburger Klopstock-Ausgabe in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky

vom 15. 3. - 3. 5. 2003

Eröffnung: 14. 3. 2003 - 18 Uhr

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe anlässlich des 200. Todestages von Friedrich Gottlieb Klopstock am 14. März 2003 ("Hamburg dreht sich um - Klopstock (1724-1803)") stellt die Arbeitsstelle der "Hamburger Klopstock-Ausgabe" die Arbeit des Dichters und die seiner Herausgeber an Beispielen vor.

In der Ausstellung wird in einem ersten Block unter dem Titel "Blicke auf die Klopstock-Forschung in Hamburg" die Vorgeschichte der "Hamburger Klopstock-Ausgabe" präsentiert, beginnend mit der Sammeltradition der Stadtbibliothek, die im 19. Jahrhundert Klopstock-Handschriften und -Drucke erworben hat. Hamburg ist seither ein Zentrum der Klopstock-Forschung; die Sammeltradition wird fortgesetzt. Erstmals wurde während der NS-Zeit eine wissenschaftliche Gesamtausgabe von der Deutschen Akademie in München geplant. Bis Kriegsende konnten die Vorarbeiten aber nicht abgeschlossen werden. Zeugnisse aus den 40er Jahren veranschaulichen dieses Projekt. Die "Hamburger Klopstock-Ausgabe wurde 1960 neu konzipiert. Die Vorarbeiten hierfür wurden in der Arbeitsstelle begonnen

In einem zweiten Block wird unter dem Titel "Blicke in die philologische Werkstatt. Von der Filigranarbeit der Philologen an den Texten des Autors in Handschriften und Drucken" die konkrete Arbeit an der "Hamburger Klopstock-Ausgabe" vorgestellt. Anhand von ausgewählten Originalmanuskripten aus dem Klopstock-Nachlass wird der Weg vom Autormanuskript bis zum gedruckten Band der Ausgabe demonstriert. Besondere Aspekte stellen die Entzifferung von Handschriften, die Transkription handschriftlicher Änderungen sowie die Erläuterung von Werken und Briefen dar. 

Glanzstücke der Ausstellung sind die besonders wertvollen Drucke mit Klopstocks eigenhändigen Einträgen (Korrekturen und textliche Varianten), sogenannte Handexemplare, seiner Ausgaben des "Messias" (Kopenhagen 1755-1768 und Altona 1780) und seiner Erstausgaben der Dramen "Hermanns Schlacht" und "Hermann und die Fürsten". Ferner sein handschriftliches "Arbeitstagebuch" aus den Jahren 1755-1756 und schließlich ein russisches "Wörterbuch aller Sprachen" (St. Petersburg 1790-1791) mit einer eigenhändigen Widmung der russischen Kaiserin Katharina II. für ihren Geliebten P. A. Zubov. Klopstock, der es von Zubov erhalten hatte, bestimmte es 1801 der damaligen Stadtbibliothek Hamburg als Geschenk.

Ergänzt wird die Ausstellung durch Porträts von Freunden und Zeitgenossen Klopstocks aus der Porträtsammlung der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg.

Die "Historisch-kritische Gesamtausgabe der Werke und Briefe" Klopstocks wird seit 1962 in einer eigenen Arbeitsstelle in der Staats- und Universitätsbibliothek erarbeitet. 

In dieser Ausgabe werden erstmals alle überlieferten Handschriften zu Dichtungen und Abhandlungen Klopstocks (Abteilung "Werke") zugänglich gemacht, ebenso ca. 2000 ermittelte Briefe von und an Klopstock (Abteilung "Briefe") sowie Instrumentarien für die Erforschung des Dichters und seiner Zeit bereit gestellt (Abteilung "Addenda"). 

Bis heute sind in allen drei Abteilungen 31 Bände im Verlag Walter de Gruyter (Berlin, New York) erschienen. Finanziert wird die Ausgabe von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Freien und Hansestadt Hamburg.

Die Gründung der Arbeitsstelle erfolgte, nachdem es der Staats- und Universitätsbibliothek im Jahre 1950 nach jahrzehntelangen Bemühungen gelang, den Nachlass des Dichters (darunter u.a. etwa 2000 Manuskripte sowie einzigartige Handexemplare des Dichters, wertvolle Erstausgaben und Porträts von Klopstock und einiger Zeitgenossen), aus Privatbesitz zu erwerben. 

Die Bedeutung dieses Nachlasses beschrieb 1920 Ernst Beutler, damaliger Leiter der Handschriftenabteilung, nachdem ihm Einsicht in den Nachlaßbestand gewährt worden war: "Meine Erwartungen, die an sich schon hoch gespannt waren, wurden bei weitem übertroffen und ich gewann von neuem den Eindruck, dass ein ganz besonders glückliches Geschick und treue Pietät hier für Hamburg einen Schatz zusammengehalten hat, wie ihn keine deutsche Bibliothek in den letzten Dezennien erwerben durfte."