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Hamburg, Carl von Ossietzky

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Jo Mihaly - eine der großen Frauen des 20. Jahrhunderts

Dienstag, den 10.06.2008

Ausstellung in Hamburgs Staatsbibliothek

Titel: Jo Mihaly – Tänzerin, Schriftstellerin, Politikerin
Dauer: 19. Juni bis 3. August 2008

Jo Mihaly (1902-1989) war eine der vielseitigsten Persönlichkeiten der Weimarer Republik, des deutschen Exils und der frühen Nachkriegszeit. Die ZEIT nannte sie „eine der großen Frauen des 20. Jahrhunderts“. Diese erste Ausstellung über Jo Mihaly wurde von Thomas B. Schumann, Exilliteratur-Verleger und Autor konzipiert in Zusammenarbeit mit dem Gerhart-Hauptmann-Haus, Düsseldorf, und dem Westpreußischen Landesmuseum, Münster. Sie dokumentiert anhand von Büchern, Bildern, Fotos, Dokumenten, Briefen und Manuskripten Leben und Werk dieser bedeutenden und faszinierenden Künstlerin. Die Präsentation in Hamburg wird gefördert von der Herbert und Elsbeth Weichmann-Stiftung.

Mihaly wurde am 25.4.1902 in Westpreußen geboren. In den zwanziger Jahren kreierte sie sozialkritische „epische Tänze“. Früh gegen den Nationalsozialismus engagiert, musste sie 1933 mit ihrem Mann, dem jüdischen Schauspieler und Regisseur Leonard Steckel, emigrieren. In der Schweiz wurde Jo Mihaly eine der aktivsten Gestalten des Exils: sie machte Agitprop-Theater, trat mit Ernst Busch auf, inszenierte Kabarett für Kinder. Als Leiterin der „Kulturgemeinschaft der Emigranten“ verschaffte sie emigrierten Künstlern erste Auftrittsmöglichkeiten. Mit Hans Mayer redigierte sie die Exil-Zeitschrift „Über die Grenzen“. 1942 erschien ihr Roman „Hüter des Bruders“ und 1945 ihr Gedichtband „Wir verstummen nicht“. Gleich nach dem Krieg wirkte sie als Mitglied im Stadtparlament von Frankfurt/M. und Gründerin der „Freien deutschen Kulturgemeinschaft“ beim politischen und kulturellen Wiederaufbau der BRD mit. 1949 zog sie ins Tessin und widmete sich fortan ihrem literarischen Schaffen. 1982 erregte sie Aufsehen mit ihrem Tagebuch aus dem Ersten Weltkrieg „…da gibt’s ein Wiedersehn!“ Posthum erschien 2002 ihr Roman „Auch wenn es Nacht ist“.

Kontakt:

Ann-Kristin Hohlfeld


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