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28. Jahrgang 2008

Heft 1

Die Bibliothek der Gottorfer Herzöge

Einführung

Dagmar Hettstedt
"Catalogus Bibliothecae Gottorpiensis". Eine Projektskizze

Ulrich Kuder
Die erste nachweisbare herzogliche Bibliothek auf Schloß Gottorf

Hans-Walter Stork
Bordesholmer Bestände in Schloß Gottorf und der "Catalogus Bibliothecae Bordesholmensis" in Eutin

Eva Horváth
Friedrich Lindenbruch und die Gottorfer Bibliothek

Oliver Humberg
Joel Langelott, Arzt und Alchemist am Hofe Friedrichs III.

Klára Erdei
Hungaria in der Gottorfer Bibliothek. Eine Marginalie 

Helmar Härtel
Anmerkungen zur Geschichte der Handschriftensammlung Marquard Gudes
in der Herzog August Bibliothek zu Wolfenbüttel

Erik Petersen
"Bibliotheca Cottorpensis Manuscripta". The inventories of the manuscripts of Gottorp

Karen Skovgaard-Petersen
Gottorp books in the Royal Library of Copenhagen. A note on the possibilities of identification

Heft 2/3

Beiträge

Margot Scharpenberg
Freundliche Übernahme

Helmut Glagla
Asmus in seltsamer Gesellschaft
Eine Skizze zum Dialog Rencontre von Matthias Claudius

Vom Handpuppenspiel hat Claudius den Rahmen übernommen für sein imaginäres Puppenspiel „Rencontre“, in dem Asmus als mitagierende Figur gegen verschiedene Vertreter der rationalistischen Zeitströmung auftritt, die auf die Abschaffung der „Kreuze“, sprich des Christentums, hindrängen.

Franz Obermeier
Ferdinand Denis (1798-1890), Bibliothekar an der Bibliothèque Sainte-Geneviève in Paris und Brasilienforscher
Zur Geschichte der Bibliothèque Sainte-Geneviève

Rainer Hering
Kirchen, Theologie und Religion
Neue Publikationen zur regionalen und überregionalen Kirchen- und Religionsgeschichte Deutschlands

Der Beitrag stellt neuere Veröffentlichungen zur Kirchen- und Religionsgeschichte Deutschlands vor. Neben Bibeltexten und Arbeiten zu Theorie und Methodik werden Überblicksdarstellungen sowie solche zu den Epochen Weimarer Republik, „Drittes Reich“, Bundesrepublik Deutschland, Deutsche Demokratische Republik vorgestellt. Berücksichtigt werden neben den Großkirchen auch Bücher zu Freikirchen und kleineren Religionsgemeinschaften sowie zur Geschichte der Religionspädagogik. Einen besonderen Stellenwert nehmen Untersuchungen zur Regionalkirchengeschichte ein.

Rainer Waßner
Ernst Jüngers Reisebücher der Dreißiger Jahre
Abschied vom Heroischen Realismus

Ernst Jüngers Reisetagebücher der Dreißiger Jahre sind integraler Bestandteil seiner literarischen Produktion an der Schnittstelle zwischen den futuristischen Prophetien und Hoffnungen des „Arbeiter“ von 1932 und der abgerundeten monistischen Seinslehre, wie sie uns im „Abenteuerlichen Herzen“ von 1938 entgegentritt. Sinnfällig wird die Verschiebung an den jetzt negativen Bewertungen des modernen Willens zur Gestaltung von Natur und Gesellschaft und im Gegenzug der Aufwertung der überlieferten kulturellen Traditionen wie der natürlichen Bestände. Die Ordnungen der Pflanzen-, Tier- und Menschenwelt verkörpern Jünger eine sinngebende und dynamisch wirkende höhere Ordnung, der er auf die Spur zu kommen sucht. Dabei wird ein rigider Konservatismus im Politischen sichtbar, der sich gegen jede Veränderung sperrt, gleichgültig ob im totalitären Staat oder im  liberaldemokratisches Politikmanagement.

Rainer Hering
Nachruf auf Uwe Schmidt

Im Nachruf wird Leben und Werk des engagierten Pädagogen und Historikers Dr. Uwe Schmidt (1931-2008) gedacht, der regelmäßig Rezensionen für die Auskunft geschrieben hat.

Fundstücke

Rainer Hering
Zeitgeschichtsschreibung im Spiegel der Politik
Helmut Schmidt und Heinz Rapp über Peter Borowskys Deutschland 1969 bis 1982

Der Hamburger Historiker Peter Borowsky (1938-2000) hatte bereits 1987 eine Geschichte Deutschlands zur Zeit der sozialliberalen Koalition (1969-1982) publiziert. Diese wurde, wie die hier erstmals als Fundstücke edierten Briefe Heinz Rapps (1924-2007) und Helmut Schmidts (* 1918) zeigen, schon bald nach Erscheinen gerade in der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) positiv aufgenommen. Auch Willy Brandt (1913-1992) hatte das Buch gründlich gelesen.

Buchbesprechungen (kleine Auswahl)

Robert Schweitzer
Lübeck-Lexikon. Die Hansestadt von A bis Z. Hrsg. von Antjekathrin Graßmann. Lübeck: Schmidt-Römhild, 2006

Die Rezension ordnet das Werk in die blühende Landschaft von Ortslexika ein und streicht positiv die Gegenwartsnähe seines Inhalts, die fast immer vorhandenen, treffenden Literatur­hinweise, seine reiche und originelle Bildausstattung und seine Handlichkeit heraus. Erheb­lichen Einwänden begegnen dagegen die ungleiche Abdeckung des Stoffes und die schwan­kenden Entscheidungen für oder gegen Überblicksartikel. Wo diese fehlen, ist der Stoff atomisiert und nur wird nur in seltensten Fällen durch Verweisungen zusammen­gehalten. Diese sollen  das undefined mit voller Überzeugung weggelassene undefined Register ersetzen, leisten dies aber nicht, da sie offenbar weitgehend nicht intellektuell generiert wurden. Die Mängel werden durch zahlreiche Beispiele belegt. Fazit: hochinteressante, streckenweise vergnügliche Lektüre, aber als Nachschlagewerk nicht wirklich verlässlich.

Roland Stark
Caroline de la Motte Fouqué, Werke und Schriften. Hrsg. von Thomas Neumann. Norderstedt: Books on Demand, 2004-2007

Die Vergangenheit erschließen bedeutet auch, die Gegenwart besser zu erfassen. Auf diesem Gedanken basiert die Neuedition der Werke der Caroline de la Motte Fouqué, die Thomas Neumann begonnen hat und bis 2010 abschließen will. Mit diesem Vorhaben wird eine vergessene Autorin wieder in das Bewußtsein der Literaturforschung gerückt, die zu Lebzeiten nicht unumstritten war. Sie war aber mehr als nur die Frau des berühmten Dichters - sie ist neben ihrer literarischen Leistung auch als eine der emanzipierten Frauenfiguren dieser Jahre um 1800 zu sehen und zu werten.

Mitteilungen

Heft 4

Beiträge

Maria Kesting
Geraubte Bücher - NS Raubgut in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky.
Die Bücher von Marie May Reiss

Seit der 1999 veröffentlichten „Erklärung der Bundesregierung, der Länder und der kommunalen Spitzenverbände zur Auffindung und zur Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgutes, insbesondere aus jüdischem Besitz“, sieht es die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky als ihre Verpflichtung an, diese bedenklichen Zugänge in ihren Beständen aufzufinden, zu dokumentieren, zu kennzeichnen und möglichst den Eigentümern bzw. deren Erben zurückzugeben. Die ersten Ergebnisse des Projektes werden in einer Kabinett-Ausstellung im Informationszentrum der Bibliothek vorgestellt. Die Ausstellung zeigt anhand des Schicksals der Hamburger jüdischen Familie Reiss-Lazarus, dass auch in Bibliotheken Spuren der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zu finden sind: 4 Bücher der Familie wurden im Bestand der Bibliothek gefunden und sind die letzten Dinge, die von der Familie geblieben sind.

Jürgen Babendreier
Das magazinierte Gedächtnis
Anmerkungen zum bibliothekarischen Erinnerungsdiskurs

Im Juli1943 verbrennt bei Bombenangriffen drei Viertel des Bestandes der heutigen Hamburger Staats- und Universitätsbibliothek. Unmittelbar nach dieser Katastrophe beginnt der Wiederaufbau. Bis Kriegsende strömen aus den verschiedensten Quellen über 100.000 Bände in die Bibliothek, davon 30.000 aus jüdischem Besitz. Nach Kriegsende kann sich die Bibliotheksleitung (wider besseren Wissens) nur an 300 Bände erinnern. Diese Erinnerungsdiskrepanz lädt dazu ein, den bibliothekarischen Memoria-Diskurs zu hinterfragen. Im Rückgriff auf in den Kulturwissenschaften diskutierte Erinnerungskonzepte wird die These aufgestellt, dass sich die bibliothekarische Ausprägung der Memoria als ‚ars’ berufshistorisch auf eine passive, topologische Speichertechnik stützt, für die Erinnerung des Tätergedächtnisses aber als ‚vis’ die aktive prozessuale Seite der Memoria gefordert ist.

Hartmut Walravens
Ivan Bilibin, der Meister der russischen Märchenillustration
Leben und Werk 

Ivan Bilibin (1876-1942) gehört zu den talentiertesten russischen Illustratoren und ist besonders durch seine dekorativen, von der Volkskunst stark beeinflussten Märchenbilder im altrussischen Stil bekannt geworden. Nach Jahren der Emigration (in Ägypten und Frankreich) kehrte er in seine Heimat zurück. Erst in den 70er Jahren wurden seine Illustrationen dank der Insel-Ausgaben auch in Deutschland populär. Der Artikel stellt Bilibins Leben und künstlerische Einstellung und Technik vorwiegend aus den Quellen dar.

Rüdiger Schütt
„Ich stimme fast jedem Ihrer Sätze zu.“
Kurt Hillers Briefwechsel mit Hans Wollschläger 1965 bis 1972 

Der Beitrag präsentiert den kompletten Briefwechsel des 2007 verstorbenen Schriftstellers und Übersetzers Hans Wollschläger mit Kurt Hiller (1885-1972).

Rainer Hering
Künstler, Wissenschaftler, Gelehrte und Literaten
Neue Nachschlagewerke 

Der Beitrag stellt aktuelle biografische Nachschlagewerke zu den Bereichen Wissenschaft, Kunst und Literatur vor.

Fundstücke

Herwarth von Schade
Suchstück 

Buchbesprechungen