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Senat: Gelder zum Entsäuern von Hamburgs Büchern

星期五, den 06.11.2009

2010: Hamburger wissenschaftliche Bbliotheken erhalten 800.000 Euro für ihr Entsäuerungsprogramm

Bereits im Frühjahr 2009 hat der Senat für das laufende Haushaltsjahr den Hamburger wissenschaftlichen Bibliotheken einen Betrag von einer Million Euro als Startschuss für das Entsäuerungsprogramm für Bibliotheksschriftgut bewilligt. Nun beschloss er in seiner Sitzung am 5. November 2009, für das Jahr 2010 weitere 800.000 Euro aus dem Haushaltstitel 3660.971.20 „Maßnahmen zum Erhalt der gefährdeten Bestände in wissenschaftlichen Bibliotheken“ bereitzustellen, ein Programm, das auf bis zu 20 Jahre hin angelegt ist. Damit werden die im Abschlussbericht des Senats zur Beantwortung des bürgerschaftlichen Ersuchens „Schriftgut Hamburger Archive und Bibliotheken retten – Säurefraß stoppen!“ angekündigten Entsäuerungsmaßnahmen wie vorgesehen auch im kommenden Jahr ermöglicht.

Direktorin Prof. Dr. Gabriele Beger: „Die Hamburger Bürgerschaft engagiert sich in einem Maß für die vom Säurefraß befallenen Bücher, die in der Bundesrepublik einzigartig und beispielhaft ist. Wir Bibliothekare wissen, dass die Hamburger Buchschätze bald zerfallen würden, würde jetzt nicht gehandelt –, aber die Stadt kümmert sich um ihre eigene Geschichte – und wir sind stolz darauf!“

Wie schon im laufenden Jahr werden auch 2010 die Entsäuerungsmaßnahmen von der Staats- und Universitätsbibliothek koordiniert. Neben ca. 22.000 Bänden aus der Staatsbibliothek (Schriftgut mit Druckort Hamburg, Literatur aus den DFG-Sondersammelgebieten) sind im kommenden Jahr ca. 10.700 Bände aus der Ärztlichen Zentralbibliothek des Universitätsklinikums Eppendorf, 4.500 Bände aus der Bibliothek des Fachbereichs Evangelische Theologie der Universität Hamburg sowie rund 14.750 Bände aus neun weiteren Bibliotheken für die Entsäuerung vorgesehen, u.a. zur Germanistik, Theaterwissenschaft, Baukunst, Statistik und Fischerei. Darunter befinden sich auch einzigartige Spezialbestände wie beispielsweise 450 Bände der Sielklärversuchsstation Hamburg-Eppendorf aus dem Besitz der Universitätsbibliothek der TU Hamburg-Harburg oder die Bibliothek des Soziologen und Nationalökonomen Friedrich Hertz aus der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität.

Zwischen 1840 und 1990 ist ganz überwiegend industriell hergestelltes Papier verwendet worden, dessen Basismaterialien Zellulose und Holzschliff - statt vorher Textilien – zusammen mit dem bei der Leimung gebräuchlichen Alaun die Bildung von Säuren im Papier begünstigen, die es zusehends schädigen: es vergilbt, wird dann brüchig und zerbröselt schließlich. Mit der Technik der Entsäuerung wird der Papierzerfall durch alkalische Tränkung der Bücher gestoppt und die Lebensdauer des Papiers auf das Drei- bis Fünffache verlängert.

Kontakt:

Ann-Kristin Hohlfeld


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