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Seltene und alte Drucke


Festoper zum Geburtstag Georg II, 1724
  • Objekt-Nr. 58

Barocke Lichtershows

Thomas Lediard: Eine Collection curieuser Vorstellungen in Illuminationen und Feuer-Wercken so in denen Jahren, 1724. biß 1728. inclusive, bey Gelegenheit einiger publiquen Festins und Rejouissances, in Hamburg, und mehrentheils auf dem Schau-Platze daselbst unter der Direction und von der Invention Thomas Lediard's [...] sind vorgestellet worden; In sechszehn grossen Kupfer-Platen[!] sauber gestochen
Hamburg: Philipp Ludwig Stromer, 1730.
Bibliothekssignatur: Scrin. C/295

Mit dieser Kollektion hat der Londoner Thomas Lediard (1684–1743), der von 1724 bis 1732 in Hamburg als Sekretär des englischen Gesandten tätig war, ein faszinierendes Zeugnis zum einen für die Geschichte der Hamburger Gänsemarkt-Oper, zum anderen für die politischen Feste und Huldigungsfeiern, die in Hamburg in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts für hier ansässige Fürstenhäuser ausgerichtet wurden. Es unterstreicht die Bedeutung Hamburgs als ein Zentrum der Diplomatie mit zahlreichen ausländischen Residenten. Und es ist drittens ein außerordentliches Beispiel angewandter Emblematik in der Hamburger Festkultur dieser Zeit.

Die Kollektion enthält in chronologischer Reihenfolge ausführliche Beschreibungen sowie insgesamt 18 (nicht wie im Titel nur 16 angekündigte) Abbildungen von zehn Festopern, bei denen Lediard als Bühnengestalter und Lichtkünstler mitwirkte. So stammen sämtliche Entwürfe zu den Kupfern von Lediard selbst, die zum größten Teil von dem Hamburger Stecher Christian Fritzsch (1695–1769) angefertigt wurden.

Zustand: Broschur mit Kartondeckeln und Brokatpapierbezug, Druck auf Papier, Einzelhefte mit Falttafeln durch den Block geheftet, Fäden teilweise gerissen, Rücken völlig zerstört, Blätter teilweise wasserrandig und fleckig.

Was ist zu tun: Blockheftung auflösen und zerlegen, Trockenreinigung, Nassbehandlung (Wässern, Neutralisieren, Nachleimen), Papierrestaurierung, Einbandrestaurierung, Aufbewahrung in alterungsbeständiger Schutzklappkassette.

Restaurierungskosten: 900 €

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Kirchendienstordnung und Gesangbuch der Stadt Riga
  • Objekt-Nr. 55

Kirchendienstordnung und Gesangbuch der Stadt Riga

Kirchendienstordnung und Gesangbuch der Stadt Riga. Nach den ältesten Ausgaben von 1530 flgg. kritisch bearbeitet und mit einer geschichtlichen Einleitung hrsg. von Johannes Geffcken.
Hannover: Rümpler, 1862.
Handexemplar mit handschriftlichen Varianten und Korrekturen des Herausgebers
Provenienz: aus dem Besitz des Hamburger Pastors Johannes Geffcken
Bibliothekssignatur: Cod. theol. 2056

Der Hamburger Hymnologe und Pastor an St. Michaelis Johannes Geffcken veröffentlichte mehrere Untersuchungen zur Gesangbuchgeschichte Hamburgs und Nordeuropas, wobei er stets bemüht war, die aufgrund der häufigen Benutzung sehr seltenen Originale dieser Gebetbücher für seine eigene Bibliothek zu erwerben. Das hier neu herausgegebene Gesangbuch der Stadt Riga von 1530 befand sich zusammen mit der Kirchenordnung in seiner Sammlung, ist aber heute verloren. Selbst die Publikation Geffckens ist vergleichsweise selten und in der SUB Hamburg nur in diesem Exemplar vorhanden. Geffcken hat in dem Handexemplar zahlreiche Korrekturen und Nachträge notiert.

Zustand: Druck auf Papier, Einband Papier über Pappdeckeln, durch Wasserschaden stark beschädigt, Bezugspapier des vorderen Deckels und teilweise auch des Rückens fehlend, Heftung lose, Buchblock im hinteren Teil stark wasserrandig.

Was ist zu tun: Buchblock zerlegen, Trockenreinigung, Nassbehandlung (Wässern, Neutralisieren, Puffern, Nachleimen), Papierrestaurierung, Heften, Einbandrestaurierung, neue Papierbezüge für vorderen Deckel und Rücken anfertigen. Fragmente übertragen, Aufbewahrung in einer alterungsbeständigen Schutzklappkassette.

Restaurierungskosten: 730,- €

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Francesco Petrarca (1304–1374): Von der Artzney bayder Glück, des guten und widerwertigen. Unnd weß sich ain yeder inn Gelück und unglück halten sol […].Mit einer Vorrede von Sebastian Brant (ca. 1458–1521)
  • Objekt-Nr. 46

Petrarca und sein Meister

Francesco Petrarca (1304–1374): Von der Artzney bayder Glück, des guten und widerwertigen. Unnd weß sich ain yeder inn Gelück und unglück halten sol […]. Mit einer Vorrede von Sebastian Brant (ca. 1458–1521)
Provenienz: Eberhard Moller (1527–1588)
Bibliothekssignatur: Scrin. B/65

Über dreizehn Jahre, bis in das Jahr 1367 arbeitete der berühmte florentinische Humanist Petrarca an seinen „Remedia utriusque fortunae“, den „Heilmitteln gegen beiderlei Fortuna“. In ihnen kann der Leser Warnungen vor überschwenglicher Freude über einen Glücksfall, aber auch tröstende Worte für eine schmerzliche Erfahrung bei einem Unglücksfall finden. So wird es auch als Glücksbuch oder Trostspiegel bezeichnet. Es soll als Bibliotheksersatz dienen und halte wie in einer kleinen Büchse alles Wissenswerte parat (Petrarca in seiner Vorrede). Das Buch wurde zur Erfolgsgeschichte und schon bald in viele Sprachen übersetzt. Die erste deutsche Übersetzung kam 1532 bei Heinrich Steiner in Augsburg heraus. Berühmt und beliebt war diese Ausgabe vor allem wegen ihrer 261 qualitätvollen Holzschnitte eines unbekannten Meisters, der nach diesem Werk Petrarca-Meister genannt wird. Das deutsche Buchprojekt war schon 1517 von dem Verleger Sigmund Grimm geplant, mußte aber 1527 wegen finanzieller Schwierigkeiten des Verlags aufgegeben werden. Aus der Zeit stammen wohl schon die Holzschnitte, deren Bildprogramm noch der Straßburger Humanist Sebastian Brant bestimmt hatte.

Zustand: Ganzleder über Holzdeckeln, obere Schließe fehlt, Rücken stark beschädigt, unteres Rückenfeld fehlt, oberes noch als loses Fragment vorhanden, beide Kapitale beschädigt, im hinteren Teil des Buchblocks wurden einige Lagen entnommen, dadurch besteht keine Verbindung mehr zwischen den Bünden und dem hinteren Deckel.

Was ist zu tun: Trockenreinigung, Spiegel am hinteren Deckel anheben, alten Rücken abnehmen, Bünde anlängen und im Rückdeckel befestigen, Kapitale restaurieren, einen neuen Rücken anfertigen und alte Lederflächen und Fragmente übertragen, Aufbewahrung in alterungsbeständiger Schutzklappkassette.

Restaurierungskosten: 800 €

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Hamburger Missale (1. Exemplar); Albert Krantz (1448-1517): Ordo missalis secundum ritum laudabilis Ecclesie Hamburgensis; Argentine: Prüss, 1509
  • Objekt-Nr. 19

Hamburger Missale (1. Exemplar)

Albert Krantz (1448-1517): Ordo missalis secundum ritum laudabilis Ecclesie Hamburgensis
Argentine: Prüss, 1509; unvollständiges Exemplar (es fehlen die Holzschnitte und drei einzelne Blätter)
Provenienz: unbekannt
Bibliothekssignatur: Inc. App. C/43

Das Hamburger Missale stammt aus der vorreformatorischen Zeit und wurde von dem gelehrten Humanisten Albert Krantz herausgegeben. In seiner neuen Funktion als Hamburger Domdekan (seit 1508) war er unter anderem bestrebt, das Gottesdienstwesen seiner Propstei zu verbessern. Dazu gehörte auch die reinigende Durchsicht der wichtigsten liturgischen Schrift der katholischen Kirche. Mit dem verbesserten, in Druck gebrachten Messbuch schaffte Krantz eine einheitliche Agende für den lateinischsprachigen Gottesdienst im nordelbischen Diözesanbereich des Hamburger Domkapitels. Nur sechs Exemplare des Hamburger Messbuchs sind derzeit bekannt. In der Hamburger Staatsbibliothek werden allein drei Exemplare aufbewahrt, zwei davon bedürfen unbedingt der Restaurierung.

Zustand: Druck auf Papier, Ganzleder über Holzdeckeln, berieben, Ecken aufgestoßen, Rückenbezug und Bünde gebrochen, greifende Teile der zwei Schließen fehlen, Buchblock mit leichten Wasserflecken im Falz

Was ist zu tun: Zerlegen, Trockenreinigung, Papierrestaurierung, neue Heftung, Einbandrestaurierung, Aufbewahrung in einer alterungsbeständigen Schutzklappkassette

Restaurierungskosten: 1.850 Euro

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