FAQ
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Hamburg, Carl von Ossietzky

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Die Arbeitsstelle

Provenienzforschung an der Stabi

Die Arbeitsstelle Provenienzforschung – NS-Raubgut übernimmt für die Stabi die Aufgabe, Raubgutbestände zu identifizieren, zu verzeichnen und  die Rückgabe an die rechtmäßigen Eigentümer bzw. deren Erben auf den Weg zu bringen.

Was wird geprüft?

Wir stellen zunächst fest, ob sich die fraglichen Titel aus den Zugangsbüchern noch im Bestand der Stabi befinden. In einem nächsten Schritt prüfen wir anhand der Zugangsnummer, ob es sich wirklich um das Raubgut-Exemplar handelt und ob evtl. im Buch Besitzvermerke wie Exlibris, Stempel, Widmungen oder Autogramme vorhanden sind, die Hinweise darauf geben können, wem das Buch einmal gehört hat.

Stempel Religionsverband

Stempel Loebenstein

Herausforderungen

Bei den Bombenangriffen im Sommer 1943 sind etwa zwei Drittel des Buchbestandes der Stabi verbrannt, darunter auch viel Raubgut. Insbesondere in den letzten Kriegsjahren 1943-45 wurden viele Zugänge nicht mehr in den Zugangsjournalen verzeichnet, d.h. es kann nicht mehr ermittelt werden, woher und wie diese Bücher in die Stabi gekommen sind und ob es sich dabei um verdächtige Zugänge handelt.

Gestapo-Vermerk

Widmung

Was geschieht mit ermittelten Raubgut-Büchern?

Bei einem bestätigten Raubgutverdacht machen wir die relevanten Informationen auch im Online-Katalog für Sie sichtbar. Wenn sich in den als Raubgut ermittelten Büchern Hinweise auf die rechtmäßigen Eigentümer finden, werden diese gescannt und im Online-Katalog verlinkt.

Bücher mit bestätigtem Raubgutverdacht dürfen nur noch im Handschriftenlesesaal eingesehen werden, damit sie besonders geschützt sind. Darüber hinaus erfolgt eine Meldung an die überregionale Lost-Art-Datenbank.

Gibt es einen Besitzvermerk, schließt sich die Suche nach den rechtmäßigen Eigentümern bzw. ihren Erben - die eigentliche Provenienzforschung - an. Mit einem Namen beginnt die Rekonstruktion der Biografie der Vorbesitzer. Dazu müssen alle vorhandenen Quellen befragt werden in Archiven, Opfer-Datenbanken und Gedenkbüchern. Wichtig ist auch die Vernetzung zu anderen Bibliotheken, um die Bestände ehemaliger Privatbibliotheken aufzuspüren und zusammen zu führen.

Sind die rechtmäßigen Eigentümer oder deren Erben ermittelt, wird die Rückgabe der Bücher angestrebt.

Das Team

Ulrike Preuß, Maria Kesting, Dr. Anna von VilliezUlrike Preuß, Maria Kesting, Dr. Anna von Villiez

Maria Kesting hat die Leitung der Arbeitsstelle Provenienzforschung NS-Raubgut inne. Die Diplombibliothekarin Ulrike Preuß kümmert sich um alle bibliothekarischen Belange innerhalb der Arbeitsstelle. Die Historikerin Anna von Villiez beschäftigt sich mit den verschiedenen Ebenen der Provenienzforschung.

Kontakt:

Arbeitsstelle Provenienzforschung - NS-Raubgut

Dr. Anna von Villiez / Maria Kesting
E-Mail: nsraubgut@sub.uni-hamburg.de
Telefon: +49 40/42838-3354 / -3351
Telefax: +49 40/42838-3352

Foto von Maria Kesting (Ltg.)/ Dr. Anna von Villiez/ Ulrike Preuß Arbeitsstelle Provenienzforschung - NS-Raubgut