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Handschriften


Pilgerfahrt des träumenden Mönchs / Handschrift Rheinfranken, um 1450–1460
  • Objekt-Nr. 57

Pilgerfahrt des träumenden Mönchs

Handschrift, Rheinfranken, um 1450–1460, Papier, 167 Blätter
Provenienz: aus dem Besitz von Zacharias Conrad von Uffenbach
Bibliothekssignatur: Cod. germ. 18

Die kostbare Papierhandschrift mit ihren 97 Miniaturen ist eine der von Inhalt, buchmalerischer Ausstattung und Provenienz wertvollsten Handschriften der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg. Im Zweiten Weltkrieg ausgelagert, kam der Codex erst 1998 aus Armenien wieder nach Hamburg zurück.

Der französische Zisterzienser Guillaume de Deguileville schrieb zwischen 1330 und 1332 seinen Traum nieder, in dem er, angeleitet durch Tugenden und göttliche Gnade, eine geistliche Pilgerfahrt schildert. Ursprünglich französisch verfasst, wurden fast umgehend Übersetzungen in die Volkssprachen vorgelegt. Unser Codex ist eine dann hundert Jahre später entstandene Übersetzung in Prosa, in rheinfränkischem Dialekt. Von dieser Übersetzung existiert nur dieser eine Textzeuge. Auch der Bilderzyklus mit seinen stark farbigen, detailreichen Malereien, ist singulär und hat in der deutschen Buchmalerei des 15. Jahrhunderts keine Vergleiche.

Zustand: Handschrift auf Papier, Einband Ganzleder über Holzdeckeln, die Schließen fehlen, der Rückenbezug ist stark beschädigt, das Leder über dem vorderen Gelenk ist durchgescheuert, die Bünde sind gebrochen, einzelne Lagen sind lose, Blätter sind aus dem Buchblock gelöst.

Was ist zu tun: Trockenreinigung, Abnahme alter Reparaturen und Verklebungen, Schließen von Rissen und Ergänzung von Fehlstellen, lose Blätter wieder in die Lagen einfügen. Einbandrestaurierung: Abnahme des Lederrückens, Anlängen der vorderen Bünde, Nachheften, neuen Lederrücken arbeiten, alte Rückenflächen übertragen, Aufbewahrung in einer alterungsbeständigen Schutzklappkassette.

Restaurierungskosten: 3000,- €

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Psalter und Cantica...Handschrift aus dem Kölner Raum
  • Objekt-Nr. 56

Psalter und Cantica sowie Gebete und Hymnen aus dem Alten Testament

Handschrift, Kölner Raum, Ende 15. oder Anfang 16. Jahrhundert, Papier, 439 Blätter
Provenienz: aus dem Besitz von Zacharias Conrad von Uffenbach
Bibliothekssignatur: Cod. theol. 2060

Für die Hand des Laien entstanden, ab dem Beginn des 15. Jahrhunderts, zahlreiche Übersetzungen aus dem Alten und Neuen Testament. In dieser Handschrift hat ein unbekannter Übersetzer und Kompilator den Psalter, erläuternde Texte dazu sowie Texte aus den Prophetenbüchern des Alten Testaments zusammengestellt. Die Mundart ist moselfränkisch beziehungsweise grenzt an den ripuarischen Sprachraum. Zacharias Conrad von Uffenbach erwarb die Handschrift Anfang des 18. Jahrhunderts für seine Sammlung, von dort kam sie über die Bibliothek der Brüder Wolf in die Hamburger Stadtbibliothek.

Zustand: Handschrift auf Papier, Einband Ganzleder über Holzdeckeln, die Schließen fehlen, der Rückenbezug ist an Kopf und Fuß beschädigt, das Leder über den Gelenken ist durchgescheuert, die letzte Lage ist lose.

Was ist zu tun: Einbandrestaurierung: Abnahme des Lederrückens, lose Lagen nachheften, neuen Lederrücken arbeiten, alte Rückenflächen übertragen, Aufbewahrung in einer alterungsbeständigen Schutzklappkassette.

Restaurierungskosten: 950,- €

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Gebet- und Andachtsbuch aus dem Klarissenkloster Villingen
  • Objekt-Nr. 54

Gebet- und Andachtsbuch aus dem Klarissenkloster Villingen

Handschrift, Villingen (Baden), Anfang 16. Jahrhundert, Papier, III + 319 + IIBlätter
Provenienz: aus dem Besitz des Hamburger Pastors Johannes Geffcken
Bibliothekssignatur: Cod. theol. 2053

Dieses umfangreiche Gebetbuch stammt aus dem Konvent der Klarissen im badischen Villingen und wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts geschrieben. Es enthält zahlreiche kurze Gebete, Mediationstexte und Andachten, die zu verschiedenen Gelegenheiten während des Kirchenjahres gebetet werden konnten. Das Gebetbuch ist aus mindestens sechs zu unterschiedlichen Zeiten entstandenen Teilen zusammengestellt worden. Der Codex kam zusammen mit einer weiteren Handschrift aus dem Kloster Villingen im 19. Jahrhundert in den Besitz des Hymnologen und Pfarrers an der Hamburger St.-Michalis-Kirche Dr. theol. Johannes Geffcken und über dessen Nachlass 1865 in die Hamburger Stadtbibliothek.

Zustand: Handschrift auf Papier, Einband Ganzleder über Holzdeckeln mit Schließen, stark berieben, ein haltender Teil einer Schließe ist beschädigt, der Rückenbezug ist an Kopf und Fuß eingerissen, das Leder über den Gelenken ist durchgescheuert, die Bünde sind hinten im Falz gebrochen, dadurch ist der hintere Deckel vom Buchblock gelöst.

Was ist zu tun: Trockenreinigung, Schließen von Einrissen, Einbandrestaurierung: Abnahme des Lederrückens, Anlängen der hinteren Bünde, neuen Lederrücken arbeiten, alte Rückenflächen übertragen, neuen haltenden Teil anbringen, Aufbewahrung in einer alterungsbeständigen Schutzklappkassette.

Restaurierungskosten: 850,- €

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Syrische Predigtgelehrsamkeit
  • Objekt-Nr. 21

Syrische Predigtgelehrsamkeit

Ephraem Syrus: Sermones
Handschrift, Niederlande, 1. Hälfte 15. Jahrhundert, Pergament, I + 96 + II Blätter
Provenienz: Aus dem Besitz des Hamburger St.-Katharinen-Hauptpastors Johann Christoph Wolf
Bibliothekssignatur: Cod. theol. 2170

Die kleinformatige Pergamenthandschrift enthält eine Auswahl aus den Predigten des syrischen Kirchenlehrers Ephraem (ca. 306-373), die in der frühchristlichen Zeit und während des Mittelalters in vielen Zusammenstellungen überliefert wurden. Es handelt sich um eine typische Gebrauchshandschrift ihrer Zeit; derartige Codices waren für die Hand des Studierenden oder Predigers bestimmt. Wohl in Holland entstanden (auf diese Herkunft verweist auch ein Besitzeintrag "Volpardi Theodori de Gouda" aus dem Jahr 1454), kam der Codex im 18. Jahrhundert über die Sammlung der Hamburger Gelehrten Johann Christoph und Johann Christian Wolf in die Hamburger Stadtbibliothek.

Zustand: Handschrift auf Pergament, Einband Ganzleder über Holzdeckeln mit Schließen, beide greifenden Teile fehlen, Rückenbezug fehlt, nur das obere Feld ist noch erhalten, Ecken sind aufgestoßen, die Bünde sind vorn im Falz gebrochen

Was ist zu tun: Zerlegen, Trockenreinigung, Schließen von Einrissen, neue Heftung, neue Kapitale, Einbandrestaurierung, Aufbewahrung in einer alterungsbeständigen Schutzklappkassette

Restaurierungskosten: 770 Euro

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Christian Franz Paullini (1643–1712): Annales Huyesburgenses
  • Objekt-Nr. 4

Annales Huyesburgenses

Christian Franz Paullini (1643–1712): Annales Huyesburgenses
Handschrift, ohne Ort 1685
Provenienz: Zacharias Conrad Uffenbach
Bibliothekssignatur: Cod. hist. 92

Die Geschichte des Klosters St. Maria auf der Huysburg bei Halberstadt, ein bedeutendes Benediktinerkloster in Sachsen-Anhalt, ist noch wenig erforscht. Im 17. Jahrhundert hatte Christian Franz Paullini damit begonnen, die ihm zugänglichen Urkunden und Dokumente zur Klostergeschichte zu sammeln und kommentiert herauszugeben; sein druckfertiges, 1685 abgeschlossenes Manuskript liegt in Cod. hist. 92 vor. Zur Drucklegung kam es dennoch nicht, da Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg wegen einiger kritischer Passagen über die Rechte und Pflichten des Landesherrn dem Kloster gegenüber den Druck untersagte. Im Zweiten Weltkrieg verlagert, kam das Manuskript erst 1989 wieder nach Hamburg zurück.
Als Verstärkung des schmucklosen Pappeinbandes wurden vom Buchbinder des 17. Jahrhunderts Einzelblätter einer wesentlich älteren juristischen Handschrift benutzt. Im Zuge der Restaurierung sollen diese Blätter aus dem Pappeinband gelöst und separat, aber zur Handschrift gehörig, aufbewahrt werden.

Zustand: Papier über Pappdeckeln, stark berieben, Ecken aufgestoßen, Fälze gerissen, Rücken nur noch in Fragmenten erhalten, Handschrift auf Papier, verbräunt, leicht fleckig, Heftung lose.

Was ist zu tun: Buchblock zerlegen, Trockenreinigung, Nassbehandlung (Wässern, Neutralisieren, Puffern, Nachleimen), Papierrestaurierung, Heften, Einbandrestaurierung, Aufbewahrung in einer Alterungsbeständigen Schutzklappkassette.

Restaurierungskosten: 600 Euro

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