Seltene und alte Drucke


Francesco Petrarca (1304–1374): Von der Artzney bayder Glück, des guten und widerwertigen. Unnd weß sich ain yeder inn Gelück und unglück halten sol […].Mit einer Vorrede von Sebastian Brant (ca. 1458–1521)
  • Objekt-Nr. 46

Petrarca und sein Meister

Francesco Petrarca (1304–1374): Von der Artzney bayder Glück, des guten und widerwertigen. Unnd weß sich ain yeder inn Gelück und unglück halten sol […]. Mit einer Vorrede von Sebastian Brant (ca. 1458–1521)
Provenienz: Eberhard Moller (1527–1588)
Bibliothekssignatur: Scrin. B/65

Über dreizehn Jahre, bis in das Jahr 1367 arbeitete der berühmte florentinische Humanist Petrarca an seinen „Remedia utriusque fortunae“, den „Heilmitteln gegen beiderlei Fortuna“. In ihnen kann der Leser Warnungen vor überschwenglicher Freude über einen Glücksfall, aber auch tröstende Worte für eine schmerzliche Erfahrung bei einem Unglücksfall finden. So wird es auch als Glücksbuch oder Trostspiegel bezeichnet. Es soll als Bibliotheksersatz dienen und halte wie in einer kleinen Büchse alles Wissenswerte parat (Petrarca in seiner Vorrede). Das Buch wurde zur Erfolgsgeschichte und schon bald in viele Sprachen übersetzt. Die erste deutsche Übersetzung kam 1532 bei Heinrich Steiner in Augsburg heraus. Berühmt und beliebt war diese Ausgabe vor allem wegen ihrer 261 qualitätvollen Holzschnitte eines unbekannten Meisters, der nach diesem Werk Petrarca-Meister genannt wird. Das deutsche Buchprojekt war schon 1517 von dem Verleger Sigmund Grimm geplant, mußte aber 1527 wegen finanzieller Schwierigkeiten des Verlags aufgegeben werden. Aus der Zeit stammen wohl schon die Holzschnitte, deren Bildprogramm noch der Straßburger Humanist Sebastian Brant bestimmt hatte.

Zustand: Ganzleder über Holzdeckeln, obere Schließe fehlt, Rücken stark beschädigt, unteres Rückenfeld fehlt, oberes noch als loses Fragment vorhanden, beide Kapitale beschädigt, im hinteren Teil des Buchblocks wurden einige Lagen entnommen, dadurch besteht keine Verbindung mehr zwischen den Bünden und dem hinteren Deckel.

Was ist zu tun: Trockenreinigung, Spiegel am hinteren Deckel anheben, alten Rücken abnehmen, Bünde anlängen und im Rückdeckel befestigen, Kapitale restaurieren, einen neuen Rücken anfertigen und alte Lederflächen und Fragmente übertragen, Aufbewahrung in alterungsbeständiger Schutzklappkassette.

Restaurierungskosten: 800 €

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Hamburger Missale (1. Exemplar); Albert Krantz (1448-1517): Ordo missalis secundum ritum laudabilis Ecclesie Hamburgensis; Argentine: Prüss, 1509
  • Objekt-Nr. 19

Hamburger Missale (1. Exemplar)

Albert Krantz (1448-1517): Ordo missalis secundum ritum laudabilis Ecclesie Hamburgensis
Argentine: Prüss, 1509; unvollständiges Exemplar (es fehlen die Holzschnitte und drei einzelne Blätter)
Provenienz: unbekannt
Bibliothekssignatur: Inc. App. C/43

Das Hamburger Missale stammt aus der vorreformatorischen Zeit und wurde von dem gelehrten Humanisten Albert Krantz herausgegeben. In seiner neuen Funktion als Hamburger Domdekan (seit 1508) war er unter anderem bestrebt, das Gottesdienstwesen seiner Propstei zu verbessern. Dazu gehörte auch die reinigende Durchsicht der wichtigsten liturgischen Schrift der katholischen Kirche. Mit dem verbesserten, in Druck gebrachten Messbuch schaffte Krantz eine einheitliche Agende für den lateinischsprachigen Gottesdienst im nordelbischen Diözesanbereich des Hamburger Domkapitels. Nur sechs Exemplare des Hamburger Messbuchs sind derzeit bekannt. In der Hamburger Staatsbibliothek werden allein drei Exemplare aufbewahrt, zwei davon bedürfen unbedingt der Restaurierung.

Zustand: Druck auf Papier, Ganzleder über Holzdeckeln, berieben, Ecken aufgestoßen, Rückenbezug und Bünde gebrochen, greifende Teile der zwei Schließen fehlen, Buchblock mit leichten Wasserflecken im Falz

Was ist zu tun: Zerlegen, Trockenreinigung, Papierrestaurierung, neue Heftung, Einbandrestaurierung, Aufbewahrung in einer alterungsbeständigen Schutzklappkassette

Restaurierungskosten: 1.850 Euro

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