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Hamburg, Carl von Ossietzky

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Abgeschlossene Fälle

Die bisherigen Restitutionen und Schenkungen im Überblick

Bis heute konnte für über 500 Bücher eine Einigung im Sinne der Washingtoner Erklärung erzielt werden. In einigen Fällen nahmen die Erben die Bücher zurück in den Familienbesitz, in anderen Fällen wurden die Bücher unserer Bibliothek als nunmehr echtes Geschenk überlassen oder die Bücher wurden auf Wunsch der Erben an andere Institutionen gegeben.

Übersicht der Restitutionen und Schenkungen

  • Marie May Reiss (2008)

    • 4 Bücher


      Im Bestand der Stabi Hamburg wurden vier Bücher der Hamburgerin Marie May Reiss ermittelt, die 1943 als Geschenk der Gestapo ins Haus gekommen waren. Marie May Reiss, geboren 1895, lebte mit ihren Kindern nach dem frühen Tod ihres Mannes in Hamburg-Harvestehude. Im Juni 1942 wurde sie zusammen mit ihrer Tochter Ingeborg nach Auschwitz deportiert, wo sich die Spuren der beiden verlieren. Der in Großbritannien lebende Großneffe von Marie May Reiss entschied sich dafür, die Bücher der Stabi zu überlassen.

      Marie May Reiss

  • Ignatz und Mira Bick (2010)

  • Heinrich A. Cohn (2010)

    • 23 Bücher


      Auf Wunsch der Familie wurden die in der Stabi ermittelten Bücher des 1889 in Basel geborenen Feldrabbiners Dr. Heinrich A. Cohn an das Centrum Judaicum in Berlin übergeben. 1939 war Heinrich A. Cohn die Emigration aus Deutschland geglückt. Über Hamburg und die Schweiz gelangte er mit seiner Familie nach Großbritannien, wo er 1966 starb.

      Cohn-Die Stimme Jakobs

      Heinrich Cohn

  • Fritz Warburg (2010)

    • 2 Bücher


      Ein Buch mit dem Stempel Fritz Warburgs, das der Stabi Hamburg 1943 als „Geschenk“ überwiesen worden war, konnte den Erben zur Restitution angeboten werden. Fritz Warburg emigrierte im Mai 1939 nach Schweden und lebte ab 1957 mit seiner Frau Anna in Israel. Die Familie entschied sich dafür, das Buch der Stabi zu schenken.

      Fritz Warburg

  • Anna und Paul Mendel (2011)

    • 3 Bücher


      Drei Bücher von Anna und Paul Mendel waren als sogenannter „Alter Bestand“ in den Zugangsbüchern der Stabi Hamburg verzeichnet worden. Diese Bezeichnung wurde für alle Bände verwendet, deren Herkunft unklar war oder – insbesondere nach Kriegsende 1945 – vielleicht unklar bleiben sollte. Anna und Paul Mendel lebten in Hamburg, bis sie im Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert wurden und dort starben. Die Bücher befinden sich als Spende ihres Großneffen weiter im Bestand der Bibliothek.

      Exlibris Paul Mendel

      NSR A/499865, Widmung des Autors [?] für Anna Mendel

  • Gesellschaft zur Beförderung des Christentums unter den Juden (2011)

    • 4 Bücher


      1941 wurde die „Gesellschaft zur Beförderung des Christentums unter den Juden“ von den Nationalsozialisten verboten und ihr Besitz beschlagnahmt. Vier Bücher aus dem ursprünglichen Besitz der Gesellschaft wurden deren Rechtsnachfolger, dem Berliner Missionswerk, restituiert.

  • Kurt Heilbrun (2011)

    • 1 Buch


      Curt Heilbrun lebte in Erfurt und wurde 1938 im Zuge des Novemberpogroms für einen Monat im KZ Buchenwald inhaftiert. 1939 gelang der Familie die Ausreise nach Großbritannien. Das Umzugsgut sollte folgen, wurde aber im Hamburger Hafen konfisziert und versteigert – bis auf ein Buch, das der Stabi Hamburg von der Gestapo als „Geschenk“ überwiesen wurde. Diese Heine-Gesamtausgabe war Curt Heilbrun 1899 von seinen Eltern zum 16. Geburtstag geschenkt worden und konnte nun seiner Enkelin zurückgegeben werden.

      Curt Heilbrunn

  • Samuel Ochs (2012)

    • 12 Bücher


      Dem jüdischen Gelehrten Dr. Samuel Ochs gelang 1939 die Ausreise nach London, nachdem er 1938 verhaftet, in das KZ Buchenwald gebracht und dort schwer misshandelt worden war. Das in der Stabi Hamburg gefundene Buch war wahrscheinlich mit dem Umzugsgut in den Hamburger Hafen gelangt. Dieses wurde konfisziert und versteigert, während das Buch von der Gestapo der Stabi Hamburg übergeben wurde. Es konnte an die Enkelin von Samuel Ochs zurückgegeben werden.

  • Emil und Ida Netter (2012)

    • 2 Bücher


      Zwei Bände aus einer Liste von 500 Büchern, die den Eheleuten Emil und Ida Netter (verwitwete Koch) gehörten, wurden im Bestand der Stabi gefunden. Emil Netter hatte sich 1936 das Leben genommen. Ida gelang 1939 die Ausreise. Eines der Bücher enthält das Exlibris von Ida Koch und wurde der Bibliothek von dem heute in den USA lebenden Sohn Idas als Geschenk überlassen. Das andere Buch mit dem Exlibris von Emil Netter wurde seiner Großnichte restituiert.

      Emil & Ida Netter

  • Hilde Bohn/Richard Hönigswald (2012)

  • Alfred Batzdorff (2012)

  • Caesar Heckscher (2012)

    • 1 Buch


      Hannelore Heckscher ist die jüngste Tochter von Dr. jur. Caesar Heckscher. Sie wurde am 28. April 1922 in Hamburg geboren. Über komplizierte Wege, die über Großbritannien und Frankreich, Martinique, Port of Spain und Havanna führten, gelang ihr schließlich die Emigration in die USA. Die Bibliothek konnte das Buch der Enkeltochter restituieren.

  • Abraham Becker (2013)

    • 1 Buch


      Abraham Becker wurde am 19. Dezember 1920 in Kiel geboren. In Einrichtungen der Jugend-Alija wurde er seit 1934 auf eine Emigration nach Palästina vorbereitet. Nach den Novemberpogromen 1938 floh er jedoch nach Großbritannien. Im Juli 1939 kam Abraham Becker nach Nordirland, wo er seine spätere Frau Erna Horn kennenlernte. Sie zogen nach dem Krieg nach London, wo Abraham Becker bis zu seinem Tod lebte. Seine beiden Töchter haben das Buch ihres Vaters gerne in den Familienbesitz zurückgenommen.

  • Joseph Norden (2013)

    • 7 Bücher


      Der Rabbiner Dr. Joseph Norden wurde am 17. Mai 1870 in Hamburg geboren. Nach Tätigkeiten von 1907 bis 1935 in Elberfeld (Wuppertal), kehrte er nach Hamburg zurück. Er lehnte es ab auszuwandern, sondern blieb bei seiner Gemeinde. Am 15. Juli 1942 wurde er nach Theresienstadt deportiert, wo er am 7. Februar 1943 verstarb. Ein Buch wurde an seinen Urenkel restituiert, vier weitere Bücher wurden auf Wunsch der Familie an das Jüdische Museum Berlin, die Gedenkstätte Yad Vashem und die Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal gestiftet.

  • Max Katzmann (2013)

    • 2 Bücher

      Max Katzmann wurde am 5. Mai 1889 in Geroda geboren. Die Familie Katzmann lebte in Kitzingen. Der ausgebildete Rabbiner Max Katzmann arbeitete lange als Weinhändler im Raum Würzburg. Am 24. März 1942 wurden Max und seine Frau Bella mit neun weiteren Familienmitgliedern in das Durchgangslager Izbica und von dort vermutlich in eines der Vernichtungslager in Belzec und Sobibor gebracht und dort ermordet. Über die ehemalige Synagoge Kitzingen konnte eine Nichte in den USA gefunden werden, an die zwei Bücher aus dem Eigentum von Max Katzmann restituiert wurden.

  • Ignaz und Helene Petschek (2013)

  • Georg Ehrlich (2013)

    • 1 Buch


      Georg Ehrlich, geboren am 1.8.1904 in Altona, war seit 1923 Mitglied der SPD. Nach 1933 arbeitete er in Altona in einer Widerstandsgruppe. 1934 wurde diese aufgedeckt und Georg Ehrlich verhaftet. Unter anderem wurde auch seine Bibliothek beschlagnahmt. Eines seiner Bücher wurde der Stabi 1940 von der Gestapo als „Geschenk“ übergeben. Georg Ehrlich verbüßte eine 2 ½ jährige Haftstrafe wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“. Nach 1945 engagierte sich Ehrlich für den demokratischen Wiederaufbau Hamburgs. Seine Kinder machten der Stabi das Buch zum Geschenk.

  • Henrik Kacser (2013)

    • 2 Bücher


      Henrik Kacser wurde 1918 in Rumänien als Heinrich Kacser geboren. Kurz nach seiner Geburt zog die Familie nach Berlin. Kurz vor seinem Schulabschluss zog die Familie nach Hamburg. Henrik Kacser wanderte kurze Zeit später nach Belfast in Nordirland aus, wo bereits seine Schwester lebte. Sein Vater Soma Kacser blieb in Hamburg zurück. Im Juni 1943 wurde er über Theresienstadt nach Auschwitz deportiert, wo er 1944 ermordet wurde. Im Herbst 2013 wurden zwei Bücher an die Witwe von Henrik Kacser restituiert.

  • Hilde Spier (2014)

    • 1 Buch


      Die Philologin Hilde Spier und ihr Mann Karl lebten zunächst in Köln, später in Erfurt. Sie gingen 1935 zunächst nach Belgien, von dort nach Frankreich. Nach dessen Niederlage versuchten die Eheleute fieberhaft das Land zu verlassen. Ein Fluchtversuch im August 1942 scheiterte und Hilde und Karl Spier wurden verhaftet. Mithilfe eines Wachmannes gelang es ihnen, ihre Kinder in die Obhut eines italienischen Diplomaten zu geben, der sie bis zum Kriegsende in Italien versteckte. Die Eheleute wurden kurze Zeit später nach Auschwitz deportiert und ermordet. Ihre Kinder zeigten sich sehr bewegt über das Buch ihrer Eltern.

      Hilde Spier

  • Ludwig Levy (2014)

    • 15 Bücher


      Ludwig Levy, geb. am 10. März 1875, war ein Altmetallhändler in Rothenburgsort. Sein Sohn Hartwig emigrierte 1939 mit seiner Frau Irma in die USA. Die Emigrationspläne von Ludwig und seiner Frau Ida scheiterten. Im Juli 1942 wurde sie nach Theresienstadt deportiert, von wo sie ca. zwei Monate später in das Vernichtungslager Maly Trostinec gebracht wurden. Im August 2014 konnten wir die Schwiegertochter erreichen und auf ihren Wunsch fanden die Bücher nun in der Bibliothek der Jüdischen Gemeinde Hamburg eine neue Bleibe.

  • Felix Halberstadt (2015)

    • 1 Buch


      Felix Halberstadt war ein Hamburger jüdischer Handelsvertreter für Textilien und lebte religiös. Sein Sohn Hellmuth emigrierte 1939 in die USA. Felix und seiner Frau Josabeth gelang es nicht aus Deutschland zu fliehen. Sie wurden im Dezember 1941 deportiert und in der Nähe von Riga erschossen. Das in der Stabi gefundene Buch wurde an den am Leo Baeck Institute in New York bestehenden Nachlass seines Sohnes Howard Hall angegliedert.

  • Hermann und Rose Simon (2016)

    • 4 Bücher


      Hermann Simon war bereits 1923 verstorben, seine Frau Rose Simon geb. Weinberg, heiratet Leopold Kaufmann. Der emigrierte Ende der 30er Jahre nach Bolivien ohne sie und ließ sich scheiden. Rose Kaufmann, geb. Weinberg kam im Rahmen einer Verhaftung im August 1942 um. Hermann und Rose Simon waren die Großeltern von Hermann Simon, dem Gründungsdirektor des Centrum Judaicum Berlin. Er nahm die vier Bücher seiner Großeltern in Empfang.

  • Raoul Jellinek Mercedes (2016)

    • 5 Bücher

      „Dem Fernand Jellinek-Mercedes sein Buch“.

      Raoul Fernand Jellinek Mercedes (1888-1939) besaß neben einer wertvollen Musikalien- und Gemäldesammlung auch eine umfangreiche Bibliothek, die er und seine Frau ab 1938 nach und nach notverkaufen musste. Um seiner Verhaftung zuvorzukommen nahm er sich am 10.Februar 1939 das Leben. Die Bücher seiner Bibliothek sind in verschiedenen Bibliotheken aufgetaucht und teilweise restituiert worden. Zu nennen sind hier die Musikbibliothek Essen, die UB Leibzig, die ZLB Berlin, die Bibliothek der Medizinischen Universität Wien und nun auch die Stabi Hamburg.

      Jellinek Mercedes

  • Victor Mauthner (2016)

    • 1 Buch

      Raubgut-Band restituiert aus der Provenienz Victor Mauthner

      Viktor Mauthner war ein Buchhalter in Prag. Er wurde 1943 mit seiner Frau Anna und dem jüngsten Sohn Pavel zunächst nach Theresienstadt und von dort nach Auschwitz deportiert, wo alle drei umkamen. In der SUB fand sich ein Buch aus seinem Besitz, das erst 1958 in die Bestände gelangt war. Es konnte an Viktor Mauthners Enkel in Israel restituiert werden.

      Stempel Victor Mauthner

  • Grete und Hans Friedländer (2016)

    • 4 Bücher

      Restitution von vier Büchern an die Familie Friedlaender

      Margarete Friedländer geb. Fein und ihr Mann Hans betrieben in Breslau eine Firma für Putz und Seidenwaren. Sie hatten zwei Kindern: Susanne / Schoschana  und Werner / Schaul  Friedländer. Die Kinder waren schon früher mit der Jugendaliya nach Palästina gegangen. Margarete und Hans flohen 1939 zunächst nach London und gingen von dort nach Palästina. Die Lifts der Familie wurden im Hamburger Hafen durch die Gestapo konfisziert. Die Bücher konnten an Werners Sohn Yacoov in Haifa restituiert werden.

      Grete Friedländer, Autograph

      Werner Friedländer, Widmung