FAQ
© 2017 Staats- und Universitätsbibliothek
Hamburg, Carl von Ossietzky

Öffnungszeiten heute09.00 bis 24.00 Uhr alle Öffnungszeiten

Rückblick und Veröffentlichungen

Bereits in den Nachkriegsjahrzehnten forderte einige der überlebenden Verfolgten ihre Bibliotheken zurück. Zwischen 1945 und 1969 sind elf Anfragen von Privatpersonen oder Institutionen in den Akten der Stabi dokumentiert, die sich auf der Suche nach geraubtem Eigentum an die Stabi wandten. In einigen dieser Fälle wurden den Erben nach langen Verhandlungen Entschädigungsleistungen für den Verlust der Bibliotheken zugesprochen. 1957 gab die Stabi die von der Gestapo 1939 beschlagnahmte Bibliothek der jüdischen Gemeinde Hamburgs zurück an die Gemeinde.

Eine aktive und systematische Überprüfung der Bestände auf Raubgut durch die Stabi erfolgte ab 2005. Seit 2006 erfolgt eine Durchsicht der Zugangsjournale der Stabi auf raubgutverdächtige Eingänge. In diesen Journalen wurden alle erworbenen oder als Geschenk erhaltenen Bücher mit Verfasser, Titel, Erscheinungsjahr, der jeweils gebenden Person oder Institution und einer laufenden Nummer (der Zugangsnummer) verzeichnet. Nach der Sichtung der Journale der Jahre 1940-1944 wurden die Nachforschungen auf Geschenk-Zugänge aus den Jahren 1933-1951 sowie auf antiquarische Erwerbungen ausgeweitet und auch relevantes Aktenmaterial wurde in die Suche nach raubgutverdächtigen Beständen einbezogen.

In zwei Ausstellungen („Geraubte Bücher. Die Bücher der Marie May Reiss, 2009, und „Im Ganzen sehr erwünscht…“, 2012) präsentierte die Stabi Ergebnisse und gewährte der Hamburger Öffentlichkeit Einblicke in die Provenienzforschung im Haus. Seit 2015 ist mit der Gründung der Arbeitsstelle Provenienzforschung – NS-Raubgut die Suche nach den rechtmäßigen Erben von NS-Raubgut fest im Organigramm der Stabi verankert.

Veröffentlichungen

  • Cirsovius-Ratzlaff, Volker; Kesting, Maria; Preuß, Ulrike (2014): "Im Ganzen sehr erwünscht …". NS-Raubgut in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky. Hamburg: Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg. Online verfügbar
  • Kesting, Maria: NS-Raubgut in der Staats-und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky. Ein Werkstattbericht. In: Regine Dehnel (Hg.): NS-Raubgut in Bibliotheken. Suche, Ergebnisse, Perspektiven : drittes Hannoversches Symposium. Frankfurt am Main: Klostermann (Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie: Sonderbände, 94), S. 111–120.
  • Kesting, Maria (2008): Geraubte Bücher. NS-Raubgut in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky; die Bücher von Marie May Reiss. In: Auskunft 28 (4), S. 331–335. Online verfügbar
  • Kesting, Maria (2010): NS-Raubgut in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky. In: Bibliothek : Forschung und Praxis 34 (1), S. 74–76.
  • Kesting, Maria (2011): Die Suche nach NS-Raubgut in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky. In: AKMB-News 17 (2), S. 18–24. Online verfügbar
  • Kesting, Maria (2012): Von "fragwürdigen Geschenken" und Ankäufen in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg zwischen 1933 und 1945. In: Das literarische Feld in Hamburg 1933 - 1945. Hamburg: Kovač, S. 129–147.
  • Kesting, Maria (2016): Zwei Bücher – zwei Namen – ein Familienschicksal: Ida Koch und Emil Netter. Eine persönliche Restitutionsgeschichte. In: BuB: Forum Bibliothek und Information 68 (12/2016) S. 738-741.
  • Preuß, Ulrike (2012): "Erwerbungen im Ganzen! sehr erwünscht…". Der lange Weg der 1938 beschlagnahmten Bibliothek Petschek und ihre Identifizierung im Bestand der Stabi Hamburg. In: Regine Dehnel (Hg.): NS-Raubgut in Museen, Bibliotheken und Archiven. Viertes Hannoversches Symposium; Frankfurt am Main: Klostermann (Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie Sonderbände, 108), S. 343–372.
  • von Villiez, Anna (2016): Provenienzforschung und Restitution. NS-Raubgut an der Staat- und Universitätsbibliothek Hamburg. In:  BuB: Forum Bibliothek und Information 68 (12/2016) S. 733-737.

Kontakt:

Arbeitsstelle Provenienzforschung - NS-Raubgut

Dr. Anna von Villiez / Maria Kesting
E-Mail: nsraubgut@sub.uni-hamburg.de
Telefon: +49 40/42838-3354 / -3351
Telefax: +49 40/42838-3352

Foto von Maria Kesting (Ltg.)/ Dr. Anna von Villiez/ Ulrike Preuß Arbeitsstelle Provenienzforschung - NS-Raubgut