13. Verbundkonferenz des GBV

Keynote 2

Dale Askey
Vertretungsprofessur, Electronic Publishing und Multimedia, Hochschule für Wirtschaft, Technik und Kultur, Leipzig
Web: http://www.lib.k-state.edu/dsa/personal/

Nicht zu groß, nicht zu klein. Das Problem, die passende Größe zu finden.

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In dem bekannten Essay “On Being the Right Size” ist es dem britischen Biologen J.B.S. Haldane gelungen, in knapper Form die Verbindung von Größe und Funktion in der Tier- und Pflanzenwelt für alle verständlich zu machen. Am Ende des Textes, wagte er den Sprung aus der Zoologie in die Politikwissenschaft und äußerte sich zu der Frage, ob ein politisches System wie der Sozialismus auf einen großen und komplexen Staat wie Großbritanien oder die USA eigentlich skalierbar wäre. Genau wie überdimensionale Flöhe keineswegs existieren noch Menschen fliegen können, zweifelte er sehr daran, daß sowas möglich wäre.

Bezieht man die Lehre von Haldane auf Bibliotheken, erkennt man, für jede Aufgabe gibt es eine best geeignete Größe, gegen die wir oft genug verstoßen. Darüberhinaus schauen wir täglich mit größter Aufmerksamkeit und mit andauernder Sorge auf die Internetgiganten, die von ihrer Größe und insbesonderen von den dazugehörenden Datenmengen profitieren und “unsere” Benutzer damit weglocken. Seit einigen Jahren werden auch in Bibliotheken stimmen laut, die von einem Zusammenschluß von Bibliotheken reden, mit dem Ziel, eben solche Datenmengen zusammenbringen zu können.

Ausgehend von diesen zwei Gedanken und mit Bezug auf verschiedene Angebote von großen und auch nicht so großen vermeintlichen Konkurrenten wie z.B. Google, Delicious, LibraryThing und Flickr, werde ich im Sinne Haldanes versuchen, einige Aussagen zur Verbindung zwischen Größe und Funktion in den Online-Angeboten von Bibliotheken und Bibliotheksverbünden zu liefern. Das Leitmotiv dabei lautet Skalierbarkeit, denn nur wenn gute Ideen mit hinreichenden Datenmengen verbunden werden ergibt sich für unsere Benutzer einen Grund, doch mal wieder in die Bibliothek zu schauen. Wir sollen doch ständig experimentieren und neue Wege suchen, aber da unsere Fähigkeiten und Arbeitskräfte gerade mit einer Firma wie Google verglichen extrem bescheiden sind, können wir uns keinen unnützen Aufwand leisten, sondern wir müssen unsere Kräfte bündeln und gezielt einsetzen.

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Stand: 16. September 2009 - 09:24