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26. Jahrgang 2006

Heft 1

Beiträge

Wichmann von Meding
Kontinuität und Widerstand
Das Gesangbuch des Herzogtums Lauenburg und sein Rang für dessen Sonderposition im Dritten Reich

Es ist noch keineswegs ausreichend geklärt, warum einige gebiete Deutschlands dem Nationalsozialismus begeistert zufielen, andere aber reserviert blieben. Das betrifft im nördlichsten Bundesland die Herzogtümer Schleswig und Holstein einerseits, das von ihnen selbständige Elbherzogtum Lauenburg andererseits. Erstere erhielten 1884 ein neues Gesangbuch, während das Lauenburgische Gesangbuch von 1741 bis 1930 kontinuierlich all jene Elemente nicht enthielt, die die Nationalsozialisten in Dienst nahmen. Diese Gemeinden wussten, der in alle Welt getragene Christenglaube sei kein völkischer. Der Beitrag konfrontiert die Geschichte eines Buches mit seinem Nachwirken. 

Karen Michels
Wer war Aby Warburg?

Aby Warburg lehnte als ältester Sohn einer jüdischen Hamburger Bankiersfamilie sein Bankerbe ab und widmete sich zeitlebens der Kunstgeschichte. Heute ist er nicht nur für seine herausragenden Forschungsergebnisse vor allem auf dem Gebiet der Renaissance bekannt, sondern  vor allem für seine Büchersammlung. Die „Kulturwissenschaftliche Bibliothek Warburg“ war eine Problembibliothek; ihr Thema: Das „Nachleben der Antike“.  Im Laufe der Jahre entwickelte sie sich zu einem halböffentlichen renommierten wissenschaftlichen Institut. Mit der 1925 erfolgten Verlagerung der Bibliothek aus seinem Privathaus in den angrenzenden Neubau erhielt die Bibliothek zudem ein einzigartiges Ordnungssystem und eine neuartige Struktur, die sich bereits in der Architektur des Gebäudes niederschlug. Dazu gehörten das „Drei-Farben-System“, das „Gesetz der guten Nachbarschaft“ und das Prinzip des „beweglichen Buches“.  

Herwarth von Schade
Bassermann

Rainer Hering
Zur Geschichte von Buchhandel und Verlagen
Neue Veröffentlichungen

Der Beitrag stellt neuere Arbeiten zur Buchhandels- und Verlagsgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts vor, darunter die Geschichte des Deutschen Buchhandels im Kaiserreich, den Eugen Diederichs Verlag und den Gustav Kiepenheuer Verlag.

Uwe Czubatynski
Landesgeschichtliche Zeitschrift in elektronischer Form verfügbar

Seit 2005 erscheinen die "Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Prignitz"parallel zu der gedruckten Ausgabe auch als elektronische Zeitschrift. Das landesgeschichtliche Periodicum erscheint in einem besonders kostengünstigen Verfahren im Selbstverlag des Vereins. Der Beitrag beschreibt die Zielsetzung dieser Publikation und enthält einen kurzen Abriß zur Entwicklung der elektronischen Zeitschriften. Das genannte Vereinsorgan ist bei der Deutschen Bibliothek gehostet und über die Zeitschriftendatenbank (ZDB) und die Elektronische Zeitschriftenbibliothek (EZB) frei zugänglich.

Fundstücke

Rüdiger Schütt
„Wat’n Afschriewerie“
Aus Detlev von Liliencrons Poggfred-Manuskript

In dem Beitrag geht es um eine kleine Randnotiz, die Detlev von Liliencron (1844-1909) in dem in der Staats- und Universitätsbibliothek verwahrten Manuskripts seines Hauptwerks „Poggfred“ angebracht hat: Auf der letzten Manuskriptseiteseite, die dem Beitrag als Faksimile beigegeben ist, beklagt der Dichter die Mühen damaliger Literaturproduktion und kommt zu der Aussage: „Gottverdori, wat’n Afschriewerie. Schrecklich! Schrecklich!“

Buchbesprechungen

Mitteilungen

Heft 2

Beiträge

Eva Horváth
Zeittafel zur Biographie von Gerhard Alexander (1903-1988)

Der gelehrte Bibliothekar Gerhard Alexander (1903-1988), gehörte zu den ersten Mitarbeitern der Staatsbibliothek Hamburg, die nach dem Zweiten Weltkrieg den Wiederaufbau  zu leisten hatten.
Er wurde nach umfassenden Universitätsstudien  24jährig in Berlin promoviert. Danach absolvierte er den Vorbereitungsdienst für das höhere Lehramt sowie, im Jahr 1932 die wissenschaftliche Bibliothekarsprüfung. Im selben Jahr fand er an der Staatsbibliothek Berlin eine Anstellung. Dem vielseitig gebildeten jungen Gelehrten stand eine hoffnungsvolle Karriere bevor, die durch seine aus "rassischen" Gründen erfolgte Entlassung bereits 1933 abgebrochen wurde.
Im Frühherbst 1945 war Alexander Volontär und alsbald beamteter Mitarbeiter in der Staats-und Universitätsbibliothek Hamburg ; Zentralkatalog und Handschriftenabteilung waren dort seine wichtigsten Wirkungsbereiche. An der  Bibliotheksschule bildete er mehrere Generationen junger Bibliothekare für ihren Beruf aus. Als Verfechter des sogenannten "kleinen Dienstweges" erleichterte er die praktische Bibliotheksarbeit auch für seine Mitarbeiter. Bevorzugt trieb er wissenschaftliche Studien auf den verschiedenen Gebieten der Handschriften -und Buchkunde, der Einbandkunst, der nordischen Philologie. Nach seiner Pensionierung edierte er aus der Hamburger Handschrift eine der bedeutendsten Quellen der Aufklärungstheologie, die "Apologie" des Hermann Samuel Reimarus.
Die mitgeteilten Texte sind für eine Feierstunde aus Anlass des 100. Geburtstages entstanden und möchten Gerhard Alexanders in Dankbarkeit gedenken und ihn für  die Nachfolger als Vorbild vorstellen.

Eva Horváth
Gerhard Alexander
Schriftenverzeichnis

Eva Horváth
Gerhard Alexander
Bibliothekar und Gelehrter

Tilo Brandis
Gerhard Alexander
Erinnerung an den Bibliothekar und den Menschen

Persönlich gehaltene Lebensbeschreibung des Nordisten und Bibliothekars Gerhard Alexander (1903-1988) und Würdigung seiner bibliothekarischen Tätigkeit in Berlin (bis 1933) und Hamburg.

Johann Anselm Steiger
Hermann Samuel Reimarus und die Wunderkritik im aufgeklärten Zeitalter
Gerhard Alexander zum 100. Geburtstag

Der Beitrag vermittelt einen Überblick über die aufgeklärte Wunderkritik (Baruch Spinoza., David Hume, Jean Jacques Russeau, Deismus) und schildert sodann Rezeption sowie Popularisierung der englischen Physikotheologie in Hamburg (v.a. bei Johann Albert Fabricius, dem Schwiegervater Reimarus’). In einem weiteren Schritt wird Reimarus’ „Apologie oder Schutzschrift für die vernünftigen Verehrer Gottes“ als das wohl bestechendste Dokument deistischer Mentalität im deutschsprachigen Kontext gewürdigt und auf ihren Beitrag zur Wunder- und Bibelkritik hin befragt. Auf dem Hintergrund des Streites zwischen der aufgeklärten Wunderkritik einerseits und er Verteidigung der Wunder durch die sog. vernünftige Orthodoxie (z.B. Johann Melchior Goetze) andererseits wird abschließend gezeigt, in welcher Weise Matthias Claudius die ursprünglich reformatorische Bewertung der biblischen Wundergeschichten reaktualisiert.

Klaus Klein
„Das puch kan man nit wissen, wo es hin ist kumen.“
Verschollene und wiederaufgefundene Handschriften

Ulrich Kuder
Adolph Goldschmidt in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg

Hans-Walter Stork
Handschriften aus dem Kölner Pantaleonskloster in Hamburg
Beobachtungen zu Text und künstlerischer Ausstattung

Yael Zirlin
Meir Jaffe and Joel Ben Simeon
Working Relations between Jewish Scribes and a Christian Atelier

For many years the Jewish scribe Meir Jaffe was associated with the one manuscript that contains his colophon: the Cincinnati Haggadah. Recently it was proved that he also copied the famous Ashkenazi Haggadah, whose decoration has joined together the scribe and illuminator Joel ben Simeon and the German non-Jewish workshop of Johannes Bämler. The article will show that Meir Jaffe was the scribe of yet two more manuscripts, two prayer books, one of which he copied for Jacob Mattathias from Ulm. This patron also owned the Ashkenazi Haggadah and another prayer book, this one too was decorated by the workshop of Johannes Bämler. These four manuscripts reflect an unusual close working relation between the two Jewish scribes and the German workshop, who were brought together by the Jewish patron Jacob Mattathias.

Karl-Georg Pfändtner
Die Historienbibel Cod. 8 in scrinio der SUB Hamburg
Argumente zur Datierung und Lokalisierung

Die Historienbibel Cod. 8 in scrinio der SUB Hamburg ist der Forschung schon seit langem bekannt. Ein auf den Vorderdeckel innen eingeklebtes Blatt gibt zweifach den Datumseintrag 1458, der Buchschmuck zeigt zweimal das Wappen des Hans Roll, Bürgermeister von Wiener Neustadt zwischen 1467 und 1471. Eine Datierung in das Jahr 1458 und eine Lokalisierung nach Wiener Neustadt wurde deshalb schon früh in Erwägung gezogen. Die Ausstattung der Handschrift wurde allerdings in zwei Phasen geleistet. Um 1458 ist der ornamentale Buchschmuck der Cadellen, der meisten Initialen und der Akanthusrankenausläufer zu datieren, der dem in Wien wirkenden Buchmaler zugeschrieben werden kann, der auch die Musteralphabete im Abecedarium für den späteren Kaiser Maximilian I. (ÖNB Wien, Cod. 2368) geschaffen hat und hier mit dem Notnamen Meister der Lehrbuch-Musteralphabete eingeführt wird. Während sich das Oeuvre dieses Miniators durch weitere in den 50er Jahren des 15. Jahrhunderts in Wien entstandene Werke erweitern ließ, stehen die ca. 10 Jahre später entstandenen Historienbilder, die von vier verschiedenen Händen geschaffen wurden, singulär in der Wiener Buchmalerei. Einen Hinweis auf die Entstehung auch dieser Miniaturen in Wien geben die beiden je als Hintergund wiedergegebenen Ansichten der Stadt Wien.

Heft 3/4

Beiträge

Johannes Marbach
Schriftenverzeichnis Herwarth von Schade
Zu seinem 80. Geburtstag am 13. Dezember 2006

Franz Obermeier
Neuerwerbungslisten und Profildienste am Beispiel der Universitätsbibliothek Kiel

Klaus Gottsleben
Wikipedia
Die freie Enzyklopädie

Dagmar Bickelmann
Verfolgen oder Vergessen?
Inhalt und Erschließung der im Hamburger Staatsarchiv verwahrten Verfahrensakten der Staatsanwaltschaft Hamburg wegen nationalsozialistischer Gewaltverbrechen

Die Unterlagen stellen eine wichtige Quellengruppe zum Nationalsozialismus und  gleichzeitig zur Nachkriegsgeschichte dar. Sie werden bereits seit den 1980er Jahren von der Wissenschaft lebhaft benutzt, so dass das Staatsarchiv Hamburg einen zügigen Abschluss der Aufbereitung für Forschung und Öffentlichkeit anstrebt. Um den Inhalt des Schriftguts anschaulich zu machen, wird der bisherige Forschungsstand zur Verfolgung der Nationalsozialistischen Gewaltverbrechen unter besonderer Berücksichtigung der Hamburger Verhältnisse skizziert.  Es folgt die Beschreibung der Erschließung der Akten durch das Staatsarchiv Hamburg, die auf der ausführlichen vorhergegangenen Aufnahme der Unterlagen durch das Institut für Zeitgeschichte in München aufbaut.

Joachim Neander
Ein mathematisches Modell zur Suche von nach Auschwitz deportierten jüdischen Partnern „rassisch gemischter“ Ehen

Rainer Hering
Handbücher zur Geschichte
Neuauflagen und Neuerscheinungen

Der Beitrag stellt neue und neu aufgelegte Handbücher zur Geschichte vor, darunter die Reihen Oldenbourg Grundriss der Geschichte, Enzyklopädie deutscher Geschichte, Oldenbourg Geschichte Lehrbuch, Geschichte kompakt, Kontroversen um die Geschichte, Handbuch der Geschichte Europas, Gebhardt. Handbuch der deutschen Geschichte.

Rainer Hering
Religion, Theologie und Kirchen
Neue Literatur zur deutschen Kirchen- und Religionsgeschichte

Der Beitrag setzt die regelmäßige Besprechung von Neuerscheinungen zur deutschen Kirchengeschichte fort. Vorgestellt werden Überblicksdarstellungen, Quellensammlungen und Nachschlagewerke sowie Arbeiten zum 19. Jahrhundert, zum Kaiserreich, zum "Dritten Reich", zur Nachkriegszeit, der Bundesrepublik und der Deutschen Demokratischen Republik sowie der Ökumene. In eigenen Abschnitten werden Forschungen zur regionalen und lokalen Kirchengeschichte sowie zum Komplex der politischen Religion besprochen.

Fundstück

Herwarth von Schade
Ein zur jüngeren Generation zählender katholischer Autor

Buchbesprechungen